Früher konnte man nach Rom fahren, nach Barcelona oder Paris und einfach in ein Museum gehen. Ohne Wochen zuvor online ein Ticket gebucht zu haben. Das hatte den Vorteil der Ungebundenheit. Und den Nachteil, dass man sehr viel wertvolle Urlaubszeit in Warteschlangen zubrachte.
Heute ist der zeitliche Aufwand kürzer. Der nervliche aber nicht verschwunden. Zumeist muss man Geburtsdaten, Kreditkartennummer und gefühlt auch noch den Herkunftsort der Großmutter hinterlegen. Und wer nicht rechtzeitig bucht, bleibt draußen: in den Pfingstferien noch schnell ins Anne-Frank-Haus in Amsterdam? Keine Chance.
Das Museum weist auf seiner Webseite darauf hin, dass „betrügerische Websites mit URLs, die denen des Anne-Frank-Hauses ähneln, im Umlauf sind“. Das gibt es immer öfter. Beim Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ) häufen sich Beschwerden über Ticketportale, die den offiziellen Verkaufsportalen täuschend ähnlich sind. Bestenfalls ist ein dort erworbenes Ticket überteuert. Schlimmstenfalls ist das Geld verloren. Oder man bekommt Führungen abseits der eigentlichen Attraktion. Oder der Anbieter hat Karten dann doch nur zu illusorischen „Ersatzterminen“.
Urlauber können Fake-Websites oft nicht so leicht erkennen
Was hilft? Mit wachem Blick im Netz unterwegs zu sein. Das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) empfiehlt, Tickets am besten nur direkt beim Veranstalter zu kaufen – oder über Ticketportale, die vom Veranstalter beauftragt wurden. „Für das ungeübte Auge ist es aber tatsächlich nicht einfach zu erkennen, welche Seite die offizielle ist“, sagt Stephan Riegger, Jurist im EVZ Deutschland.
Alternativ-Anbieter rangieren bei den Suchmaschinen oft vor den offiziellen Webseiten, weil es sich um bezahlte Werbung handelt. Und weil die Suchmaschinenoptimierung professionalisiert wurde: Oft stünden Worte wie „Ticket“ oder „visit“ in der Web-Adresse, sagt Riegger; also Begriffe, die Nutzer häufig als Suchbegriff eingeben.
Woran erkennt man eine offizielle Webseite? Ein Indiz ist ein schlüssiges Impressum. Zudem sollte die Länderkennung stimmig sein: Die offizielle Webseite der Vatikanischen Museen etwa endet auf „va“. Ein „com“ oder „net“ am Ende sollte stutzig machen. Hilfreich könne auch sein, bei der Suche ein „offiziell“ anzugeben, Ticketpreise zu vergleichen, Erfahrungsberichte zu lesen. Auch Webseiten wie watchlist-internet.at oder Fakeshop-Finder geben Warnhinweise. Und: Kein Angebot auswählen, bei dem nur Vorkasse erbeten ist, rät der Verbraucherschützer. Am besten mit Kreditkarte zahlen, so habe man im Betrugsfall die Möglichkeit, das Geld über Chargeback rückbuchen zu lassen.
Unter Betrug firmiert es übrigens nicht, wenn Anbieter ein überteuertes, aber gültiges Ticket (weiter-)verkaufen, die sie meist zuvor aufgekauft haben; durch automatisierte Verfahren (Bots) oder nicht-automatisierte. „Je nach Einzelfall können die Seiten wettbewerbsrechtlich unlauter sein. Insoweit bedarf es stets einer genauen Prüfung“, sagt Riegger. Und noch ein Tipp: Nicht am Handy suchen, sondern auf einem größeren Bildschirm. Und sich dabei „Zeit nehmen und nicht gleich auf den Anbieter klicken, der zuerst auftaucht“.

