Südostasien Thailand verliert sein Lächeln

Anschläge mit drei deutschen Verletzten erschüttern das Urlaubsparadies. Große Probleme gab es schon vorher. Doch Reisende konnten das im "Land des Lächelns" einfach ausblenden.

Von Monika Maier-Albang

Das Reiseportal von Wikipedia, Wikitravel, hat zur Sicherheitslage in Thailand ein paar Ratschläge parat: überladene Fähren meiden, vor Trickdieben aufpassen. Ansonsten gebe es "außerhalb der Städte keinen Grund Angst zu haben, solange man sich auf den üblichen Touristenpfaden aufhält".

Das galt bis Donnerstag. Denn tatsächlich waren Touristen in Thailand bislang kein Ziel von Anschlägen - und auch bei der aktuellen Anschlagsserie sind ausländische Urlauber wohl eher, so zynisch das klingen mag, ein Kollateralschaden, den die Bombenleger in Kauf nehmen, um ein innenpolitisches Ziel durchzusetzen. Zumal gerade auch keine Hauptreisezeit ist. In Thailand ist aber an diesem Freitag ein nationaler Feiertag, weil Königin Sirikit ihren 84. Geburtstag feiert. Wegen des verlängerten Wochenendes hielten sich auch viele Thailänder in den Urlaubsressorts auf. Die Regierung kündigte an, Sicherheitsvorkehrungen in Städten und an Touristenzielen zu erhöhen.

Thailand Bombenanschläge auf Urlaubsorte in Thailand - mehrere Tote, drei Deutsche verletzt
Südostasien

Bombenanschläge auf Urlaubsorte in Thailand - mehrere Tote, drei Deutsche verletzt

Die Behörden sprechen von acht Bomben. Vier detonierten in dem Touristenort Hua Hin, zwei weitere auf der Urlaubsinsel Phuket. Das Auswärtige Amt rät zu "äußerster Vorsicht".

Trotzdem hat das Auswärtige Amt am Freitag seine Reisehinweise verschärft. Weitere Anschläge könnten nicht ausgeschlossen werden, warnt das Amt und rät Urlaubern aktuell "zu äußerster Vorsicht". Reisenden wird empfohlen, öffentliche Plätze und Menschenansammlungen zu meiden, die Medien aufmerksam zu verfolgen und den Anordnungen der Sicherheitskräfte Folge zu leisten.

TUI bietet Kulanzregelungen für Thailand-Gäste an

Auf die angespannte Sicherheitslage reagieren mittlerweile auch einige große Deutsche Reiseveranstalter wie TUI, Thomas Cook und DER Touristik. TUI etwa bietet Kulanzregelungen für Thailand-Gäste an. Für alle Anreisen bis einschließlich Montag (15.8.) werden gebührenfreie Umbuchungen und kostenlose Stornierungen angeboten. Die Kulanzregelung gilt jedoch nicht für Stopover-Gäste, die nur einen Zwischenstopp etwa in Bangkok einlegen.

29 Millionen Urlauber kamen im vergangenen Jahr nach Thailand; der Tourismus macht fast zehn Prozent des Bruttosozialproduktes aus, ist also ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für das asiatische Land. Dabei wird das große Geld in Thailand gar nicht mit deutschen oder britischen Urlaubern gemacht.

Die meisten Gäste kommen aus benachbarten asiatischen Ländern wie China und Malaysia. Vor allem die Zahl russischer Urlauber war zuletzt stark angestiegen. Da die russische Regierung alle Charterflüge in die Türkei verboten hatte, suchten die Russen nach günstigen Alternativen für einen Urlaub am warmen Meer. Nach Angaben des Deutschen Reiseverbandes DRV machten im vergangenen Jahr 730 000 Deutsche Urlaub in Thailand, Tendenz steigend. Geschätzt 30 000 Deutsche haben zudem dort eine Zweitwohnung oder ihren Altersruhesitz.