US-Flugmagazin "Sky Mall" Im Himmel der unnützen Dinge

Sie wollen auch den Vorgarten-Yeti sehen? Klicken Sie auf die Lupe.

(Foto: Quelle: Skymall.com)

Leucht-Toiletten! Yeti oder Bigfoot für den Vorgarten! Menschen, die schon alles haben, werden in "Sky Mall" immer noch fündig. Das Verkaufsmagazin ist seit 25 Jahren Flugbegleiter amerikanischer Airlines. Doch bald ist Schluss mit lustig.

Von Viola Schenz

Ein Batterienregal, ein Toilettensitz, der nachts leuchtet, eine Tennisballmaschine für Hunde. Menschen, die alles besitzen und nichts mehr brauchen, werden in Sky Mall doch wieder fündig. Das Magazin ist seit 25 Jahren steter Flugbegleiter amerikanischer Airlines, eingeklemmt zwischen Kotztüte und laminiertem Notfallplan in der Rückenlehne des Vordersitzes.

Eigentlich ein reiner Katalog, aber die Absurdität seiner Produkte macht ihn zu einem Magazin mit hohem Unterhaltungswert - vor dem es kein Entrinnen gibt: Man greift danach, aus Neugier, aus Langeweile, um sich von der Flugangst abzulenken. Knapp 90 Prozent der Passagiere erreicht Sky Mall nach eigenen Angaben, und damit im Jahr 650 Millionen Durchblätterer und Liebhaber überflüssiger Güter.

Sogar TV-Karriere hat der Katalog gemacht, jüngst in der hochdekorierten Serie Breaking Bad, als sich Drogenfahnder Hank Schrader damit rühmt, sein GPS-Spezialgerät über Sky Mall gefunden zu haben.

Das Magazin Sky Mall und seine absurden Produkte hatten 25 Jahre lang einen hohen Unterhaltungswert auf Flugreisen - nun ist die Zeitschrift pleite.

(Foto: SkyMall)

Inzwischen jedoch ist die clevere Grundidee, die Sky Mall-Gründer Robert Worsley 1990 hatte, dem Blatt zum Verhängnis geworden. Worsley nutzte die damals aufkommende Elektronik in den Flugzeugsitzen, in dem Fall die Telefone, für seine Zwecke: Die Sachen aus dem Katalog konnte man telefonisch bestellen, am Ziel wartete, wenn alles klappte, das bestellte Produkt, fertig zum Mitnehmen, angeliefert aus einem Warenlager in Flughafennähe.

Doch an die Stelle der Telefone ist längst eine umfassende Unterhaltungsmediathek getreten. Wer blättert noch durch Kataloge, wenn er dutzende Filme, Konzerte, Shows und Spiele vor der Nase hat? Die Aufträge sackten ein, Sky Mall starb einen langsamen Tod. Xhibit, eine Firma für Digitalwerbung und derzeit Haupteigentümer, hat jetzt Konkurs angemeldet.

Und die restlichen Batterieregale, Toilettensitze, Ballmaschinen? Werden versteigert - oder online weiter verkauft.

Was für eine Schande!

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