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Trend bei Studien- und Erlebnisreisen:Von der Ferne in die Nähe

Verheerende Brände in Australien, Proteste in vielen Ländern Südamerikas, Coronavirus in China - trotz vieler Krisenherde weltweit verzeichnen Veranstalter von Studien- und Erlebnisreisen ein robustes Wachstum im zweistelligen Bereich. Sehe man von China und dem Iran ab, laufe das Geschäft gut, schreibt die Wochenzeitung touristik aktuell. So berichteten G Adventures, SKR oder Hauser Exkursionen trotz allem von einem guten Jahresstart mit zweistelligen Zuwächsen. Jetzt gehe es darum, den Kunden die Angst vor den Nachbarländern Chinas, etwa Vietnam, Laos oder Kambodscha zu nehmen - und so Ansteckungseffekte für diese Länder zu vermeiden.

Diese Einschätzung teilt Frano Ilić, Pressesprecher bei Studiosus, Deutschlands größtem Anbieter von Studienreisen, nicht. Studiosus stellt seit Jahresbeginn eine deutliche Buchungszurückhaltung fest. "Bei den Reisezielen gibt es Gewinner und Verlierer", sagt Ilic. Iran und der Nahe Osten zählen zu Letzteren. Seit Beginn des Jahres habe Studiosus zwei Iran-Reisen abgesagt. Auf der Gewinner-Seite sieht er klar Island, Armenien, Georgien und nach wie vor Südafrika.

Der Wanderreiseveranstalter Wikinger Reisen sieht eine Ausweichbewegung bei den Buchungen, die insgesamt sehr gut liefen. "Ich glaube, man kann jetzt schon sagen, dass 2020 kein Fernreisejahr wird", sagt Eva Machill-Linnenberg von der Wikinger-Pressestelle.

Stattdessen verzeichnet das Unternehmen einen überdurchschnittlichen Zuwachs bei den Benelux-Staaten, bei Skandinavien, Spanien und den Alpenländern. Eindeutige Gewinner seien Deutschland und Ziele, die per Bahn zu erreichen sind.

© SZ vom 27.02.2020 / SZ
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