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Unterschiedliche Ticketpreise im Flugzeug:"Glück und Flexibilität"

Lohnt es sich also, aus der Buchung eine Lotterie zu machen und auf günstige Last-Minute-Angebote zu spekulieren? Jein. "Mit Last Minute lassen sich immer mal wieder Schnäppchen erzielen", sagte Pascal Klopp, Autor der Studie "billigflieger.de Flugmonitor 2011" zu Süddeutsche.de. "Dazu muss man allerdings Glück haben und in seinen Wunschzielen sehr flexibel sein." Die günstigeren Durchschnittspreise erzielten aber Frühbucher. "Bei innerdeutschen Flügen zahlen Frühbucher mit mindestens zehn Wochen Abstand zwischen Suche und Abflug nur die Hälfte dessen, was Spontan-Reisende berappen müssen, die innerhalb einer Woche fliegen möchten," so Klopp. Ob man aber morgens, mittags, abends, während der Woche oder am Wochenende buche, habe keinen dominanten Einfluss auf das Preisgefüge. Preisvorteile böten aber Sonderaktionen der Anbieter.

Wie Klopp rät auch Falk Murko von der Stiftung Warentest dazu, vor der Buchung die Ticketpreise aller wichtigen Anbieter mit Hilfe von Meta-Suchmaschinen zu vergleichen. Doch selbst das darin entdeckte Billig-Ticket kann den Fluggast teurer kommen, als ihm lieb ist. Grund seien etliche Zuschläge, die zum reinen Ticketpreis hinzukommen, zum Beispiel für das Gepäck, eine voreingestellte Reiserücktrittversicherung oder das Bezahlen mit der Kreditkarte.

Eigene Unwägbarkeiten vor der Buchung bedenken

Fluggäste sollten außerdem eigene Unsicherheiten vor der Buchung bedenken: Womöglich kann der Geschäftsflug wegen Terminverschiebung nicht angetreten werden oder es muss genug Zeit für das Umsteigen oder das Erreichen eines Zuganschlusses eingeplant werden. Wer sich dann zum Beispiel nicht für den günstigsten Lufthansa-Tarif auf der gewählten Strecke entscheidet, "kauft sich über den höheren Preis mehr Flexibilität, zum Beispiel in Form von günstigeren Storno- und Umbuchungsbedingungen", so Lufthansa-Sprecher Boris Ogursky zu Süddeutsche.de.

Doch auch wer Flugreisen direkt bei der Airline bucht, sichert sich damit nicht automatisch das günstigste Ticket. Einerseits fallen hier Preisaufschläge weg, die Online-Reisebüros erheben, um Gewinne zu erzielen. Andererseits gewähren viele Fluggesellschaften den Reisebüros Preisnachlässe, weil sie große Ticketmengen abnehmen. "So können die Preise der Reisebüros selbst mit Aufschlag unter den offiziellen Airline-Preisen liegen", sagt Pascal Klopp. Bei Stornierung oder Umbuchung sind dafür die direkten Airline-Kunden im Vorteil: Sie sparen sich möglicherweise Service-Gebühren, die der Vermittler erhebt.

Wer die Nerven hat und flexibel ist, was Datum und Uhrzeit betrifft, kann also weiter Last-Minute buchen oder auf einen für ihn nicht vorhersehbaren Preis-Glücksfall im Computermodell hoffen. Wer kein Risiko eingehen will, sichert sich die günstigsten Ticketpreise bis zu ein Jahr im voraus oder mit dem Erscheinen des jeweiligen Sommer- beziehungsweise Winterflugplans. Alle anderen sollten ihr Ticketglück bis zu drei Monate vor dem gewünschten Abflugtermin versuchen - oder sich einfach über den womöglich teureren, leeren Sitz neben sich im Flugzeug freuen und wissen: Ja, es war der richtige Zeitpunkt.

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