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Südostasien:Schwarzbauten am Strand, Korruption, Sextourismus, Schutzgeldzahlungen

Von den politischen Verwerfungen im Land, das nach wie vor die Todesstrafe vollstreckt und Majestätsbeleidigung mit jahrzehntelangen Haftstrafen ahnden kann, muss kein Reisender etwas mitbekommen, der das nicht möchte: Vom Flughafen in Bangkok aus, der eine Drehscheibe für Asienurlauber ist, fliegen die Badeurlauber direkt weiter in die trügerisch heil scheinende Inselwelt, oft schon in Flip-Flops und Träger-Shirt.

Dass ganze Provinzen des Landes - etwa in den Grenzregionen zu Malaysia - unter Notstandsrecht stehen oder, wie die Grenzregion zu Kambodscha, militärisches Sperrgebiet sind, wird dabei von Urlaubern wie Veranstaltern gern ausgeblendet. Das Auswärtige Amt rät von Reisen in diese Regionen dringend ab.

Die "üblichen Touristenpfade" - dazu zählen vor allem die Inseln und Urlaubsorte im Süden Thailands: Ko Samui und Krabi, wo man im türkisblauen Wasser tauchen kann und wo viele Paare ihre Flitterwochen verbringen, Pattaya, wo die Jet-Skis übers Wasser dröhnen und die Bars stets gut gefüllt sind. Und natürlich Phuket, die Insel der vielen Strände, die so malerisch wirken mit den Palmen im weißen Sand. So ausufernd ist der Tourismus dort, dass aus einem Dorf wie Patong innerhalb der letzten zehn Jahre ein kleine Stadt aus Hotels und Pensionen gewachsen ist.

Probleme werden von der Regierung ignoriert oder kleingeredet

Vielerorts ging das Wachstum mit Wildwuchs einher: Schwarzbauten am Strand, Korruption, Sextourismus, Schutzgeldzahlungen an die örtliche Polizei - all das hat in Thailand zuletzt immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Lange Zeit hatte die Regierung die Probleme ignoriert oder kleingeredet, um Thailands Image als "Land des Lächelns" nicht zu schaden. Seit ein paar Monaten aber hat die Militärregierung ihre Ankündigung, stärker gegen Korruption vorgehen zu wollen, in die Tat umgesetzt - allerdings mit zum Teil brachialen Mitteln, unter denen auch einfache Händler und Verkäufer zu leiden haben.

Auf der Insel Phuket beispielsweise wurden im Frühsommer illegal am Strand errichtete Buden und Bars mit Bulldozern platt gemacht. An manchen Stränden ist die Zahl der Liegen jetzt begrenzt; dort dürfen nur noch lizenzierte Händler Schirme und Matten vermieten. Bislang hatten oft örtliche Beamte an dem lukrativen Geschäft mit den Liegen mitverdient.

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