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Timberline Lodge:Spurensuche im Horror-Hotel

Die Timberline Lodge in Oregon ist der Schauplatz des Grusel-Klassikers "The Shining" mit Jack Nicholson. Wer das Hotel betritt, erlebt allerdings eine Überraschung.

Der Weg zur Timberline Lodge führt durch dichten Nadelwald, flankiert von Mount Jefferson und Mount Hood, den höchsten Bergen des amerikanischen Bundesstaats Oregon. Rechts und links des Highways türmt sich der Schnee meterhoch. An einer Kreuzung mitten im Nichts zweigt die Timberline Road ab.

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Timberline Lodge - das Hotel aus "The Shining"

Sie windet sich in engen Serpentinen bergauf und endet nach zwölf Kilometern an einer zu groß geratenen Berghütte, die in den Schneemassen versinkt.

Das soll es sein, das Hotel aus "The Shining", Stanley Kubricks Gruselfilm, der auf dem gleichnamigen Roman von Stephen King basiert?

Der Eingang ist ein Wellblechtunnel in Form einer Ziehharmonika. Auch drinnen kein Wiedererkennen. Das "Overlook-Hotel", wie es im Film heißt, ist weitläufig und kühl, die Timberline Lodge dagegen eng und gemütlich. Böden, Decken, Wände und Möbel sind aus Holz, mitten in der Lobby lodert das Feuer in einem riesigen sechseckigen Kamin.

"Das Hauptgebäude, von dem zwei dreistöckige Flügel abgehen, ist sechseckig", sagt Linny Adamson. "Dieses architektonische Muster wird überall im Gebäude aufgenommen. Alles ist Schneekristallen nachempfunden: die Säulen, Tische, Lampenschirme."

Linny Adamson ist eine kleine Frau mit viel zu großer Brille. Ihre Visitenkarte weist sie als Kuratorin aus. Das Hotel steht unter Denkmalschutz, sie ist dafür zuständig, das alles so bleibt, wie es ist.

"Die Couch, auf der wir sitzen, war schon hier, als das Haus gebaut wurde. Alle Lampen und Eisenbeschläge sind original. Und wenn wir einen Lampenschirm auswechseln müssen, verwenden wir nur rohes Leder - kein Glas."

Die Timberline Lodge ist Linny Adamsons Leben. Seit 28 Jahren ist sie hier Kuratorin, davor war sie Buchhalterin. 70 Jahre ist das Hotel alt. Erbaut wurde es während des New Deal, als Präsident Roosevelt die Wirtschaft mit einem breit angelegten Investitionsprogramm aus der Weltwirtschaftskrise der frühen 30er Jahre führte.

Weil Holz knapp war, wurden Telegrafenmasten verbaut und Teppiche aus Armeedecken genäht.

Linny Adamson war hier, als Stephen King die Timberline Lodge im Herbst 1978 auf der Suche nach einem geeigneten Drehort besuchte, ebenso während der Dreharbeiten im Jahr darauf. Und zur Premiere des Films in Oregons Hauptstadt Portland am 18. Mai 1980 war sie als VIP geladen.

Während der Vorstellung brach Mount Saint Helens aus, der Vulkan auf der anderen Seite des Columbia Rivers im Staat Washington. "Wir kamen aus dem Kino, noch ganz verschreckt, und es regnete Asche - das werde ich nie vergessen."

Spurensuche in der Timberline Lodge.

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