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Tier-Tourismus:Schwein haben

Lamas sind sanftmütige Begleiter des Menschen, sei es als Lasttiere in den Anden oder beim Lamatrekking – wie hier in Landeck.

(Foto: imago stock&people)

Ob auf den Bahamas, in Thailand oder in Oberammergau: Weltweit können Touristen Tieren auf schonende Weise begegnen.

Vom Alpaka geführt

Nicht nur mit Ziegen kann man Entschleunigung finden. Wanderungen mit Lamas oder den verwandten Alpakas werden mittlerweile im ganzen Alpenbogen angeboten. Da die aus den Anden stammenden Tiere entgegen dem Vorurteil nicht spucken, sondern sehr friedlich sind, eignet sich das Lamatrekking vor allem auch für Kinder oder Senioren. Länge und Schwierigkeiten werden an die Fitness der Teilnehmer anpassbar. Egal ob in den Alpen oder im Mittelgebirge: Nach einer Kennenlernrunde mit dem Füttern der Tiere bekommt man vom Anbieter ein geeignetes Tier zugeteilt. Man hat zwar die Zügel in der Hand, aber meist sind es die Tiere, die den Weg kennen und ihre menschlichen Konterparts durch die Gegend führen. Ähnliches wird auch mit Eseln angeboten. Auch im Herbst und Winter gibt es Angebote, dann wird Glühwein und Punsch ausgeschenkt, und am Ende nimmt man dicke Socken aus Alpakawolle mit nach Hause. Eine Tour kostet in der Regel zwischen 30 und 50 Euro. (Alpakas/Lamas: lahntal-alpakas.jimdo.com, Esel: eselwandern-vorderpfalz.de)

Adler auf dem Arm

Nicht ganz gewöhnlich und wohl auch nicht jedermanns Sache ist die Wanderung, die ein Mann mit dem programmatischen Namen Norman Vögeli in Malbun im Fürstentum Liechtenstein anbietet. Wer möchte, kann mit dem Falkner und seinem Steinadlerweibchen Taiga in eineinhalb Stunden vom Aussichtsgrat Sareis auf 2000 Metern ins Tal wandern. Dabei gibt es zwei Varianten: Mutige können auch einmal Falkner sein und den mächtigen Vogel nach einer Einführung selbst mit Futter anlocken, sodass er sich auf dem eigenen Arm niederlässt, auf einem dicken Lederhandschuh. Oder aber man betrachtet das Ganze aus sicherer Entfernung und Falkner Norman Vögeli trägt den etwa fünf bis sechs Kilo schweren Vogel. Die Touren werden vom Frühjahr bis in den Herbst angeboten und kosten 50 Schweizer Franken, etwa 46 Euro. (tourismus.li)

Schwimmen mit Schweinen

Die Einwohner der von Hurrikans verwüsteten Bahamas hoffen auf die Rückkehr der Touristen. Eine ihrer Attraktionen: mit Schweinen schwimmen. Die Tiere sind am Pig Beach auf der Insel Big Major Cay zu finden. Woher die Schweine kommen, ist nicht geklärt, heimisch sind sie dort eigentlich nicht. Eine Theorie besagt, Reisende hätten sie ausgesetzt, eine andere, dass sich die Tiere nach einem Schiffbruch auf die Insel retten konnten. Oder aber geschäftstüchtige Bewohner der Nachbarinsel haben sie ausgesetzt, um Touristen anzulocken. Wenn ja, dann ist ihr Plan aufgegangen. Es gibt viele Anbieter für Bootstouren ab Nassau und Exuma, Touristen können die Schweine mit Brot anlocken und im Wasser mit ihnen spielen. Das ist aber ein teures Vergnügen: Mindestens 100 Euro muss man einplanen, je nach Anbieter und Länge der Tour kann es aber auch bis zu 500 Euro kosten. Egal wie die Schweine wirklich dorthin kamen, jetzt gehört die von Menschen unbewohnte Insel ihnen. (coastlineadventuresexuma.com, exumawatertours.com)

Picknick mit Elefanten

Thailand ist bekannt für seine Elefanten, das Reiten auf ihnen ist aber mittlerweile umstritten. Doch es gibt Alternativen, den Tieren nahe zu kommen, ohne sie zu stören. Geworben wird mit ethischen Touren in Elefantenschutzgebieten oder Elefanten-Gnadenhöfen für alte und schwache Tiere. Auf dem Programm stehen dann oft Spaziergänge sowie das Füttern und oft auch ein Bad mit ihnen. Manche Anbieter betonen aber, dass keine Interaktion garantiert werden kann, da die Tiere zu nichts gezwungen werden. Man muss also darauf hoffen, dass ihnen nach Kontakt mit Menschen ist. Das Anantara Resort in Chiang Rai bietet Spaziergänge mit begleitendem Yoga oder einem friedlichen Picknick an, während die Elefanten sich ihre eigene Stärkung suchen. Tagestouren gibt es ab circa 50 Euro, ein Aufenthalt im luxuriösen Resort fällt teurer aus. (Elefantencamp im Anantara Resort in Chiang Rai: anantara.com)

Schlangen gegen die Angst

Im Reptilienhaus Oberammergau leben mehr als 130 Tiere und 45 verschiedene Arten, die von Schlangen, Echsen und Schildkröten bis hin zu Amphibien reichen. Für Hobby-Fotografen gibt es Kurse, in denen gezeigt wird, wie die Tiere ins beste Licht gesetzt werden können. Bei der ersten Variante für 55 Euro für vier Stunden werden die Tiere durch das Terrariumglas fotografiert; bei der zweiten kann man zwei ungiftige Tiere aussuchen, mit denen man drei Stunden lang von einem Fotografen abgelichtet wird. Aber nicht nur für Reptilienliebhaber, auch für Phobiker gibt es in Oberammergau ein Angebot: In Kursen kann man lernen, seine Angst vor Schlangen und auch vor Spinnen zu überwinden. Eine erste Probestunde kostet 35 Euro, traut man sich mehr zu, kann man auch das Angebot für vier Stunden und 140 Euro buchen. (reptilien-haus.de)