bedeckt München 21°

Städtetipps von SZ-Korrespondenten:Nachtleben und Kniggefragen

Light trails made by a passing bus illuminate the night sky in front of Britain's Houses of Parliament in London

Das Nachtleben in London verändert sich ständig. Schwerpunkte liegen im Osten und Süden der Stadt, also werfen Besucher nur einen kurzen Blick auf Big Ben bei Nacht. Und ziehen dann weiter.

(Foto: Reuters)

Wo der Abend im Nachtleben von London beginnt, wie es weitergeht und wie Sie es in der englischen Hauptstadt vermeiden, für verrückt gehalten zu werden.

Typisch für das Nachtleben in dieser Stadt ist ...

... im Grunde gar nichts. Denn das Londoner Nachtleben lässt sich nicht fassen: Es gibt die sich ständig verändernde "Szene" im Osten und Süden, von Prinz Harry frequentierte "Euro-Trash"-Läden in South Kensington, gemütliche Pubs und Großraumdiskos.

Hier beginnt der Abend:

im Bodega Negra, ein als Sex-Laden getarnter Mexikaner in Soho.

Dann ziehen Sie weiter ins:

Dalston Roof Park, cooler Dachgarten mit interessanten Leuten und wechselndem (Musik-) Programm.

Hier wollen alle rein:

Shoreditch House, ein Privatklub mit Bowling-Bahn und Pool auf dem Dach.

Dabei ist es hier viel besser:

Experimental Cocktail Club, gut getarnte Hipster-Spelunke in China Town.

Dies ist der beste Platz für den Sonnenaufgang:

Primrose Hill, im Norden der Stadt. Danach gleich zum Brunch ins russische Restaurant Trojka.

Mit diesem Satz kommen Sie überall zurecht:

"Excuse me"

Darüber spricht man in London:

Das Wetter ist das Lieblingsthema des ganzen Landes, in erster Linie ist es jedoch das beliebteste Nichtthema: Klagen über Regen/Hagel/Windböen helfen den Londonern, unangenehme Gesprächspausen zu überwinden und höflich zu plaudern.

Vorsicht, Fettnäpfchen!

Londoner schätzen ihre Privatsphäre über alles. Im Pub dürfen Sie wildfremde Menschen ruhig in Gespräche verwickeln, aber wenn Sie das in U-Bahn, Parks oder auf der Straße versuchen, wird Sie Ihr Gegenüber bestenfalls als aufdringlichen Störenfried, schlimmstenfalls als Verrückten einschätzen.

Näheres zu Raphael Honigstein, dem Autor der London-Tipps:

Jahrgang 73, gebürtiger Münchner, seit 1993 in London. Schreibt unter anderem für die Süddeutsche Zeitung , The Guardian und Sports Illustrated , Autor von "Harder, Better, Faster, Stronger. Die geheime Geschichte des englischen Fußballs".

Lesen Sie auch die anderen Städtetipps von SZ-Korrespondenten für Istanbul, Paris, Stockholm, Tel Aviv, Moskau, Warschau, Madrid, Zürich, Rom und Prag.