Urlaub auf MallorcaVerschärfte Kontrollen der Reisenden

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Der Flugverkehr auf der spanischen Ferieninsel hat sich normalisiert - doch Urlauber sollten sich auf besonders genaue Sicherheitskontrollen einstellen.

Einen Tag nach dem Terroranschlag läuft der Flugbetrieb auf Mallorca wieder weitgehend normal. Auch auf Flügen von und nach Deutschland kommt es nach Angaben der Fluggesellschaften nicht mehr zu Verzögerungen. Einige Maschinen von Air Berlin landeten am Freitagmorgen sogar vor der planmäßigen Ankunftszeit. Bereits in der Nacht hatte sich der Betrieb wieder normalisiert, weil es auf Mallorca kein Nachtflugverbot gibt. Die spanische Polizei hatte den Flughafen am Donnerstag nach dem Anschlag in Palmanova für knapp zwei Stunden geschlossen.

Bomben auf Mallorca
:Terroranschlag auf der Ferieninsel

Bei einem Sprengstoffanschlag auf Mallorca sind zwei Polizeibeamte ums Leben gekommen. Offenbar steckt die Eta hinter dem Attentat.

Flugzeuge, die zum Zeitpunkt der Flughafenschließung am Donnerstag schon unterwegs waren, kehrten entweder um oder nutzten Flughäfen auf anderen Inseln oder dem spanischen Festland, wie der Sprecher der Deutschen Flugsicherung (DFS), Axel Raab, sagte.

Alle Flüge von Palma nach Deutschland sowie die Verbindungen in umgekehrter Richtung konnten am späten Donnerstagabend noch abgewickelt werden - und landeten wegen der Nachtflugverbote in Deutschland vielerorts mit Ausnahmegenehmigungen. Die meisten Reisenden hätten direkt zu ihrem Zielflughafen gebracht werden können, erklärte Air-Berlin-Sprecherin Yasmin Born. Lediglich in einem Fall sei statt Dortmund der Flughafen Münster angeflogen worden.

Das Auswärtige Amt rät Urlaubern, mit ihren Reiseveranstaltern in Kontakt zu treten, und empfiehlt, sich auf zusätzliche Kontrollen bei der Ein- und Ausreise einzustellen. Generell warnt das Auswärtige Amt vor Anschlägen der baskischen Terrorgruppe Eta.

Zwar hätten die Terroristen vor Attentaten auf touristische Einrichtungen bislang stets die Behörden vorher informiert - doch wenn die Sicherheitskräfte selbst das Ziel seien wie bei dem Bombenattentat auf das Auto der Guardia Civil, warne die Eta vorher nicht, auch wenn "die Gefahr besteht, dass unbeteiligte Dritte zu Schaden kommen".

Wegen der Terrorgefahr seien an belebten Plätzen und rund um wichtige Einrichtungen die Sicherheitsvorkehrungen vom spanischen Innenministerium erhöht worden.

Deutsche Reiseveranstalter und Fluggesellschaften erwarten eine rasche Normalisierung des Ferienbetriebs. Zunächst müsse zwar mit verstärkten Sicherheitskontrollen gerechnet werden, sagte eine Sprecherin des Deutschen Reiseverbands (DRV). "Es ist aber keine Stornierungswelle zu erwarten. Dafür gibt es keine Anzeichen." Auch die derzeit nach DRV-Angaben etwa 150.000 bis 200.000 deutschen Urlauber auf Mallorca wollen ihren Urlaub fortsetzen. Die Situation auf Mallorca sei ruhig, sagte eine Tui-Sprecherin. Beim Konkurrenten Rewe erwartet man auch keine langfristigen Auswirkungen. "Mallorca ist und bleibt ein Lieblingsziel der Deutschen", sagte eine Sprecherin. Selbst der Ausbruch der Schweinegrippe habe daran nichts geändert. Spanien ist mit jährlich 2,5 Millionen Besuchern das beliebteste Auslandsreiseziel der Deutschen.

"Haben erst alles im Internet erfahren"

Donnerstag Nacht berichteten Mallorca-Rückkehrer am Düsseldorfer Flughafen, dass sie außer der verspäteten Heimreise kaum etwas von dem Terroranschlag mit zwei Toten in Palmanova mitbekommen hatten. Die meisten Urlauber berichteten von relativ geordneten Verhältnissen am Flughafen in Palma. "Es war nicht so dramatisch. Wir haben gar nicht viel mitbekommen", erzählt die 20-jährige Tamara Blöhse. Die Reiseleitung habe ihnen versichert, dass alles geordnet ablaufen werde.

Pierre Ortelt beklagt dagegen, dass vor Ort kaum Informationen herausgegeben wurden: "Wir haben es alles erst im Internet erfahren." Weil besorgte Verwandte anriefen, erfuhr Irina Kuhn vom Terroranschlag. "Ich hatte schon ein mulmiges Gefühl", erzählt die 21 Jahre alte Euskirchenerin. Aber am Flughafen sei dann alles normal verlaufen. "Es war ja für mich nur noch eine Verzögerung."

© sueddeutsche.de/dpa/AP/kaeb - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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