Termali Salini & Spa Lido:Wasserspiele am See

Lesezeit: 3 min

Locarnos neue Therme schmeichelt dem Auge des Besuchers mit moderner Architektur und einem raffinierten Lichtkonzept. Bei der Gestaltung spielen Materialien aus der Region eine Rolle.

Von Stephanie Schmidt

Erquickliche Naturschauspiele schenken die Quellen in den Bergen den Tessiner Tälern: Mal verwandeln sie sich in ein gluckerndes Bächlein neben einem Wanderpfad, ein anderes Mal in einen Wasserfall, der fast senkrecht nach unten zischt. Im Maggia-Tal fließt das Wasser in türkisgrün schimmernde Gumpen. Betrachtet man all diese Gewässer und hört ihnen achtsam zu, verzaubern sie einen auf wohltuende Art. Diese Stimmung haben die Baumeister Paolo und Franco Moro auf die Gestaltung ihrer Therme in Locarno übertragen und mit moderner Wellness-Architektur verwoben.

Viele Tessiner Täler sind nur im Sommer zugänglich, doch die Wasserspiele in der Therme Termali Salini & Spa Lido Locarno kann man das ganze Jahr erleben. Das Thermalbad, das erst im Sommer vor zwei Jahren eröffnete, liegt am Nordufer des Lago Maggiore in der Nähe der Bushaltestelle Lido Locarno. Vor dem Betreten der Therme erblickt man einen Bau, der wie ein langgestrecktes gläsernes Fährschiff aussieht. Ein Teil des "Fährschiffs" ist der ebenfalls von Moro & Moro entworfene Lido Locarno - eine Anlage, die auf die Bedürfnisse von Sportschwimmern und Familien abgestimmt ist. Die Termali Salini & Spa ist indessen für Erwachsene reserviert.

Termali Salini & Spa Lido: Angenehme Illusion: Wer im Außenbecken der Termali Salini & Spa schwimmt, glaubt, sich bereits direkt im Lago Maggiore zu befinden.

Angenehme Illusion: Wer im Außenbecken der Termali Salini & Spa schwimmt, glaubt, sich bereits direkt im Lago Maggiore zu befinden.

(Foto: Zoe Moro, CH-Verscio)

Von einem zentralen Wasserbecken baden sie sich kaskadenartig zu höhergelegenen Becken, um sich dort Hydromassagen oder Nackengüsse verabreichen zu lassen. Beim Bassin-Hopping ergeben sich immer wieder neue Perspektiven auf Wasserfälle, Grotten, Nischen und Becken. Diese prägen, anders als in den Tessiner Tälern, nicht abgerundete, sondern abstrakte, kantige Formen. Dabei kontrastieren die Baumaterialien Glas, Holz und Stein miteinander. Die ortsansässigen Architekten haben für die Therme Granit aus den Tessiner Tälern und heimisches Holz von Eiche, Buche und Robinie verwendet.

Insgesamt bietet die Therme mehr als 3500 Quadratmeter Erholungsfläche, inklusive Private Spa. Die Bassins sind mit 35 Grad warmem Natursole-Wasser gefüllt, die Wasserfläche umfasst 400 Quadratmeter. Spektakulär ist die Konzeption des Außenbeckens: Schwimmt man über eine Art Kanal nach draußen, entsteht dort der Eindruck, man sei direkt im Lago Maggiore gelandet. Moro-&-Moro-Architekten haben das Freibecken derart positioniert und farblich so auf den See abgestimmt, dass es unmittelbar in ihn überzugehen scheint. Dieses Gefühl und das Panorama der den See umgebenden Berge können Badegäste auskosten, wenn sie auf einer der am Beckenrand unter der Wasseroberfläche angebrachten Liegen verweilen. Tatsächlich beginnt der See erst ein paar Meter hinter der Therme. Vorbei an einer Außenterrasse mit roten Sonnensegeln, Palmen und Bistrotischen geht es wieder zurück ins Innere der Termali Salini & Spa. Schwimmer erblicken auf dem Rückweg wieder die mit Schnee überzuckerten Gipfel - als Spiegelbild auf der dem Lago Maggiore zugewandten Glasfront der Therme.

Termali Salini & Spa Lido: SZ-Karte

SZ-Karte

Reich ist das Bad nicht nur an Anspielungen auf die Landschaft des Tessin, sondern auch an Lichtinszenierungen. Neben einer hufeisenförmigen Panorama-Sauna mit Seeblick gibt es auch eine mit Kerzen beleuchtete - sie ähnelt wegen des Spiegelungseffekts, der ein paar Kerzen in schier unzählige verwandelt, einem sakralem Raum. Eines der beiden Dampfbäder erreicht man über eine gläserne Brücke, die sich quer über das Hauptbecken spannt. Zum anderen steigt man über eine schwarze Granittreppe ins Untergeschoss: willkommen im Design-U-Boot. Der ein oder andere Gast bleibt gleich an der einladenden, in magentafarbenes Licht getauchten Bar hängen. Auf dem Weg von der Bar ins Dampfbad kann man die Füße einer Kneipp-Kur unterziehen. Rote und blaue Leuchten setzen das Wechselbad in Szene. Auch im Dampfbad empfängt den Besucher magisch schimmerndes blaues Licht: Hier schwitzt er in einer Art Tunnel und bei dampfzugähnlichen Geräuschen.

Ästhetisch und originell zugleich sind die Ruhezonen eingerichtet. Schwemmholz zeigt sich hier von seiner schmucken Seite. Es gibt Tische und Stühle aus hellem Treibholz, außerdem Schwemmholz-Sitzbänke, deren Form an Strandkörbe erinnert; Bezüge, Kissen und Decken schimmern in kräftigem Lila. Chic sind auch die Treibholz-Stehleuchten mit mattweißen ovalen Lampenschirmen. Manche tragen ein lässiges Kleid aus Naturfell. Großformatige bunte Wandbilder und Mobiles aus Aststückchen, Muscheln und getrockneten Pflanzen tragen dazu bei, dass Badegäste von einer Fantasiewelt mit Nereiden und Nymphen zu träumen beginnen.

Informationen

Das Portal www.lidospa-locarno.ch stellt das Angebot der Therme Termali Salini & Spa vor.

Mehr über Aktivitäten auf der Cardada erfährt man unter www.cardada.ch.

Weitere Informationen zum Mercato in Bellinzonas Altstadt: www.ticino.ch

Bevor man, etwa am Nachmittag, tief in sie eintaucht, kann man hoch hinaus: am Vormittag zum Wandern, Skifahren oder Schneeschuhgehen auf die Cardada, Locarnos Hausberg. Architekturfreunde können so ein zweites Beispiel moderner Baukunst kennenlernen: die vom Tessiner Architekten Mario Botta entworfene Seilbahn mit tropfenförmigen, rundum verglasten Kabinen. Sie fährt bis zur 1340 Meter hohen Cardada. Per Sessellift geht es weiter zur 1671 Meter hohen Cimetta mit 360-Grad-Panorama-Ausblick. Wenn das dann nur nicht zu viel auf einmal ist.

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