I. Der Guagua Pichincha

Hier irgendwo vor uns muss es sein, das Innere des Vulkans. Zu sehen ist nichts, wir sitzen in einer Welt aus Watte am Rande des Abgrunds. Zwei Menschen allein in der unendlichen Stille der Berge, an einen Felsen gekauert auf der Suche nach Schutz vor dem schneidenden Wind.

Der bisherige Aufstieg zum Kraterrand des Guagua Pichincha auf 4600 Metern Höhe war problemlos: Der Vierradantrieb eines leidlich geländegängigen Autos hat uns trotz scharfer Kehren, Schlaglöchern und Matschrinnen zunächst zu einer Schutzhütte gebracht. Von dort aus sind wir die letzten paar hundert Meter zum Kraterrand hochgestapft.

Vorbei an ein paar Schneeresten, an viel grauem Gestein. Langsam, tief durchatmend, das leichte Pochen im Kopf ignorierend. Und nun?

Nicht dass es Humboldt am 14. April 1802 besser ergangen wäre, im Gegenteil.

Soldaten auf Rettungsmission am Gipfel des Pichincha, Foto: AP

17. April 2009, 18:302009-04-17 18:30:00 © sde