US-Fluggesellschaft Southwest AirlinesSchockierende Ansichten

Peinlich berührt musste eine Passagierin kurz vor dem Einsteigen ins Flugzeug zurücktreten: Ihr Dekolleté wurde von einem Crew-Mitglied von Southwest Airlines als "nicht angemessen" für den Familienflieger befunden. Sie war nicht die einzige, die der strengen Airline nicht ins Konzept passte.

Die US-Fluggesellschaft Southwest Airlines hat sich einen Namen gemacht - als Billig-Airline und als Unternehmen mit strengen Vorgaben bezüglich des Auftretens ihrer Passagiere. Wer sich daran nicht hält, fliegt raus. Die Beispiele.

Der Wetterbericht hatte einen heißen Juni-Tag vorausgesagt und so beschloss eine US-Amerikanerin, auf ihrem Flug von Las Vegas nach New York ein locker sitzendes Kleid zu tragen. Ein Fehler. Denn am Gate von Southwest Airlines beschied ihr ein Crew-Mitglied, dass ihr wohlgerundetes Dekolleté für die anderen Fluggäste nicht zumutbar sei. Erst als die Passagierin ein bis obenhin zugeknöpftes Hemd über dem beanstandeten Ausschnitt trug, durfte sie die Maschine betreten.

Das sittenstrenge Crew-Mitglied legte nicht etwa eigene Maßstäbe an, sondern setzte Vorgaben um, die im Beförderungsvertrag der Airline stehen. Passagiere, die "vulgär, obszön oder offensichtlich anstößig" gekleidet sind, heißt es dort, bekommen keinen Zugang zum Flugzeug. Ein gut ausgefüllter Ausschnitt passte offenbar nicht zu der vom Unternehmen gewünschten "familienfokussierten" Atmosphäre an Bord - die Design-Spielerei eines anderen Fluggastes dagegen schon.

"In der Reihe vor mir trug ein Typ ein T-Shirt mit einer durchsichtigen Plastikapplikation auf der Brust, hinter der sich ein Kondom befand", klagte die beschämte Passagierin im US-Blog Jezebel, "der hatte keine Probleme an Bord zu kommen." Als "Geste des guten Willens" hat die Fluggesellschaft ihr nun eine Entschuldigung und eine Entschädigung angeboten - in einem anderen Fall war Southwest Airlines weniger kompromissbereit.

Bild: istock 19. Juni 2012, 16:322012-06-19 16:32:00 © Süddeutsche.de/dpa/AP/AFP/New York Times/jezebel/dd/kaeb/boen/jobr