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Steinkohle:In grauer Vorzeit

Kurz vor Weihnachten schließt das letzte deutsche Steinkohle-Bergwerk. Mit ihm verschwindet auch die Welt der Kumpel aus dem Ruhrgebiet.

Mittlerweile ist nicht nur Gras über die Sache gewachsen, sondern auch große Bäume und viele dichte Büsche, die sich an diesem Herbsttag wehmütig im Wind biegen. Still ist es hier, erstaunlich still, denn an Plätzen wie diesem war doch immer das geschäftige, das einst pulsierende Ruhrgebiet, die Herzkammer der deutschen Schwerindustrie.

Aber auf dem ehemaligen Gelände der Zeche Eintracht Tiefbau kündet nichts mehr davon, dass hier mal mehr als 2000 Menschen gearbeitet haben, etliche davon unter Tage, wie es fachmännisch heißt. Also unter der Fläche, auf die das Tageslicht fällt. Der Kohleabbau im Ruhrgebiet, war eine Angelegenheit für lichtscheue Gestalten, die mit weißer Bergmannsjacke, aber auch weißen Gesichtern und weißen Händen in die Grube fuhren und von oben bis unten am ganzen Köper schwarz eingestäubt wieder nach oben kamen.

Nur der graue Kokskohlenturm und einer paar rote Ziegelmauern erinnern noch an die Zeche Eintracht Tiefbau, wo der Großvater des Autors in den Berg eingefahren ist. Die Zeche lag in Freisenbruch, einem Stadtteil am Rand von Essen, einen Kilometer weiter beginnt Bochum. Die Szene auf dem menschenleeren Gelände ist eine Erinnerung, so wie das ganze Zechenruhrgebiet längst zu einer Erinnerung geworden ist, eine Museumsangelegenheit fürs Weltkulturerbe - so wie die nahe Zeche Zollverein samt Kokerei. Ausstellungsorte, Eventschauplätze, Hallen mit Bildern an den Wänden. Und oft mit einer bunten Schautafel wie in Freisenbruch.

Die Zeche Eintracht Tiefbau steht auch dafür, dass das Kommen und Gehen von Bergwerken in früheren Zeiten eine alltägliche Angelegenheit gewesen ist. Und dass, wenn eine Zeche schloss, weil die Flöze erschöpft waren und die nutzlos gewordenen Schächte verfüllt wurden, das nicht das Ende des Bergbaus war, sondern durchaus auch irgendwo anders der Anfang einer neuen Förderanlage. Der Pott und die industriell geförderte Steinkohle, das war für 200 Jahre nicht zu trennen. Irgendwie ging es immer weiter, bis eben zum 21. Dezember 2018, dem Tag, an dem mit der Zeche Prosper Haniel in Bottrop das letzte Steinkohlebergwerk des Ruhrgebiets und Deutschlands geschlossen wurde. In einer großen Feierstunde, die eigentlich eine Trauerfeier war, hielt Frank-Walter Steinmeier die Abschiedsrede. Auch der EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker war Zeuge, als Steinermeier den letzten Brocken aus der Zeche überreicht bekam. Ein Sieben-Kilo-Stück, das im Berliner Präsidialbüro einen Ehrenplatz bekommen soll. Das war der offizielle, durchaus bewegende Teil des Abschieds. Die letzten Bergleute waren bereits am 14. September zum letzten Mal in den 1200 Meter tiefen Schacht 10 hinabgefahren.

Wie es wohl in 100 Jahren in Bottrop aussehen wird? Bestimmt nicht wie bei der kleineren Eintracht Tiefbau. Der Autor wollte an diesem vergessenen Ort seinem unbekannten Großvater näherkommen, den er nur aus Erzählungen kannte. Der Großvater hatte hier als junger Mann gearbeitet, bis die Zeche 1925 geschlossen wurde. Das Grubenfeld wurde von einer anderen Zeche übernommen. Die oberirdischen Schachtanlagen verschwanden, sie trugen Namen wie Heintzmann oder Justus.

