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Thüringen:Die Vielfältige

Eisenach hat die und den Wartburg.

Von Marco Völklein

Was verbinden Sie mit Eisenach? Je nachdem, wem man diese Frage stellt, erhält man unterschiedliche Antworten. Ein Historiker zum Beispiel wird sagen: Martin Luther und die Wartburg (großes Foto). Schließlich verbarg sich der Reformator 1521 / 22 als "Junker Jörg" auf der Burg und übersetzte dort das Neue Testament ins Deutsche. Fragt man hingegen einen Menschen, der in der DDR sozialisiert wurde, nennt der nicht nur die Wartburg, sondern auch den Wartburg. Das Automodell aus dem VEB Autowerk Eisenach hielt neben dem Trabant aus Zwickau die Ostdeutschen mobil. 1991 lief der letzte Wartburg vom Band, ein Museum in einer denkmalgeschützten ehemaligen Werkshalle erinnert an die lange Industrietradition.

Und fragt man einen Sozialdemokraten, was er mit der Stadt im Westen Thüringens verbindet, erinnert der vielleicht an das Eisenacher Programm, das im August 1869 beschlossene Gründungsprogramm der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP), eine der beiden Vorläuferparteien der SPD. Die Gedenkstätte im ehemaligen Gasthaus Zum Goldenen Löwen in der Marienstraße beschreibt unter anderem die Tumulte rund um die Versammlung.

© SZ vom 29.10.2020
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