Iran

Nur am Meer bleibt fürs Erste alles, wie es ist. Ein Familien-Strandurlaub in Iran ist immer noch eine ungewöhnliche Sache, obwohl es sowohl im Norden am Kaspischen Meer wie auch im Süden am Persischen Golf viel Sonne, fabelhafte Strände und ein wunderbares Wasser gibt. Die Sitten sind im Land der Ayatollahs zwar lockerer geworden. Aber dass Frauen und Männer gemeinsam nur in Badesachen nebeneinander liegen und schwimmen, ist nur an den Privatsandstränden des betuchten Bürgertums möglich, in der Öffentlichkeit nicht.

Aber ansonsten nutzt das Land gerade viel von seiner beeindruckenden Attraktivität, die über viele Jahre in der westlichen Öffentlichkeit eher verborgen blieb. Schon seit ein paar Jahren gilt Iran als Geheimtipp für Fernreisende, Anbieter vermelden Interessentenzahlen, denen sie kaum nachkommen können. Die Strategen des Landes haben den Tourismus entdeckt und gezielt gefördert.

Nach der islamischen Revolution 1979 reichte es ihnen, stolz zu sein auf die Kostbarkeiten ihres Landes: auf die vielfältigen Überbleibsel der Jahrtausende alten Geschichte, wie die berühmten Ruinen von Persepolis im Süden oder die Stadt Isfahan mit ihrem prachtvollen Meydan-e-Imam; auf neuere Entdeckungen wie die größte weltweite Wasserhöhle nahe Hamadan; oder auch auf ihre reizvolle Landschaft mit ihren Wüsten und Wäldern und dem Skigebiet im Norden. Aber das Land macht gerade ökonomisch schwierige Zeiten durch, da kann der Tourismus weiterhelfen. An mancher Stelle investiert das Land nun in die Infrastruktur, und manche Restriktion entfällt. Nur am Meer noch nicht.

Johannes Aumüller

Reisehinweise des Auswärtigen Amtes zu Iran finden Sie hier.

Im Bild: Touristen in Isfahan

Bild: Bloomberg 7. Januar 2016, 09:152016-01-07 09:15:38 © SZ.de/ihe/kaeb/sks