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Serie: Traumreisen:Per Anhalter durch die Südsee

Ein Schiff wird kommen - nur wann? Es dauert, bis man sich als europäischer Besucher an die schläfrige Gleichgültigkeit auf den Inseln gewöhnt.

(Foto: Gregory Boissy/AFP)

Kein Hotel, kein Pool, kein Luxusdampfer: Unser Autor reiste auf Frachtschiffen von Bora Bora nach Tahiti. Von der Freiheit, einfach aufzubrechen.

Von Jochen Temsch

Bei Marlon Brando hat das ein bisschen anders ausgesehen. Als die Farbverfilmung der "Meuterei auf der Bounty" Ende der Siebzigerjahre im Fernsehen lief, bereicherte sie meine Kindheitsfantasie an einem verregneten Samstagnachmittag in der schwäbischen Provinz mit exotischen Bildern, die ein halbes Leben lang nicht verblassen sollten. Tahiti mit seinen umliegenden Inseln: eine schöne, friedliche, fruchtbare Sphäre aus Palmen, Sand und Vulkankegeln, beschienen vom weichen Licht einer nie bewölkten Sonne, bevölkert von sanftmütigen Menschen - eine andere, sehr weit entfernte Welt. Die Matrosen der Bounty, vom grausamen Kapitän Bligh geschurigelt und von den Südseeschönheiten getröstet, wollten natürlich nicht mehr weg. Und ich, ich wollte nichts dringender als eines Tages dorthin. Der Inbegriff eines Südseeschiffes war für mich seitdem ein Dreimaster der britischen Admiralität, der mit geblähten Segeln die Wellen durchpflügt. Doch Jahre später tuckerte ein Haufen Schrott inmitten seiner schwarzen Abgaswolken in den Hafen von Bora Bora.

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