Von dem Großvater gibt es nur ein einziges Familienfoto, denn Fotos waren teuer. Es zeigt einen schmalen blassen Mann, mit 29 musste er in Frührente. Zu schmal und blass war er für die Strapazen der Arbeit in der heißen, feuchten, stickigen Luft Hunderte Meter unter der Erde. Mit 32 starb er an der Staublunge. Er war weg vom Fenster, wie man im Ruhrgebiet sagte, wenn wieder einer seinen Platz mit Blick auf die Straße der Zechensiedlung mit dem Aussichtspunkt oben im Himmel vertauscht hatte.

Die beispiellose Erfolgsgeschichte des Steinkohlebergbaus im Ruhrgebiet hatte ihren hohen Preis, den die Steiger und Hauer mit ihrer Gesundheit, die Familien mit verrußten Häuserfronten, schmutzigen Fensterscheiben und dem allgegenwärtigen Gestank der Kokereien und Hochöfen bezahlen mussten. Daran mag in diesen Tagen niemand mehr denken, wenn nun die ultramoderne Prosper Haniel mit ihren unterirdischen Hallen und mehr als 100 Kilometer langen Gängen schließt. Schließlich ist die Luft des Ruhrgebiets und die Wäsche auf den Leinen zwischen den Bergmannsiedlungen längst sauberer geworden. Die Eckkneipen für das schnelle Pils nach der Schicht sind fast alle verschwunden. Schon 2005 gab es in ganz Deutschland nur noch neun Zechen. 1957 waren es 153.

Die Geschichte des Kohlebergbaus mit seinen ikonografischen Bildern von Fördertürmen und qualmenden Kokereien besteht auch aus unzähligen Geschichten von schuftenden Kumpeln, und sie handelt immer auch von dem Stolz und dem Humor, mit dem sie ihre Arbeit versahen und den Strapazen, denen ihr Körper und ihre Seele ausgesetzt waren. Wie der Pott in den glorreichen Fünfzigern ausgesehen hat, damals, als die höchsten Produktionszahlen erreicht wurden und mehr als 384 000 Menschen im Ruhrgebiet (und im Saarland) unter Tage arbeiteten, das hat kaum jemand so eindrucksvoll wie schonungslos dokumentiert wie Karl Heinz Hargesheimer, der sich Chargesheimer nannte.

Kumpels nach der Schicht, vor 1958.

(Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln)

Gerade als der wirtschaftliche Erfolg der jungen Bundesrepublik sich nirgendwo so symbolisch manifestierte wie in seiner produktivsten Industrieregion, als die Hochöfen der Stahlwerke glühten und die Kokereien riesige Rauchsäulen in den Himmel schickten, die allzu gern als Zeichen des Aufstiegs gelesen wurden, fotografierte der Kölner den Pott in körnigen, düsteren Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Er zeigte die Kehrseite des kargen Schuftens und der rasch hochgezogenen Wohnsiedlungen. Die wie schwarze Gebirge aufragenden Halden kündeten von einer gemarterten und wenig menschenfreundlichen Arbeitslandschaft, in welcher der Mensch mehr schlecht als recht seinen Platz behaupten musste. Sicher, der Pott konnte mancherorts mindestens so grün wie das Sauerland sein und so idyllisch wie am Baldeneysee, so windsorhaft protzig wie die Villa Hügel der Krupp-Dynastie, aber er war eben auch schwarz, staubig und trist, die Häuser eingekesselt von Fertigungshallen.

Chargesheimers legendäres Buch "Im Ruhrgebiet", das mit einem langen sozialkritischen Text von Heinrich Böll versehen ist, löste 1958 beim Erscheinen im Pott vielerorts Empörung und ungezügelte Wut aus. Der Essener Bürgermeister Wilhelm Nieswandt ließ in einem offenen Brief seiner Entrüstung freien Lauf: "Die Ruhrgebietsstädte sind es gründlich leid, von Außenseitern in einer Weise dargestellt zu werden, die nicht einmal mit der Realität der Gründerjahre übereinstimmt, geschweige denn mit der Gegenwart."

