Schon um die Gründung der Wartburg rankt sich eine Legende: Graf Ludwig der Springer wollte im 11. Jahrhundert auf dem strategisch günstigen Felsen 200 Meter über der Ebene unbedingt eine Burg bauen, nur: Das Land gehörte ihm nicht. Kurzerhand sorgte er dafür, dass Erde aus seinem eigenen Gebiet auf den Berg gekarrt wurde - damit stand sie auf seinem Grund und Boden. 1067 wird als Gründungsjahr der Burg genannt, historisch belegt ist das nicht. Immerhin steht geschrieben, dass sie 1080 schon stand. Damals war es durchaus üblich, Land, das niemandem eindeutig gehörte, einfach mit einer Burg zu besetzen.

Die Ur-Wartburg war aus Holz und noch ziemlich schlicht. Ab Mitte des 12. Jahrhunderts ersetzten die Burgherren die Holzwände durch steinerne Mauern. Eine Holzburg bot nicht mehr ausreichend Schutz vor den neuen Kriegswaffen. Der Aufwand lohnte sich: Eingenommen wurde die Burg nie, denn ihr Standort auf einem damals noch nicht bewaldeten Felsen bot freie Sicht übers ganze Land.

Bild: picture alliance / dpa 15. November 2016, 08:282016-11-15 08:28:42 © SZ.de/kaeb/mikö