Knigge für UrlaubsländerWo Trinkgeld eine Beleidigung ist

Gut gemeint heißt nicht immer gut gemacht: In welchen Urlaubsländern wie viel Trinkgeld angebracht ist - und wo Sie als spendabler Tourist unangenehm auffallen.

Wenn Menschen reisen, lernen sie nicht nur die Sitten ihres Gastlandes kennen - sie beeinflussen diese auch. War das Trinkgeld-Prinzip in manchen Regionen noch völlig unbekannt, wissen nun auch dort niedrigentlohnte Dienstleister das Zusatzgeld zu schätzen. Doch in manchen Ländern ist die kleine Anerkennung in Form von Bargeld noch immer unüblich - oder sogar eine Beleidigung. In aller Welt ist diese Dankesgeste übrigens ein Affront, wenn sie zu knauserig ausfällt: Wer nur ein paar Cent drauflegen will, spart sich das besser.

Frankreich

In französischen Restaurants ist Trinkgeld eine freiwillige und zugleich unfreiwillige Angelegenheit: Denn einerseits ist das "pourboire" bereits im Preis enthalten, auf der Rechnung wird es meist aufgeführt als "Service compris 15%". Andererseits freut sich der Garçon trotzdem, wenn Gäste auf dem Tellerchen oder Korb mit der Rechnung ein paar Euro liegenlassen, ein kleiner Betrag reicht aus. Gleich beim Bezahlen aufzurunden, ist nicht üblich und derartige Wünsche werden von den meisten Kellnern geflissentlich überhört - sie geben einfach das Rückgeld komplett zurück. Was nicht heißt, dass sie die Münzen auf dem Tellerchen nicht gerne einkassieren würden. Übrigens zahlen Gruppen besser gemeinsam beziehungsweise erst einmal einer aus der Runde, fein säuberlich auseinander dividieren kann man dann hinterher.

Im Hotel steckt man dem Zimmerpersonal ebenfalls einige Euro zu oder lässt Geld am Badspiegel zurück. Und wer in so teuren Hotels absteigt, dass er die Dienste von Kofferträgern oder Portiers in Anspruch nehmen kann, sollte sich auch bei diesen erkenntlich zeigen. Im Taxi wird der Fahrpreis aufgerundet, am besten um zehn Prozent der Gesamtrechnung.

Sie grüßen mit einem knappen "Bonjour"? Oh, mon Dieu! Der Reiseknigge für Frankreich.

Bild: Bram Naus/Unsplash 12. Juni 2019, 05:172019-06-12 05:17:36 © SZ.de/kaeb/dd/edi