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Tourismus in der Türkei:Blogger und Verzweiflungspreise

Der Blick in den Hafen von Antalya.

(Foto: Maier-Albang)

Antalya im November ist warm, schön - und menschenleer. Wirte, Hoteliers und Reiseveranstalter suchen mit ungewöhnlichen Maßnahmen nach Gästen. Und der Bürgermeister erklärt den Urlaub im Land zur patriotischen Pflicht.

Das Boot hat kaum abgelegt, schon verwandeln Esin und Tuğçe das Deck in eine Tanzfläche. Die eine hat die Lippen lila gefärbt, bei der anderen betont eine superenge Jeans die Taille. An Bord sind 40 Mädchen, ein Klassenausflug aus dem Hinterland, viele tragen Kopftuch und sehen auch sonst sehr anders aus als die Eintänzerinnen. Aber sie machen mit. Also: Party am Samstagnachmittag! Das Schiff passiert den Kleinen Wasserfall, macht eine Runde übers offene Meer, das in der Sonne glitzert. Die Spitzen des Taurus-Gebirges sind noch schneefrei, es ist warm diesen November in Antalya. Und trotzdem sind die einzigen Urlauber an Bord ein Mann und seine Frau aus Saudi-Arabien. "Zu Hause darf sie nicht mal Auto fahren", sagt er, es schwingt Bedauern mit. Sie hat ihre Vollverschleierung ab- und ein geblümtes Kopftuch angelegt, jetzt wippt sie im Takt, sagt: "So schön ist die Türkei." Und so frei - je nach Standpunkt des Betrachters. Dûman hat da einen anderen.

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