Streik bei British Airways:Warten in Heathrow

70 Flüge sind auf dem Londoner Flughafen Heathrow bereits ausgefallen, Tendenz steigend: Der Streik des Kabinenpersonals der British Airways soll fünf Tage dauern. Die Airline vertröstet die Wartenden mit dem Notfall-Fahrplan.

Auf den Vulkan folgt der Streik: Passagiere am Londonder Flughafen Heathrow müssen sich erneut in Geduld üben. Am Montagmorgen fielen wegen eines Streiks des Kabinenpersonals mehr als 70 Flüge der British Airways (BA) von und zu dem Drehkreuz aus.

A British Airways airplane lands over homes near Heathrow Airport in London

Allein bis Montagmorgen sind in London-Heathrow 70 Flüge der British Airways wegen des Streiks ausgefallen. Die Hoffnungen der Airline und der wartenden Passagiere ruhen auf dem Notfall-Fahrplan.

(Foto: Reuters)

Der Arbeitsniederlegung des Kabinenpersonals gingen monatelange Streitigkeiten um Arbeitsbedingungen voraus. Nun fliegt BA voraussichtlich fünf Tage lang nach einem Notfall-Fahrplan. Am Montag waren zunächst vor allem Passagiere auf dem Weg von oder nach London-Heathrow betroffen, an den Flughäfen Gatwick und London City gab es keine Probleme. Ein weiterer Ausstand ist für je fünf Tage am 30. Mai und am 5. Juni geplant.

Während BA mitteilte, trotz der Streikaufforderung seien viele Mitarbeiter zur Arbeit erschienen, berichtete die Gewerkschaft Unite von starker Unterstützung und hoher Streikmoral beim Kabinenpersonal.

Am Wochenende waren neue Gespräche gescheitert, nachdem wütende Demonstranten am Samstagabend ein Schlichtertreffen gestürmt hatten. Mitglieder der britischen Sozialistischen Arbeiterpartei hatten sich Zutritt zu den Verhandlungen verschafft. Mit Sprechgesängen störten sie die Sitzung.

Sie wollten sich mit der Aktion mit dem Kabinenpersonal solidarisieren. BA-Chef Willie Walsh musste von der Polizei aus dem Gebäude gebracht werden, berichtete Scotland Yard.

Bei der Schlichtung sollen sich beide Seiten allerdings angenähert haben. Ein Durchbruch sei greifbar nahe gewesen, sagte Walsh. Die Gewerkschaft versicherte, sie habe nichts mit der Stürmung zu tun.

Einstweilige Verfügung ohne Folgen

Vergangene Woche hatte BA vor Gericht zunächst eine einstweilige Verfügung durchgesetzt und eine erste Streikwelle verhindert. Dann aber hatte die Gewerkschaft vor Gericht den Sieg davongetragen - die Streiks am Montag konnten wie geplant beginnen.

BA und Unite streiten sich seit Monaten um Pläne der gebeutelten Fluglinie, beim Kabinenpersonal Geld zu sparen. Bereits im März hatten Streiks die Reisepläne Zehntausender Passagiere durchkreuzt.

Am Freitag hatte BA außerdem einen Rekordverlust vermeldet: Im vergangenen Geschäftsjahr bis Ende März lag das Minus des Konzerns bei 425 Millionen Pfund (500 Mio. Euro), verursacht vor allem durch einen Rückgang der Passagierzahlen, die Wirtschaftskrise und den harten Winter.

© dpa/kat
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