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Tour in Bildern: Saas-Fee:Im Reich der kämpfenden Kühe

Das Wander- und Bikeparadies Saas-Fee in der Schweiz ruht vor dem Panorama der 18 Viertausender - doch beim Almauftrieb wird es wild.

Stefan Herbke

12 Bilder

Touren in den Bergen, Saas-Fee Schweiz, Herbke

Quelle: SZ

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"Die Perle der Alpen", wie sich Saas-Fee als Höhepunkt des langen Saastales werbewirksam nennt, ist wirklich ein Bergparadies - und das liegt nicht nur an den durchschnittlich 300 Sonnentagen im Jahr. Von den 18 Viertausendern, die das Saastal umrahmen, sind 13 von Saas-Fee aus zu sehen - mit ihren eindrucksvollen, von Spalten zerfurchten Gletschern über im Sommer saftig grünen, im Herbst leuchtend gelben Lärchenwäldern bilden sie eine unverwechselbare Kulisse. Es gibt genügend Möglichkeiten, das Tal zu erkunden: Das Wandernetz im Saastal ist 350 Kilometer lang.

Erholung findet man auch in Saas-Fee selbst, denn hier herrscht Verkehrsruhe: Nur Elektroautos sind erlaubt, alle Benziner und Dieselfahrzeuge schluckt ein großes Parkhaus am Ortseingang. Gleich dahinter beginnt die schönste Schweizer Fußgängerzone: Ab hier geht man zu Fuß - oder nimmt eine der Bergbahnen, mit denen man ohne Anstrengung bis auf den 3500 Meter hohen Mittelallalin kommt.

Foto: Herbke

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Die Aussichtskanzel mit dem höchsten Drehrestaurant der Welt ist umgeben von riesigen Gletschern, die man bei einem Besuch des größten Eispavillons weltweit auch von innen bewundern kann. Und wer schon immer einmal auf einem Viertausender stehen wollte, in Begleitung eines Bergführers ist die Besteigung des Allalinhorn (4027 Meter) kein Problem und mit Sicherheit ein Höhepunkt im Bergsteigerleben.

Foto: Herbke

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Oder man fährt auf den Hannig, den Familien- und Sonnenberg über Saas-Fee und Ausgangspunkt zahlreicher Themenwege wie dem Gemsweg. Dicht unter den Abbrüchen des Hohbalmgletschers quert der gut angelegte Steig die Hänge, der Blick auf das gleißende Weiß der Gletscher und die jähen Abbrüche der Mischabelgruppe verschlägt dem Wanderer die Sprache.

Foto: Herbke

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Heiß und trocken ist es hier auf der Sonnenseite von Saas-Fee, doch vom Sommer in den Winter ist es nur ein kurzer Weg - gleich gegenüber schiebt sich die schuttbedeckte Zunge des Feegletschers weit herab.Über eine alte Seitenmoräne steigt man ins Gletschervorfeld, das noch vor zwanzig Jahren mit Eis bedeckt war.

Foto: Herbke

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Gleich daneben im Lärchenwald trifft man possierliche Bergbewohner: Zwei Murmeltiere sitzen auf einem Erdhügel vor ihrem Bau, der im Schutze eines großen Steins errichtet wurde, und schauen neugierig. Die beiden haben sich einen schönen Platz gleich neben dem Gletscherlehrpfad ausgesucht, mitten im Lärchenwald und weit weg von ihren Artgenossen, die sich weiter oben, im Bereich Spielboden - dem eigentlichen Murmeltierparadies von Saas-Fee - angesiedelt haben.

Foto: Herbke

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Kurz vor Saas-Fee, gleich neben der Talstation des Alpin Express, kommt man am Abenteuerwald vorbei, der Abenteuerlustigen aller Altersstufen anzieht: Bis zu 7000 Besucher werden in den Sommermonaten gezählt. Der Parcours führt hoch in den Bäumen über schwankende Holzbretter, Seile oder Hängebrücken, wie Tarzan pendelt man mit Lianen über den Abgrund, um sich schließlich wie Spiderman in einem Netz festzukrallen. Höhepunkt sind die Tyrolliennes, straff gespannte Drahtseile, auf denen man gleich einer menschlichen Seilbahn durch den Bergwald und auf 300 Metern Länge über die tief eingeschnittene Feeschlucht rast!

