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Südtirol:Wo Messner die Liebe zum Klettern entdeckte

Das Villnösstal liegt im Schatten des Grödner Tals und bietet all das, was zwischen St. Ulrich und Wolkenstein fehlt: Unberührte Berge, unverfälschte Natur, ursprüngliche Dörfer und vor allem Ruhe.

Postkartenmotive wie die eleganten Felstürme der Drei Zinnen, das Massiv der Sella mit dem Piz Boe, die eisgepanzerte Marmolada, die Felsburg des Langkofels, der pultartig aufragende Plattkofel über der grünen Hochfläche der Seiser Alm oder die ausgedehnte Fanesgruppe mit ihrem Karstplateau gibt es in den Dolomiten reichlich.

(Foto: Foto: Joachim Chwaszcza/Südtirol Marketing)

Doch ein Motiv sticht immer wieder heraus und wird gerne auch als Synonym für Urlaub in den Bergen verwendet: das idyllische Villnösstal mit seinen einzelnen Höfen und Weilern inmitten grüner Wiesen und Wälder und darüber der gezackte Felskamm der kühnen Geislerspitzen.

Das Villnösstal zeigt die Dolomiten wie sie früher einmal waren: grandios, faszinierend und unberührt. Die ersten beiden Punkte gelten natürlich auch heute noch, doch unberührt sind die Dolomiten keineswegs.

Das Skikarussell von Dolomiti Superski hat seine Spuren hinterlassen und spannt sein Lift- und Pistennetz mittlerweile durch die komplette Gebirgsgruppe. Nur kleine Bereiche wie das Villnösstal blieben verschont.

Tradition und Brauchtum tief verwurzelt

Im Winter herrscht hier absolute Ruhe, nur wenige Skitourengeher, Winterwanderer, Schneeschuhgeher oder Langläufer kommen in das Tal, während nur wenige Kilometer Luftlinie entfernt im Grödner Tal der Bär tobt. Manche schauen vielleicht neidisch hinüber, wenn sie die Kolonnen an geldbringenden Urlaubern sehen, andere dagegen sind heilfroh, dass wenigstens das Villnösstal, in dem Reinhold Messner geboren wurde und seine Liebe zu den Bergen entdeckte, von der Erschließungswut verschont geblieben ist und Tradition und Brauchtum noch tief verwurzelt sind.

Die Gemeinde Villnöss zählt 2400 Einwohner und besteht aus den sechs Ortsteilen Teis, St. Valentin, St. Jakob, Coll, St. Magdalena und dem Hauptort St. Peter sowie verschiedenen Weilern mit stattlichen Bauernhöfen.

Nordseitig reicht der dichte Waldgürtel bis in den Talgrund, doch die Sonnenseite ist eine intensiv genutzte Kulturlandschaft mit Wiesen, Felder und Wälder. Das Seitental des Eisacktales ist rund 24 Kilometer lang und reicht von den Mittelgebirgsterrassen des Eisacktales, auf denen noch guter Wein gedeiht, bis hinauf zu den rund 3000 Meter hohen Felszinnen der Geislergruppe, die den fotogenen Hintergrund des malerischen Tales bilden und bereits zum Naturpark Puez - Geisler gehören.

Wandergebiet der Extraklasse

Sanfter Tourismus heißt das schöne Schlagwort, dass hier am Rande des rund 10.200 Hektar großen Naturparks seine volle Berechtigung hat. Kein Lift verkürzt den Anstieg auf die Gipfeln und mit dem Auto ist lediglich die Zanseralm im Talschluss erreichbar, mehr geht nicht - im Villnösstal geht man zu Fuß. In erster Linie handelt es sich um ein Wandergebiet der Extraklasse, in dem allerdings auch Mountainbiker, Bergsteiger, Kletterer und Klettersteigfans ein reiches Betätigungsfeld finden. Etwas übertrieben könnte man auch sagen, dass das Villnöss eine kleine Ausgabe der Dolomiten ist und hier die ganze Bandbreite an bergsportlichen Aktivitäten möglich ist.