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Fernreise nach Thailand:Endlich in ... Quarantäne!

Die buddhistische Tempelanlage Wat Phra That Doi Suthep in Chiang Mai

(Foto: Mladen Antonov/AFP)

Thailand lässt wieder deutsche Touristen herein - aber nicht gleich an den Strand: Die Auflagen sind härter als irgendwo sonst.

Von Jochen Temsch

Es stehen düstere Herbsttage bevor: Im fahlen Geflimmer der Computermonitore, zwischen Home-Office und Hausunterricht wird es vielen Menschen klamm ums Herz. Wie schön, dass gerade jetzt diese Nachricht aus Asien kommt: Thailand lässt wieder Touristen herein. Die Aussicht auf Sonne, Strand und Bananenpfannkuchen weckt die Sehnsucht - aber so einfach zu stillen ist sie dann doch nicht.

Von kommendem Montag an dürfen Deutsche wieder ein Touristenvisum beantragen, was ihnen zuletzt von den thailändischen Behörden verwehrt wurde: zu viel Corona hierzulande. Zwischen Chiang Mai und Phuket dagegen ist Covid-19 bislang weitgehend unter Kontrolle, mit rund 3800 Fällen laut Weltgesundheitsorganisation. Damit es so bleibt, verfuhr das Königreich bislang streng mit seinen Gästen, und auch die neuen Auflagen sind hart, härter als irgendwo sonst.

Treueprogramm und Rücktransport: Manche Regionen kommen Urlaubern besonders entgegen

Auch wenn Deutschland herunterfährt, mehr als 130 Länder als Risikogebiete auf der Liste des Robert-Koch-Instituts stehen und die Bundesregierung mit Nachdruck von touristischen Reisen abrät, gibt es noch Ziele, an denen man Urlaub machen kann. Die Kanaren, Namibia, Costa Rica und ein paar Karibikinseln beispielsweise. Voraussetzung ist meist nur ein negativer PCR-Test und teils noch eine Registrierung. Manche Regionen kommen den Urlaubern sogar besonders entgegen. Die Gastgeber auf Lanzarote etwa bieten eine Versicherung, die Folgekosten einer Corona-Erkrankung und den Rücktransport abdeckt. Die Malediven haben ein "Treueprogramm" aufgelegt, bei dem Stammgäste Bonuspunkte für Vergünstigungen erhalten. In Thailand ist man restriktiver.

Das sogenannte TR-Visum kostet 35 Euro, gilt sechs Monate und berechtigt zu Aufenthalten von bis zu 60 Tagen. Damit es erteilt wird, müssen Urlauber die Buchung eines staatlich lizensierten Quarantäne-Hotels bestätigen. Sie müssen ein Rückflugticket vorlegen und Kontoauszüge der vergangenen sechs Monate, die ein Vermögen von mindestens 15 000 Euro beweisen, dazu eine Krankenversicherung mit einer Mindestabdeckung von 100 000 US-Dollar sowie ein negatives PCR-Testergebnis.

Bei der Einreise müssen Urlauber ihre Körpertemperatur messen und sich auf Symptome untersuchen lassen. Dann brauchen sie noch die App "Thaichana" zur Verfolgung von Infektionsketten als Download aufs Handy, bevor es endlich in die Quarantäne geht. Nach zwei Wochen im Hotel dürfen sich die Touristen frei bewegen.

Ein Nachrichtenportal meldete, dass Urlauber ein GPS-Armband tragen müssen

Wobei das mit der Freiheit noch nicht ganz sicher ist. Jüngst wurde in Thailand diskutiert, Touristen nur auf eigens abgesperrte Straßen zu lassen, damit sie den Einheimischen nicht zu nahe kommen. Das Nachrichtenportal Der Farang meldete, dass Urlauber ein GPS-Armband tragen müssten. Damit solle ihr Aufenthaltsort laufend ermittelt sowie ihre Körpertemperatur überwacht werden. Vom thailändischen Fremdenverkehrsamt wurde dies jedoch nicht bestätigt.

Sicher ist, dass Thailand die Touristen braucht. Mit ihnen werden etwa 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet. Und für viele Urlauber dürfte gelten: lieber mit Maske am Strand als ohne Maske im Klammen.

© SZ
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