Urlauber-Krawalle an der Costa Brava:Klimaanlage defekt - Touristen randalieren

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Brennende Müllcontainer und Straßenschlachten mit der Polizei: In der spanischen Urlauberhochburg Lloret de Mar haben eine ausgefallene Klimaanlage und die Räumung einer Disco für Ärger bei jungen Urlaubern gesorgt. Auch Deutsche waren an den Auseinandersetzungen beteiligt.

In der spanischen Urlauberhochburg Lloret de Mar haben junge Touristen randaliert und sich Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. Bei den Krawallen in der Nacht zum Donnerstag wurden in dem Ferienort an der Costa Brava im Nordosten Spaniens 22 Menschen leicht verletzt, unter ihnen auch neun Polizisten. Die Polizei nahm 20 mutmaßliche Randalierer zwischen 18 und 22 Jahren fest, unter ihnen auch drei Deutsche.

Überfüllter Strand katalanische Mittelmeerküste

Menschenmassen drängen sich am Strand von Lloret de Mar. Jetzt haben dort erneut Krawall-Touristen randaliert.

(Foto: dpa/dpaweb)

Der Auslöser der Ausschreitungen war nach Polizeiangaben der Ausfall einer Klimaanlage in einer großen Diskothek. Wegen der Hitze wurde mehreren Gästen schwindelig. Die Betreiber des Lokals ließen die Notausgänge öffnen, damit die Besucher an die frische Luft gelangen konnten. Zugleich wollten am Eingang immer mehr junge Leute eingelassen werden.

Als die Polizei daraufhin den Eingang blockierte und niemanden mehr in die Disco hineinließ, begannen hunderte frustrierte Nachtschwärmer zu randalieren. Sie bewarfen die Beamten mit Bierflaschen, zertrümmerten die Scheiben von Polizeifahrzeugen, setzten Müllcontainer in Brand und zerstörten Reklametafeln. Die Auseinandersetzungen dauerten drei Stunden, berichtet die spanische Zeitung El Pais.

Die Krawalle lösten in Lloret de Mar Empörung aus. Die Urlauberhochburg fürchtet um ihren Ruf. Bereits am vergangenen Wochenende hatten sich dort etwa 400 junge Urlauber nächtliche Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. Damals war die Randale dadurch ausgelöst worden, dass die Diskotheken um vier Uhr morgens schlossen und Gäste verbittert darüber waren, dass sie nicht weiterfeiern konnten.

Der katalanische Innenminister Felip Puig kündigte an, die Sicherheitskräfte würden künftig härter gegen Krawall-Touristen vorgehen. "Es ist genug", zitiert ihn El Pais. "Einige Ausländer glauben, sie könnten sich bei uns Dinge erlauben, die man bei ihnen daheim nicht durchgehen ließe."

Bürgermeister Romà Codina will die Polizeipräsenz im Diskothekenviertel verstärken und notfalls auf den Straßen Überwachungskameras installieren lassen. Er führte die Krawalle auf die Ausbreitung des "Sauf- und Billigtourismus" zurück. "Einige Lokale schenken jungen Leuten alkoholische Getränke von miserabler Qualität zu Mini-Preisen aus. Das werden wir nicht mehr zulassen."

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