Die Wirtschaft boomte, die Menschen hatten Arbeit, mochte sie auch schwer sein und der Gesundheit abträglich. Und dann schreibt im Text zu Chargesheimers Bildern einfach ein gewisser Heinrich Böll, gut, ein Katholik, aber ausgerechnet aus dem unseriösen Köln: "Das Wort Fortschritt bleibt bittere Ironie, solange dem Menschen die Elemente: Erde, Luft und Wasser entzogen oder vergiftet werden."

Doch es herrschte Vollbeschäftigung. Wer einmal nachts am Fenster eines Mietshauses in Dortmund-Hörde gestanden hatte und auf die glühenden Stahlströme der mitten durch den Stadtteil führenden Walzstraßen hinabschaute, der brachte es kaum fertig, sich gegenüber dieser dunklen Faszination zu verschließen: Das war die Magie, die vom ruhelosen, wie eine einzige große Maschine rumorendem Ruhrpott ausging.

Böll aber schrieb: "Unter Tage hat die Zukunft keine Chance." Und: "Zwischen Dortmund und Duisburg ist Weiß nur ein Traum." Sein Text hatte gleichwohl eine zweite Ebene, nämlich die Hochachtung für die Bewohner dieser Gegend: "Aber es riecht vor allem nach Menschen, nach Jugend, Barbarei und Unverdorbenheit." Nirgendwo seien die Menschen "unpathetischer, einfacher und herzlicher". Bölls Lobpreisung und Chargersheimers Fotos adelten den rauen Pott - wegen des Menschenschlags, den er hervorgebracht hatte.

Es kommt einem bitteren, kohleschwarz schimmernden Witz der Geschichte gleich, dass zeitgleich mit dem Erscheinen des Buchs eine das ganze Ruhrgebiet erfassende Krankheit namens Zechensterben ausbrach. Erdöl und Gas waren deutlich günstiger; der ohne die Steinkohle nicht mögliche, gewaltige industrielle Aufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg konnte ohne die teure Steinkohle weiter befeuert werden. Die deutschen Bergwerke hatten auf dem Weltmarkt ohnehin immer einen schweren Stand gehabt, Weltmarktführer in der Produktion waren andere Länder, wo die Steinkohlefelder leichter zugänglich sind. Wo die Schächte nicht so tief sein mussten und die Sicherheits- und Sozialstandards nicht so hoch. Ende der 50er-Jahre führten die ersten Schließungen zu einer Welle des Protests. 60 000 Kumpel demonstrierten 1959 in Bonn gegen die drohende Schließung weiterer Zechen. Der CDU-Politiker Rainer Barzel scheute keine pathetischen Vergleiche, als er feststellte: "Wenn es an der Ruhr brennt, gibt es im Rhein bei Bonn nicht genug Wasser, das Feuer zu löschen."

Was folgte, ist hinlänglich bekannt: Die Politik wälzte staatliche Subventionen in Höhe von geschätzt insgesamt 200 Milliarden Euro in den nicht konkurrenzfähigen Steinkohlebergbau, um das Schlimmste zu verhindern, sprich so viele Arbeitsplätze wie möglich und um die hoch entwickelte deutsche Bergwerkstechnik zu erhalten. So wertvoll wie die Technik, die sie hervorbrachte, war über Jahrhunderte auch die Steinkohle des Ruhrgebiets gewesen, der hohe Brennwert der Fettkohle oder der noch hochwertigeren Anthrazitkohle, die bis zum 17. August diesen Jahres in Ibbenbüren abgebaut worden ist, hatte sie so wertvoll für die Stahlindustrie gemacht. Das "Schwarze Gold" bestand zu 70 Prozent aus Kohlenstoff (Anthrazit zu mehr als 90 Prozent). Mit dieser dichten, brennbaren Masse konnten die riesigen Feuer entfacht werden, die nötig waren, um Eisenerz zum Schmelzen zu bringen und die Eisenströme der Walzwerke zum Fließen. Die im Tagebau vergleichsweise kinderleicht, eben wie mit einer großen Schaufel abzubauende Braunkohle, die an der Oberfläche weggebaggert werden kann (allerdings mit unbändiger Zerstörungskraft, was den natürlichen Lebensraum betrifft), erreicht nur etwas mehr als die Hälfte der Brennkraft von Steinkohlekoks.