Foto: Photopress/Saas-Fee

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Wer nun denkt, Saas-Fee wäre nur etwas für Adrenalinsüchtige, liegt falsch. Der Abenteuerwald oder die Gorge Alpin durch die Feeschlucht runden zwar das vielseitige Aktivangebot ab. Doch gibt es für optische Genießer neben der großartigen Bergkulisse auch im Nahbereich Interessantes zu entdecken wie die fotogenen Getreidestadel am Ortseingang, die auf pilzförmigen Holz- oder Steinsäulen stehen, und an die alte Zeit erinnern. Damals wurde selbst in Saas-Fee Getreide angebaut, vor allem Roggen für das in der Schweiz beliebte Roggenbrot.

Foto: Herbke

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Damals war der Weg nach Saas-Fee noch beschwerlich, aus dem Saastal war das Bergdorf nur auf dem noch heute traumhaft schönen Kapellenweg und einem Maultierweg zu Fuß erreichbar. Erst 1951 wurde eine Straße gebaut. Die bequeme Zufahrtsmöglichkeit wurde zwar positiv aufgenommen, doch am Ortseingang war Schluss - die Bewohner von Saas-Fee bewiesen Weitsicht und entschieden sich gegen Kraftfahrstoff-Verkehr im Ort.

Foto: Herbke

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Saas-Fee ist ein Wanderparadies - insgesamt sind rund 350 Kilometer Wanderwege angelegt - und auch Mountainbiker haben die Wahl zwischen zehn Biketouren über zusammen 70 Kilometer - von der gemütlichen Runde um Saas-Fee bis zur anspruchsvollen Tour zur Gletscherzunge des Grubengletschers.

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Auch Wanderer müssen nicht immer den Berg wieder hinablaufen: Von den Bergstationen auf Hannig und Kreuzboden können sie mit sogenannten Trottinetts bequem talwärts rollen - eine typische Schweizer Freizeitaktivität.

Foto: Photopress/Saas-Fee

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Auf Kreuzboden, Mittelstation der Gondelbahn nach Hohsaas, genießt man einen Postkartenblick auf Saas-Fee und seine Gletscherkulisse. Auch hier gibt es wunderbare Themenwege, etwa den Rundweg "18 Viertausender", auf dem alle vom Saastal zu sehenden Viertausender entdeckt werden können: Auf Tafeln sind Eigenheiten und die Geschichte jedes Gipfels nachzulesen.

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Wer sich von Kreuzboden zu Fuß, mit dem Bike oder dem Trottinett talwärts bewegt, kommt an der Triftalpe vorbei. Dort findet am Sonntag, 28. Juni 2009, einer der ersten Ringkuhkämpfe des Sommers im Saastal statt - denn Sommerzeit bedeutet im Wallis auch Alpaufzüge und Ringkuhkämpfe. Traditionell wird mit einer heiligen Messe in freier Natur begonnen. Im Anschluss können die Gäste das eindrückliche Kräftemessen der Eringerkühe, einer speziellen Rasse aus dem Wallis, bestaunen. Bei diesen Kämpfen wird nach der Wintersaison die Rangordnung unter den Kühen wieder neu bestimmt.

Die Kühe treffen etwa um 9.30 Uhr auf der Triftalpe ein, die Messe beginnt um elf Uhr, das Kräftemessen der Kühe um 11.45 Uhr.

Informationen

Weitere Ringkuhkämpfe und Älplerfeste im Saastal finden noch an folgenden Terminen statt: Kantonaler Sommer-Ringkuhkampf, Wolfsgrube in Saas-Fee am 9. August 2009; Älplerfest und Krönung der Ringkuhkönigin, Triftalp oberhalb von Saas-Grund am 15. August 2009.

Weitere Informationen bei Saas-Fee/Saastal Tourismus, CH-3906 Saas-Fee, Tel. +41/27/958 18 58.

Foto: Photopress/Saas-Fee

(sueddeutsche.de/kaeb)

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