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Vorurteile über Kreuzfahrten:Haben Passagiere nun mehr Angst auf der Kreuzfahrt?

Nach dem Kentern der Costa Concordia vor der italienischen Insel Giglio stellten sich nicht nur künftige Schiffstouristen die Frage nach der Sicherheit auf Kreuzfahrten. Doch wie sehr lassen sich Passagiere von dem tragischen Vorfall beeinflussen?

Kreuzfahrten Vorurteile

Früher war die Rettungsübung für die meisten Passagiere entweder lustig oder lästig. Inzwischen lauschen sie den Anweisungen aufmerksamer - zumindest eine Zeit lang.

(Foto: Popp)

Vorurteil 3: "Passagiere haben nach dem Costa-Concordia-Unglück Angst um ihre Sicherheit."

Trotz der Katastrophe in Italien zählen Kreuzfahrten laut Statistik nach wie vor zu den sichersten Reiseformen (mehr zu Gefahren und dem richtigen Verhalten bei Notfällen lesen Sie im Artikel "Wie sicher sind Kreuzfahrten?"): Auf 100 Millionen Passagiere kamen seit 2005 16 Todesfälle. Mittlerweile melden die großen Kreuzfahrtunternehmen Carnival und Royal Caribbean allerdings deutliche Buchungsrückgänge von bis zu 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Eigene Erfahrung an Bord: Knapp eine Woche nach der Havarie der Costa Concordia gaben sich die Passagiere an Bord der AIDAsol betont entspannt. "Wir fühlen uns sicher und vertrauen der Crew", sagte etwa ein Ehepaar aus Süddeutschland. Stornieren war zumindest für sie nicht in Frage gekommen.

An Bord der AIDA wird die Sicherheit ernst, im Vergleich zu früheren Fahrten vielleicht auch noch ernster genommen. Die vorgeschriebene Rettungsübung fand diesmal bereits am ersten Abend noch vor dem Auslaufen statt. Sieben kurze und ein langer Signalton forderten die Passagiere auf, ihre Rettungswesten anzulegen und die Kabinen zu verlassen. Die Reisenden folgten zügig und drängten auf Gängen und Treppen zu den Sammelstellen. Selbst hier machte der Bordfotograf Bilder von den Menschen mit den roten Schwimmwesten, was einige Gäste etwas unpassend fanden. Als die Stimme des Kapitäns über Lautsprecher das Verhalten im Ernstfall erläuterte, verstummten diesmal sofort Gespräche und Gelächter. Selbst wer zuvor mit ironischen Sprüchen aufgefallen war, lauschte konzentriert. Auch die Crew bestätigte: Die Aufmerksamkeit der Gäste ist nach dem Costa-Concordia-Unglück größer.

Gemäß den internationalen Vorschriften wurde während der Übung jede einzelne Kabinennummer aufgerufen. Am Ende der langen Liste war die Ernsthaftigkeit fast wieder verflogen und die Durchsagen kaum noch zu verstehen. "Ich glaube, im Notfall funktioniert die Evakuierung schon", gab sich ein junger Reisender zuversichtlich. Im Ernstfall würden die Passagiere anschließend auf die Rettungsboote verteilt. Dass das Alarmsignal auf der Route tatsächlich noch einmal ertönen würde, davon ging keiner der Reisenden aus.

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