Es gab übrigens einmal eine Zeit, da war die Steinkohle genauso leicht zu haben wie die Braunkohle. So hatte schließlich alles angefangen. Schon in der Antike hatten die Menschen Kohle genutzt, um kräftige Feuer zu entfachen, die man für Schmiedearbeiten brauchte. Sie hatten nur nicht danach graben müssen, schon gar nicht in jenen unbegreiflichen Tiefen, in welche die Schächte des Ruhrgebiets am Ende getrieben worden sind. Immer im Wissen um die Gefahren, die von eindringendem Wasser ausgehen können und verpuffenden Gasen, die sich beim Abbau bilden.

Eine Welt, die niemals mehr wiederkommt: Bergbau-Stadt, 1958 für das Buch „Im Ruhrgebiet“ von Karl-Heinz Chargesheimer fotografiert. Wohl um den allgemeingültigen Charakter der Fotos zu betonen, sind die Legenden der Bilder denkbar allgemein gehalten, in den allermeisten Fällen fehlt jede Andeutung, die auf den Ort schließen lassen könnte. Hier ein Fußballplatz.

(Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln)

Auch im späteren Ruhrgebiet lag die Steinkohle anfangs vereinzelt gewissermaßen auf der Straße oder besser gesagt auf dem Feld oder im Waldesgrund, auf jeden Fall: an der Erdoberfläche. Seit dem Ende des 13. Jahrhunderts ist dort der Abbau schriftlich belegt. Abbau ist allerdings ein großes Wort, gemessen an den Fördertechniken, die am Ende des Mittelalters zum Einsatz kamen. Zu jener Zeit ging der Bauer mit einem Behälter zum Flöz und sammelte so viel Brennmaterial er eben gerade brauchte. Vorzugsweise im Winter taten die Bauern das, weil es da sowieso nicht viel zu arbeiten gab, und da konnten sie ja ebenso gut dieses schwarze Zeug aus der Erde kratzen, das fürs Feuer nützlich war. Mehr lässiger Zeitvertreib als Gewerbe war damals der Bergbau. Bis das Abholzen der Bäume dazu führte, dass der am leichtesten verfügbare Brennstoff knapp zu werden begann. Und die Steinkohle interessant wurde. Die Crux bestand aber darin, dass die offen zutage liegenden Felder bald abgetragen waren. Und auch der Abbau in Gräben und Löchern, die Pingen genannt wurden, keine befriedigenden Ergebnisse mehr hervorbrachte. Vom 16. Jahrhundert an musste die Suche nach der Kohle aufwendiger betrieben werden. Die Flöze, die ein paar Meter unter der Erdoberfläche verliefen, erreichten die Männer noch in Stollen, die sie in Flusstälern anlegten. Noch war das Steinkohleschürfen eine Arbeit, die nur in der Waagerechten ausgeführt werden konnte.

Als die Wiege des Ruhrbergbaus gilt das Muttental bei Witten, wo seit 1578 Kohle in Stollen abgebaut wurde. Die große Zeit begann im 19. Jahrhunderts, als die Industrielle Revolution Deutschland erreichte. Die Hochöfen für die Eisenverarbeitung wurden immer leistungsfähiger, und sie brauchten gewaltige Mengen an Koks. Die hochwertige Steinkohle des Ruhrgebiets war der ideale Ausgangsstoff für die Veredelung des Brennstoffs in Kokereien, großen Öfen, in denen der Kohle bei mehr als 1000 Grad Wasser, Teer und Schwefel entzogen wurden. Das Ergebnis waren kleine Klumpen, die weniger Rauch und Gas abgaben. Genau das Richtige für Dampfmaschinen und Hochöfen. Der Stoff, den auch die von Friedrich Krupp 1811 gegründete Gussstahlfabrik für ihr Schmelzhaus brauchte, aber lag hier tief und immer noch tiefer in der Erde verborgen. 1832 wurde der erste Tiefbauschacht angelegt. Die noch immer weitgehend landwirtschaftlich geprägte Gegend wurde durch die Allianz von Schwerindustrie und Zechen zum "Pott". Hansestädte waren Dortmund, Bochum, Essen und Duisburg vorher gewesen, verbunden durch den Westfälischen Hellweg. Der wurde zur Bundesstraße 1, der Lebensader eines der größten Industriestandorte der Welt.

