Kolumne „Hin und weg“Warum eigentlich Urlaub?

Lesezeit: 1 Min.

Einfach drauflosfahren? Also bitte. Eine „Whycation“ will wohlüberlegt sein.
Einfach drauflosfahren? Also bitte. Eine „Whycation“ will wohlüberlegt sein. (Foto: Alba Vitta/IMAGO/Addictive Stock)

Egal wohin, Hauptsache man weiß, weshalb. Der neueste Trend ist da: Whycation.

Glosse von Irene Helmes

Dank der rechtzeitigen Ermahnungen durch wohlmeinende Werbetreibende seit Sommerende („Zeit zum Dekorieren!“, „Dein Geschenke-Guide!“, „Adventskalender fast ausverkauft!“) ist klar: Wer das Leben im Griff hat und seine Lieben liebt, hat 24 Türchen nun befüllt und die guten Gaben bestellt. Die Kettenreservierung fürs Silvesterchalet ist ohnehin schon seit dem 1.1. automatisch bestätigt.

Profis des gelingenden Alltags haken den bevorstehenden Jahreswechsel damit also gedanklich ab und wenden sich motiviert ihrer nächsten Work-Life-Challenge zu: der Urlaubsplanung für 2026. Und zwar einem eindeutigen Trend folgend, wenn man der aktuellen Umfrage einer Hotelkette zur kommenden Saison glaubt. Darin heißt es so eindeutig wie vielsagend: „Deutsche Reisende suchen nach Reisen, die einen klaren Zweck und emotionale Beweggründe haben.“

Soso! Profis des gelingenden Alltags, die zudem trendbewusst planen, nutzen nun also den restlichen November, bevor Adventsmärkte, Festgelage und gute Neujahrsvorsätze die Sinne vernebeln werden, für ein paar generelle Überlegungen zum Wieso, Weshalb, Warum ihres nächsten Urlaubs. Diese sind laut Umfrage für eine „Whycation“ nämlich entscheidender als der Zielort.

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Ist ja schon mal entlastend zu wissen, dass das Wohin mittlerweile wurscht ist. Wer ehrlich in sich hineinhört, hatte dies ohnehin längst geahnt. Ob die Erinnerungsbilder vor der Kulisse von Almhütten, Palmen, Museen oder von Quallen durchsetzten Wellen aufgenommen wurden, war doch schon die vergangenen Male weniger wichtig, als dass das Kind endlich! in! die! Kamera! schaut! Wie soll man das denn sonst im nächsten Familien-Fotokalender … Aber nicht abschweifen, zurück zum Why, zum klaren Zweck und den emotionalen Beweggründen.

Anstatt nun lange Abende damit zu verplempern, inspirierende Städteporträts und Landschaftsbeschreibungen zu lesen auf der Suche nach einem sehenswerten Urlaubsort, dürfen sich achtsame Whycationer auf die Sinnfrage konzentrieren. Sie schließen die Augen und visualisieren sich samt Reisegesellschaft in typischen Situationen samt Zweck und Emotion. Doch Moment. Bevor das in eine schwer kontrollierbare Tiefenanalyse abgleitet, in deren Folge man womöglich ganz grundsätzlich ein paar Dinge im Leben anders angehen müsste, bietet der erwähnte Report dem Herdenwesen Urlaubsmensch zum Glück Orientierung und eine „klare Priorität“: 63 Prozent – ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr – geben Erholung und Entspannung als Hauptmotivation an. Na dann, ist ja gerade noch einmal gutgegangen.

Die Autorin hat die Urlaubsorganisation für 2026 an ihren Mann verloren und plant derzeit zum Trost die Unterwegs-Neujahrsausgabe.
Die Autorin hat die Urlaubsorganisation für 2026 an ihren Mann verloren und plant derzeit zum Trost die Unterwegs-Neujahrsausgabe. (Foto: Bernd Schifferdecker)
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