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Teide auf Teneriffa:Gipfel der Hölle

Auf dem höchsten Berg Spaniens raubt nicht nur der Blick Urlaubern den Atem - dass jeder nur eine Stunde bleiben darf, trägt auch nicht zur Entspannung bei.

Die Farben faszinieren: ein dunkelblauer Himmel, ringsum eine Lavalandschaft aus schwarz und rot glitzerndem Geröll, in der Ferne die schneeweißen Umrisse eines Observatoriums. Die Stimmung über den Wolken auf der Kanareninsel Teneriffa, nur 200 Meter unter der Spitze von Spaniens höchstem Berg, dem Teide (3718 Meter), ist atemberaubend - und zwar im Wortsinn.

Die Luft ist klar, aber dünn. Wer sich zum ersten Mal einen Ausflug auf den dritthöchsten Inselvulkan der Welt gönnt und nicht früher schon solche Höhen kennengelernt hat, wundert sich: Kaum hat er die Gondel der Teleférico, der Teide-Drahtseilbahn, verlassen, fällt das Atmen deutlich schwerer als sonst.

Viele Touristen, die nur das Flachland gewohnt sind, bekommen leichtes Herzklopfen. Doch die Tour ist die Anstrengung wert. Denn wer den oft schneebedeckten Gipfel sonst nur von Postkarten oder aus der Ferne kennt, erlebt hier Natur pur und buchstäblich den Höhepunkt seines Teneriffa-Besuchs.

Acht bis zehn Minuten dauert die Fahrt mit der Seilbahn von der "Talstation" aus 2356 Metern auf den Berg. Die Ureinwohner nannten ihn "Echeyde" - die Hölle. Mit acht Metern pro Sekunde schafft die Gondel einen Höhenunterschied von 1199 Metern. 25 Euro kostet die Fahrt hin und zurück für Erwachsene. Kinder unter 14 Jahren zahlen die Hälfte. Betriebsbeginn ist morgens um 9 Uhr, die letzte Abfahrt um 17 Uhr - vorausgesetzt, das Wetter macht keinen Strich durch die Rechnung. Denn mehrmals im Jahr steht die Seilbahn still: bei extremem Schnee und Eis, bei Sturm und bei Wartungsarbeiten.

An der Bergstation "La Rambleta" angekommen, gilt es, sich schnell an die veränderten Bedingungen in über 3000 Meter Höhe zu gewöhnen: "Menschen mit Herzproblemen und Bluthochdruck raten wir von der Benutzung der Seilbahn ab, um Gesundheitsprobleme zu vermeiden", steht auf dem Ticket. Nur eine Stunde bleibt Zeit, um auf einem schmalen Steinpfad zur Aussichtswarte "Mirador de La Fortaleza" und zurück zu wandern - ein längerer Aufenthalt ist nicht gestattet.

Unterwegs lohnen sich dennoch kurze Verschnaufpausen - vor allem, um die Aussicht auf die Vulkankegel, Lavazungen und Höhlen mit ihren außergewöhnlichen Farben und Formen zu genießen.