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Starenplage in Rom:Gekommen, um zu bleiben

Stare fliegen im Winter gen Süden, viele kennen nur ein Ziel: Rom. Dort machen sie sich tagsüber über Olivenhaine auf dem Land her, beim nächtlichen Verdauen besudeln sie Gehwege, Autos, Statuen und Fußgänger. Um sie zu vertreiben, müssen die Experten schlauer sein als die gewitzten Vögel.

Dieses Wogen am Herbsthimmel von Rom, Touristen verfolgen es dieser Tage staunend: Hunderttausende Stare formen da mit ihren Schwärmen Wellenmuster im Nachmittagslicht. Ihr stetes Gezwitscher klingt bis tief in die Nacht von den großen Platanen an den Uferstraßen des Tiber und überall, wo sie bequeme Schlafplätze finden. So weit ist das durchaus faszinierend.

Reise der Zugvögel

Schwärme für den Star

Die andere Seite dieses Phänomens nervt die Römer gewaltig, denn sie ist glitschig, stinkt und sieht gar nicht gut aus: Die Stare überziehen mit ihrem Kot Gehwege, Fahrbahnen und Bänke, parkende Autos verwandeln sich in weiß verkrustete Ungetüme. Fußgänger spannen Schirme auf, um sich vor Fäkalbewurf zu schützen.

Bis zu vier Millionen Stare aus Nordeuropa fallen in der Ewigen Stadt dieser Tage wieder ein - nirgendwo sonst sind es so viele. Es gab Jahre, da mussten Straßen, zum Beispiel im belebten Viertel Prati, gesperrt werden: Motorradfahrer und Passanten gingen auf der feucht-schmierigen Kotschicht reihenweise zu Boden und verletzten sich. Oliven gehören zur bevorzugten Speise der Stare - das macht ihre Ausscheidungen besonders ölig. Zudem kann ihr Mist krankmachende Keime enthalten.

Den Tag verbringen die Stare auf dem Land, wo sie sich in aller Ruhe auf Feldern und Bäumen vollfressen. Ehe es dunkel wird, kommen sie dann lieber wieder in die Stadt. "Die Stare haben in Rom keine natürlichen Feinde und können in der Stadt auch viel sicherer schlafen", erklärt die Biologin Alessandra Buscemi. "Außerdem ist es vier bis fünf Grad wärmer als auf dem Land, es regnet und windet weniger, das spart den Vögeln eine Menge Energie."

Buscemi arbeitet für ein Team der Stadtverwaltung, das es mit den Staren aufgenommen hat: Vogelbekämpfer, die sich in weiße Kapuzenoveralls hüllen, Atemmasken vor dem Gesicht tragen und mit Megafonen unterwegs sind. Ihre Hauptwaffe ist ein ganz spezieller Schrei: der Alarmruf, mit dem Stare einander vor sich anbahnender Gefahr warnen.

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Centenario unter Zypressen