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Umstrittene Stierhatz in Pamplona:Hemingways blutiges Rennen

Das Traditionsfest zu Ehren des Schutzheiligen San Fermín von Pamplona in Spanien wurde durch Ernest Hemingways "Fiesta" berühmt - der Schriftsteller rannte selbst mit den Stieren.

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Quelle: AP

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Erst wird gefeiert, dann gerannt - gemeinsam mit tonnenschweren Stieren, die panisch durch enge, überfüllte Gassen mit rutschigem Kopfsteinpflaster rasen. Die traditionelle Stierhatz zur Feier von Pamplonas Schutzheiligem San Fermín endet auf jeden Fall blutig.

Stierhatz in Pamplona

Quelle: dpa

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Verletzte gibt es immer, Tote immer wieder, und die Stiere sterben am Abend in der Arena. Dennoch zieht das Rennen mit den Stieren ...

Runners sprint alongside Penajara fighting bulls at the town hall curve during the first running of the bulls on the second day of the San Fermin festival in Pamplona

Quelle: Reuters

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... Touristen aus aller Welt an. Das liegt vor allem an dem Roman Fiesta (The Sun Also Rises) aus dem Jahr 1926, in dem Ernest Hemingway dem Brauch in der Hauptstadt der nordspanischen Region Navarra huldigt. Der Autor ...

A runner runs in between the horns of a Penajara fighting bull before the first day of the running of the bulls during the San Fermin festival in Pamplona

Quelle: Reuters

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... war selbst mehrmals mit den Stieren gelaufen. Gerade junge Besucher aus angelsächsischen Ländern wollen es ihrem Vorbild nachmachen - oft mit fatalen Folgen. Dieser Läufer hatte ...

Stierhatz San Fermin Pamplona Spanien

Quelle: Reuters

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... großes Glück: Er wurde von einem Stier am Ärmel erwischt, das spitze Horn zerriss aber lediglich das T-Shirt. Bei dem ersten Lauf in diesem Jahr wurden 60 Menschen verletzt, für drei Teilnehmer endete das Spektakel im Krankenhaus. Darunter war ein 18-jähriger Australier, der nahe der Stierkampfarena stürzte und sich eine Gehirnerschütterung zuzog. Am zweiten Tag ...

A runner is knocked down by a Cebada Gago fighting bull at Estafeta Corner during the second running of the bulls on the third day of the San Fermin festival in Pamplona.

Quelle: Reuters

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... der traditionellen Stierrennen sind zwei Männer von den Tieren auf die Hörner genommen worden. Einer von ihnen erlitt nach Krankenhausangaben schwere Verletzungen am Brustkorb, dem anderen durchbohrte ein Horn ein Bein. Vier weitere Menschen wurden nach Stürzen verletzt in Kliniken eingeliefert, sie litten an Prellungen.

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Quelle: AFP

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Schon am Tag vor dem ersten Stierrennen wird gefeiert: Nach altem Brauch signalisiert der Abschuss einer Leuchtrakete vom Rathausbalkon den Beginn des Festes. Zum Auftakt am 6. Juli kamen ...

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Quelle: AP

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... Zehntausende weiß-rot gekleidete Menschen im Zentrum Pamplonas zusammen. Sie jubelten, als der Ruf "Viva San Fermín, gora San Fermín!" (Es lebe der Heilige San Fermín) auf Spanisch und Baskisch ertönte. Die Feierlichkeiten dauern bis zum 14. Juli, zu den "204 Stunden Fiesta nonstop" werden bis zu eine Million Besucher aus aller Welt erwartet. Das ist das Fünffache der Einwohnerzahl Pamplonas. Bei der Stierhatz ("encierro") werden vom 7. Juli an jeden Morgen ...

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Quelle: AP

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... sechs Kampfstiere durch die Gassen der Altstadt bis in die Arena getrieben, ihnen vorweg zahme Leitochsen mit Glocken um den Hals. Diese sollen nicht nur den Weg weisen, sondern auch beruhigend auf die verängstigten Stiere wirken. Abends werden die Stiere von den Toreros getötet. Hunderte junge Männer rennen ...

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Quelle: AP

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... auf dem 825 Meter langen Weg zur Arena vor, zwischen und hinter den Stieren - einige werden von diesen auf die Hörner genommen oder ...

A fallen runner tries to push a Penajara fighting bull away during the first day of the running of the bulls during the San Fermin festival in Pamplona

Quelle: Reuters

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... niedergetrampelt. Nur mit einer zusammengerollten Zeitung dürfen sich die Läufer - "mozos" genannt - die verängstigten Tiere vom Leib halten. Zweieinhalb bis drei Minuten dauert der Lauf.

A fighting cow leaps over revellers during festivities in the bull ring during the San Fermin festival in Pamplona

Quelle: Reuters

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In der Arena wollen Festbesucher so nah wie möglich an die Tiere herankommen. Die bis zu 600 Kilogramm schweren Kampfstieren werden dafür durch Jungtiere ersetzt, ihre Hörnerspitzen umwickelt.

A reveller is tossed by a fighting cow during festivities in the bull ring during the San Fermin festival in Pamplona

Quelle: Reuters

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Bei dem Lauf durch Pamplonas Gassen werden jedes Jahr Hunderte Läufer verletzt. Seit 1924 starben 15 "mozos", zuletzt zahlte 2009 ein 27-jähriger Spanier mit dem Leben. Von Tierschützern wird das Spektakel scharf kritisiert.

Fiesta De San Fermin Running Of The Bulls Day 1

Quelle: Getty

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Tiere für Unterhaltungszwecke zu quälen, sei eine Praktik aus dem finsteren Mittelalter, sagt Peta-Kampagnenleiterin Tanja Wiemann. "Wenn Spanien sich zum modernen Europa zählen will, muss es die beschämenden Stierkämpfe ein für alle Mal beenden." Doch dem steht in Pamplona nicht nur die Tradition entgegen.

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Quelle: AP

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Pamplona lässt sich das Fest, zu dem auch ein Kulturprogramm mit Konzerten, Umzügen, Theater und Ausstellungen gehört, fast drei Millionen Euro kosten. Und rechnet mit Einnahmen von 74 Millionen Euro - Hemingway sei Dank.

© sueddeutsche.de/kaeb/dpa/APN/jj

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