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Städtetipps:Wien über Kreuz

Wo man Wien am wienerischsten erleben kann? Nicht am Naschmarkt, nicht am Ring, beim Demel, beim Sacher, im Prater; alles toll, alles voll, alles falsch. Sondern: am Jodok-Fink-Platz in der Josefstadt, benannt nach einem Vorkriegspolitiker. Dabei kennt fast jeder Wiener dieses Stück Heimat nur als "Piaristenplatz", weil der Piaristenorden mit seiner Kirche, seinem Gymnasium und der Immaculata-Säule hier einst den Charme der Wiener Vorstadt mit der Macht der katholischen Kirche vereint hat. Das Geviert im achten Bezirk ist ein heller, heiterer Ort mit perfekten Proportionen- aber schön ist ja in Wien vieles. Besonders ist der Platz, weil sich hier das bescheidene und das mondäne, das stille und das laute, das urbane und das ländliche Wien überlagern.

An einer Ecke liegt eine der besten Pizzerien der Stadt, an der anderen das Maria-Treu-Café, in dem man Wienerisch essen und stundenlang Zeitung lesen kann. Aus dem Gymnasium strömen nachmittags ziemlich schnöselige Maturanten. Elegante Mamis holen ihre Kinder aus der Volksschule ab und trinken noch ein Glaserl Sekt. Und weil sowohl das Café wie auch die Pizzeria Tische auf dem Platz haben, aber seltsamerweise über Kreuz, muss der Pizza-Kellner von schräg links über die Piaristengasse nach schräg rechts zu seinen Gästen queren und der Kaffeehauskellner von schräg rechts über die Straße nach schräg links. Es ist es ein ständiges Kommen und Gehen. Wer sich hier zu einem Gespritzten niedersetzt, der erlebt die Poesie der Stadt. Den ganzen Tag. Nachts ist es hier sehr still. Was auch schön ist, mitten in Wien.

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(Foto: iStockphoto)