Bölls wehmütige Anklage der Lebensbedingungen dort beginnt mit der Rückkehr eines jungen Paares auf einer Straße unweit des Hellwegs. Sie waren mit ihrem kleinen Wagen zum Zelten an der Côte d'Azur. Die beiden sind noch regelrecht benommen von der luziden Schönheit der vergangenen Wochen. Auf einer Brücke, die über die Ruhr führt, möchte die Frau, "etwa 30, modisch gekleidet, schlank, blond", kurz aussteigen. Und was tut sie? Sie schnuppert. Als sie zum Auto zurückkommt, fragt der Mann, was los war. Sie sagt: "Nichts war los. Ich wollte nur sehen, wollte riechen, ob wir wirklich zu Hause sind."

"Warum gerade hier?" fragt er.

"Weil es hier anfängt", sagt die junge Frau. "Hier fängt der Lichtwechsel an, hier schmeckt die Luft bitter, werden die Häuser dunkel, und hier sprechen die Leute, wie ich spreche." Und dann eröffnet sie ihm, dass sie die Berge, die Seen, diese sauberen Dörfchen keine zwei Tage mehr ausgehalten hätte. Dass sie sich aufs Kintopp an der Ecke der Bochumer Straße freut, auf Bierchen und Schnaps, auf den Fußballplatz, und auf den Schrebergarten vom Großvater hinter der Kokerei. Auf "das ganze Geklatsche und Geklöne".

Die Sonnenbrille für Südfrankreich hatte sie schon vorher mit "nüchterner Endgültigkeit" weggeräumt.

Harald Hordych

Der Bildband

Sechs Monate lang hatten der Fotograf Chargesheimer (bürgerlicher Name: Karl Heinz Hargesheimer) und der Schriftsteller Heinrich Böll die Region für den 1958 erschienenen Fotoband "Im Ruhrgebiet" bereist. Das Ruhrmuseum Essen widmete 2014 den 157 Fotos und bisher unveröffentlichtem Material eine Ausstellung. Der 1972 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnete Böll (1917 - 1985) hatte zu dieser Zeit bereits "Haus ohne Hüter" und "Das Brot der frühen Jahre" veröffentlicht. Aber der Erfolg von "Billard um halb zehn" und "Ansichten eines Clowns" stand noch aus. Chargesheimer (1924 - 1971) war ein Chronist deutschen Alltagslebens. Bekannt wurde er durch das legendäre Porträt von Bundeskanzler Konrad Adenauer, das der Spiegel kurz vor der Bundestagswahl 1957 als Titel zeigte. "Im Ruhrgebiet" (Kiepenheuer & Witsch) ist nur antiquarisch erhältlich.

Wie aus einer anderen Zeit: Bilder aus den Bergbau-Städten, 1958 für das Buch "Im Ruhrgebiet" von Karl Heinz Chargesheimer fotografiert. Wohl um den allgemeingültigen Charakter der Fotos zu betonen, sind im Buch die Informationen zu den Bildern ganz kurz und lakonisch. In den meisten Fällen fehlt jede Andeutung, die auf den Ort schließen lassen könnte. Links: "Fußballplatz", rechts oben "Kumpels nach der Schicht", rechts unten: "Nachmittag". Fotos: Rheinisches Bildarchiv Köln

© SZ vom 24.11.2018
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