Städtereise-Tipps für Buenos Aires Aussicht, Transport, Essen und Trinken

Hier finden Sie Peter Burghardts Tipps für die schönste Aussicht, für Ihren Weg durch die Stadt und für den kleinen und großen Imbiss.

Den schönsten Blick auf Buenos Aires haben Sie ...

... auf der Fähre aus Uruguay bei der Einfahrt in den Hafen. Und im Park Reserva Ecológica zwischen Costanera Sur und Rio de la Plata. Dort wurde Bauschutt abgeladen, dazwischen wuchert Urwald, dahinter ragen die Wolkenkratzer von Puerto Madero aus dem Gras. Außerdem bei gutem Wetter aus dem Flugzeug beim Anflug auf den Stadtflughafen Aeroparque. Und aus Hochhäusern wie dem Hotel Panamericano neben der Avenida 9 de Julio.

Das können Sie sich in Buenos Aires sparen:

Das Grillhaus Cabaña Las Lilas in Puerto Madero ist ideal für Geschäftsreisende, deren Firma die Rechnung zahlt. Wer mehr aufs Reisebudget achten muss, findet günstigere Alternativen. Vorsicht geboten ist außerdem bei Tangoshows. Es gibt teure und gute, aber auch teure und schlechte. Zu den Guten gehört zum Beispiel das Torquato Tasso am Parque Lezama in San Telmo.

Argentinien

Touristen-Tango in Buenos Aires

So kommen Sie am besten durch die Stadt:

Mit den schwarzgelben Taxis. Deren Tarife steigen zwar ebenso inflationär wie fast alle Preise, aber Taxifahren ist trotzdem noch billiger als in Deutschland und außerdem unterhaltsamer. Die Taxifahrer von Buenos Aires sind Entertainer. Manche erklären einem sogar den Peronismus, eines der letzten Rätsel des Universums. Die U-Bahn (genannt "Subte" von Subterráneo) hat ein überschaubares Netz mit vollgestopften Waggons. Sie ist für manche Ziele trotzdem eine Alternative, sofern nicht wieder das Personal streikt. Die Tickets sind subventioniert und nahezu geschenkt (zwei Pesos, 30 Cents). Das gilt auch für die Busse, Busfahrer geben allerdings Gas wie vom Teufel Verfolgte.

Ansonsten gehört Buenos Aires trotz seiner breiten Avenidas zu den wenigen Großstädten Lateinamerikas, wo Fußgänger noch eine Chance haben. Wer sich traut, kann es auch mit dem Fahrrad versuchen, die Stadtverwaltung vermietet neuerdings gelbe Räder. Seither wirken Radler nicht mehr wie lebensmüde Marsmenschen.

Damit sollten Sie unbedingt fahren:

Reisende mit Geduld und guten Nerven nehmen den Bus Nummer 152. Von Olivos, wo die Residenz der Präsidentin liegt, bis nach La Boca. Wenn alles gut geht, überfährt der Chauffeur unterwegs keinen Passanten. Kürzer und unterirdisch ist die Metro-Linie A von der Plaza de Mayo bis zum Kongress, mit Holzwaggons aus dem Jahre 1913. Weniger ruckartig bewegt sich der neuere "Tren de la Costa", der Küstenzug Richtung Tigre. Dort laufe man dann an den Ruderklubs vorbei zum Pier, nehme ein hölzernes Linienboot (Interisleños) und fahre zum Beispiel zum Restaurant Gato Blanco durch das Delta, in dem Flüsse die Straßen sind.

Die einfachste Art, Buenos Aires zu verlassen, ist die Reise auf der Fähre von Puerto Madero nach Uruguay. Eine Stunde dauert die Fahrt nach Colonia de Sacramento, eine Unesco-geschützte Kleinstadt auf der anderen Seite des Rio de la Plata. Es wackelt nur, wenn der Fluss schlecht gelaunt ist.

Steigen Sie bloß nicht in ...

... ein hässliches Taxi, dessen Fahrer keinen Ausweis am Sitz hängen hat. Die unangenehmsten Piloten lauern am Stadtflughafen Aeroparque und am Bahnhof Retiro. Auch Falschgeld ist beliebt. Aber es sind wenige Gauner am Werk, keine Sorge.

Probieren Sie unbedingt ...

... das Fleisch, was sonst. In einer von Hunderten Parrillas, Steakhäusern mit Grillen, auf denen ganze Herden glücklicher Kühe Platz finden. Die Zeremonie beginnt mit gegrilltem Käse (Provoleta), Bratwürsten (Chorizo), Blutwürsten (morcilla) und weiteren Innereien. Es folgen die verschiedenen Teile des Rinds, die besten heißen Lomo (Filet) und Bife de chorizo (Rumpsteak). Dazu Salat und Rotwein. Mehr braucht der Mensch nicht.

Alltag in Buenos Aires

"Wir leben in Extremen"

Rituelle Gipfeltreffen sind Asados, stundenlange Grillexzesse, bevorzugt auf einem Landsitz (Estancia) in der Pampa. Vegetarier verhungern trotzdem nicht, Buenos Aires ist schon wegen seiner Immigranten Teil der globalisierten Gastronomie. Der Nationaltee heißt Yerba Mate und wird mit einem Strohhalm aus Metall aus einem ausgehöhlten Kürbis getrunken. Der Nationaldrink ist Fernet Branca mit Coca Cola. Man kann sich an beides gewöhnen.

Das schönste Café:

Wahrscheinlich das Tortoni an der Avenida de Mayo, das in jedem Reiseführer steht. Und das Café Confitería Ideal, wo im ersten Stock Teile des Films "Tango" von Carlos Saura gedreht wurden und abends zwischen düsteren Säulen auch Tango getanzt wird. Hübsch ist auch das renovierte Las Violetas, an der Avenida Rivadavia. Der Korrespondent selbst liebt die Voulez Bar, Ecke República Árabe Síria und Cerviño.