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Teneriffa:Bäume für besseres Klima - auch im übertragenen Sinn

Immerhin hat Teneriffa 2015 mit dem bescheidenen Projekt zur Klimaneutralität, "Huella Cero", begonnen, zunächst bei einzelnen Projekten: eine internationale Wanderwoche, Pressereisen, Konferenzen. So haben die Teilnehmer der ersten beiden Ausgaben des "Walking Festivals" 300 Tonnen Treibhausgas produziert. Dafür wurden 1200 Bäume gepflanzt, in einem Waldgebiet oberhalb des Ballungsraumes von Santa Cruz. Aber kann man auch versuchen, die CO₂-Bilanz von sechs Millionen Touristen derart zu kompensieren? Das wären wohl eine Menge Bäume. Und wie viele braucht man für die Bewohner? Ist die Insel dafür nicht zu klein?

Der Umweltwissenschaftler Miguel Angel Noriega, der für die Inselregierung arbeitet, sagt, so ein Ausgleich sei möglich. Einerseits sei die Insel ja zu einem Viertel von Wald bedeckt, vor allem Kiefern-Monokulturen aus den 1970er-Jahren. Deren CO₂-Kapazität wird gerade mit frisch gepflanztem Unterholz verbessert. Außerdem reduziere die Insel allmählich ihre Emissionen.

Für die Wanderer von 2017 und 2018 müssten nur noch 244 Tonnen ausgeglichen werden, hat Noriega ausgerechnet: weniger Faltblätter, Unterkunft für die Wanderer nur noch im Doppelzimmer, Transportunternehmen aus der unmittelbaren Nähe des Hotels. Kleine Schritte. Und dann käme ja demnächst sowieso die Energiewende, meint er.

E-Autos kann man an vielen Stellen laden - doch die Fahrzeuge sind noch zu teuer

Auch Manuel Cendagorta-Galarza, Leiter des Innovations- und Technologieparks Iter im Süden, sieht das so. "In zehn, 15 Jahren ist sie hier vollzogen", sagt er. Photovoltaik sei mittlerweile die billigste Energiequelle, "und die Kanaren haben ein enormes Potenzial". Iter plant einen Park zur Produktion von 350 Megawatt, der mit Solarmodulen auf Gebäuden ergänzt werden müsste, findet Cendagorta-Galarza. "Mit einem Viertel der Dächer decken wir den gesamten Bedarf." Und die Insel bereitet sich auf Elektroautos vor: Hunderte Lademöglichkeiten gibt es bereits, wer ein E-Auto kauft, muss keine Mehrwertsteuer zahlen. Allerdings sind die Stromer den meisten Insulanern immer noch zu teuer.

Wird sich das Bäumepflanzen also irgendwann erübrigen? Der Wissenschaftler Noriega und der Politiker Valbuena hoffen nicht, denn Wald festigt ja auch Boden, sammelt Wasser und gibt Einheimischen und Besuchern das zurück, was die spanischen Eroberer vor mehr als 500 Jahren abzuholzen begannen: Lorbeer- und Gagelbäume, Kreuzdorn, Stechpalme, Baumheide, Farne und Moose.

Auf Teneriffa gibt es nun wieder ein bisschen mehr davon, 1200 Gagelbäume zum Beispiel. Sie sollen mit den anderen Arten zu einem immergrünen, heimischen Wald zusammenwachsen, wo sich die Wolken, die der Passatwind über die Inseln schickt, verfangen können. Und dann entsteht das, was die Kanaren trotz allem so wunderbar und einzigartig macht: gespenstische Nebelwälder.

Reiseinformationen

Übernachten: Hotel Botánico, Puerto de la Cruz. DZ mit Frühstück ab 197 Euro, www.hotelbotanico.com

Essen: Lokale Hausmannskost zu guten Preisen gibt es in den Guachinches, einfachen, von Familien betriebenen Restaurants, www.webtenerife.de (Aktivitäten / Essen und Trinken).

Weitere Auskünfte: www.webtenerife.com

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