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Vereinigte Arabische Emirate:Der vergoldete Volkspalast

Das "Emirates Palace" in Abu Dhabi wird das größte, luxuriöseste Hotel der Welt - und will auch Normalverdienern Glamour-Nächte ermöglichen.

"Deutschland ist wie ein Sack Kartoffeln, an dessen vier Zipfeln jeder in seine Richtung zieht. Hier ist das ganz anders", sagt Willy Optekamp zum Abschied. Willy Optekamp stammt aus der Nähe von Koblenz. Er hat in Holzappel an der Lahn zusammen mit seinen Eltern eine Wirtschaft betrieben und zu einem Sternerestaurant hochgepäppelt. Im Weinkeller gezeugt und hinter der Theke aufgewachsen, sagt Willy über seine Herkunft.

emirates palace

Die Bucht wurde ausgebaggert, 8000 Palmen aus Südafrika herangeschafft.

(Foto: Foto: Emirates Palace)

Man finde ihn im Ostflügel, schallt es aus dem Mobiltelefon. Aber das ist nicht so leicht. Willy Optekamp ist Chef des größten und luxuriösesten Hotels der Welt, des "Emirates Palace", das von der Kempinski-Gruppe betrieben, Ende Februar eröffnet wird. Das Hotel liegt an einem breiten Sandstrand vor den Toren von Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate.

Ein Kilometer lange Front

Wir irren durch Treppenhäuser und Hallen, tappen stillstehende Rolltreppen hinauf und hinab. Überall wird gehämmert und geputzt. Letzte Hand wird angelegt an den siebentausendtürigen Wunderbau, mit einer ein Kilometer langen Front, länger als Versailles, und einer zentralen Kuppel, höher als Michelangelos Petersdom. Wir finden den General Manager in einer Suite mit meterhohen Decken bei einem Fotografenteam. Das Interieur ist luxuriös, farblich ruhig in Gold-, Gelb- und zarten Blau- und Grüntönen gehalten. Die kleineren Suiten haben 110 Quadratmeter und sind für 1200 Euro die Nacht zu haben. Die großen haben 700 Quadratmeter Fläche.

Alle Decken sind mit echtem Blattgold überzogen. Wie viele Tonnen Gold verstrichen wurden, wird nicht verraten, ebenso wenig wie die Kosten des gesamten Projekts. Die Deckenhöhe verhindert, dass die Gäste die Nächte damit verbringen, Gold abzukratzen. Das Hotel verfügt über die teuerste Suite der Welt für 15.000 Euro die Nacht. Größe: 1200 Quadratmeter.

Anders als in Oggersheim, ganz anders

Die Schlafgemächer gleichen Thronsälen. Wer hierher kommt und sonst Reihenhäuser in Oggersheim oder Hannover bewohnt, hat es schwer, seine sieben Sachen zusammen zu halten. Dafür gibt es vierzig Butler, die im Notfall die Bettsockel abkriechen, wenn die Perlenkette der Begleiterin gerissen ist.

Willy Optekamp, ein junger Sechzigjähriger, drahtig vom täglichen Marathontraining, zieht die Bettdecke weg. Darunter sind auf der Matratze vier verschiedene Auflagen, zusammengestellt nach neuesten orthopädischen Erkenntnissen. Selbst die Prinzessin auf der Erbse würde sofort wegdämmern.