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USA:"Wären wir an der High Line, müssten wir uns jetzt an den Leuten vorbeidrücken"

Selbst an einem besucherstarken Wochenende wirkt die 70 Hektar große Insel leer und leise. Autos sind auf der Insel nicht zugelassen. Nur ein paar Arbeiter fahren im Golfwagen herum. Auf den breiten Straßen sind stattdessen Fahrradfahrer unterwegs. Menschen laufen in kleinen Gruppen durch die Landschaft, die mit knapp 3000 Bäumen und 43 000 Büschen bepflanzt wurde und trotzdem noch etwas karg aussieht. Mal halten die Besucher an einem Spielplatz, mal legen sie sich in eine der gut versteckten Hängematten. "Man kann hier sehr schnell Gegenden finden, in denen man niemanden sieht und alleine ist", sagt Chaveriat.

Bereits Ende des 18. Jahrhunderts war die Insel ein Stützpunkt der US-Army - damals kämpften die Soldaten von hier aus noch gegen Großbritannien. Die Soldaten waren in Baracken auf der Insel untergebracht. Auch die Landung in der Normandie während des Zweiten Weltkriegs wurde zuerst von hier aus geplant. Mitte der 1960er-Jahre verließ die Armee die Insel und übergab sie der Küstenwache. 2003 wurde sie der Stadt New York für einen symbolischen Preis von einem Dollar übergeben.

Aufgrund der Militärgeschichte wirkt die Insel mitunter wie eine Geisterstadt. Vor allem unter der Woche, wenn weniger Besucher aus den Fähren steigen, läuft man über weite Strecken allein an verlassenen Gebäuden vorbei. An deren Wänden sind Schilder angebracht, deren Aufschrift an längst vergangene Zeiten erinnert: Atomschutzbunker. Es gibt ansehnliche historische Gutshäuser. Aber je weiter entfernt sie vom nördlichen Teil liegen, desto verstaubter sind die Fenster. Die Türen sind oft schon von Rost zerfressen.

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Das verschwindende Gesicht

Heute ist Governors Island unbewohnt. Jeder Besucher hier ist Tourist - und muss am Abend die Insel verlassen. Die für New York so ungewöhnliche Ruhe ist allerdings gerade das, was viele Besucher anzieht. Während sich andernorts die Menschen drängen, gibt es hier Platz und Aussicht reichlich. Auch Michael Chaveriat kann dem nur Positives abgewinnen. "Wären wir an der High Line, müssten wir uns jetzt an den Leuten vorbeidrücken." Der High Line Park, entstanden entlang einer ehemaligen Güterzugtrasse im Westen von Manhattan, war in den vergangenen Tagen oft derart überfüllt, dass sich am Ende keiner mehr bewegen konnten.

Auch im Central Park werden im Lauf des Jahres mehr als 42 Millionen Besucher erwartet. "Hier hingegen ist alles ruhig und friedlich", sagt Michael Chaveriat. Obwohl das an diesem Wochenende ausnahmsweise mal gar nicht zutrifft. Ein Musikfestival findet statt (aber außer Hörweite), und die nationale Drohnen-Meisterschaften (keine 150 Meter entfernt). Alle paar Minuten kreist so ein Mini-Flieger in der Luft und klingt dabei wie eine aggressive Wespe mit Mikrofonen an den Flügeln. Doch trotz Drohnen ist der Lärmpegel hier deutlich niedriger als in der Stadt New York. Messungen haben ergeben, dass sie im Durchschnitt mit 70 Dezibel vor sich hindröhnt.

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