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Hippe kleine Städteschwestern:Ansehen: Freiluftmuseum und Regenbogen-Aussicht

Die zweitgrößte Stadt Dänemarks schreibt sich jetzt wieder mit Aa statt mit Å - eine nette kleine Geste für Menschen ohne dänische Tatstatur. "Ooahuus" spricht sich die Hafen- und Unistadt, die eine der ältesten Nordeuropas ist. Schon die Wikinger fanden das Fleckchen Jütland in der Århusbucht am Kattegat überaus gut gelegen.

Am besten lässt sich Aarhus zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden. Zwischen April und Oktober bietet die Stadt an zahlreichen Stationen Leihfahrräder an. Diese werden nach dem Einkaufswagen-Konzept mit einem 20-Kronen-Stück entsperrt - gibt man das Fahrrad wieder ab, gibt es auch das Geld zurück. Wer länger aufs Rad setzt, leiht sich eines zum Beispiel für umgerechnet 15 Euro am Tag oder gut 65 Euro in der Woche bei Cycling Aarhus.

75 alte Fachwerk-Häuser aus dem ganzen Land wurden ins Freilichtmuseum Den Gamle By verpflanzt. Nach einer Kutschfahrt durch das Dorf können Besucher den Leuten ins Wohnzimmer und in die Küche schauen. In einer eigenen Bäckerei verkaufen Frauen in weißen Schürzen Gebäck, in einer alten Apotheke reihen sich Fläschchen und Tinkturen und verschiedene Handwerkseinrichtungen sind in Betrieb. Dank der Verkleidungsfreude der Dänen wird so eine Zeitreise ins 19. Jahrhundert möglich. In zwei weiteren Bereichen werden außerdem die 20er-Jahre und auch die 70er neu zum Leben erweckt. In der Adventszeit gibt es außerdem eine Ausstellung über die Bräuche und Entwicklung des Weihnachtsfests.

Noch weiter in die Vergangenheit geht es im Moesgaard Museum. In einem spektakulären Neubau - das Museum erhebt sich als begehbare Rampe aus der Wiese - wird eine prähistorische Ausstellung zu sehen sein. Die multimediale, interaktive Präsentation eröffnet am 11. Oktober und zeigt das Leben in der Steinzeit bis zu den Wikingern. Rund um das Museum, das etwas außerhalb der Stadt gelegen ist, bildet man sich im Anschluss inmitten schöner Wälder weiter: Der vier Kilometer lange Abenteuer-Lehrpfad "Oldtidsstien" führt entlang von Nachbauten aus der Eisenzeit bis an den Moesgaard-Strand und wieder zurück.

Das Kunstkontrastprogramm gibt es im ARoS, im Kunstmuseum Aarhus. Schon das Gebäude ist spannend. Im Inneren des roten Würfels bieten neun Etagen, die über eine Wendeltreppe oder einen Glas-Aufzug gewechselt werden können, immer neue Aussichten. Besonderes Highlight ist "Your rainbow panorama" - eine Installation des international bekannten Künstlers Olafur Eliasson: Vom Dach aus kann man durch einen begehbaren, im Kreis angeordneten Regenbogen auf die Stadt schauen. Das Museum zeigt vor allem Gegenwartskunst in wechselnden Ausstellungen, aber auch ältere Werke dänischer Künstler. In einem Extrabereich können Kinder selbst kreativ werden.

Frauenmuseum, royale Sommerresidenz und Eisberge

Im Frauenmuseum Kvindemuseet wird die Geschichte der Emanzipation und Frauenbewegung, vor allem aber der Alltag von Frauen über die Jahrhunderte hinweg erlebbar gemacht. Ein weiterer Teil der spannenden Ausstellung widmet sich dem Thema Kindheit.

Nicht nur Dänemarks Hauptstadt, auch Aarhus hat königlich Glamour zu bieten. Im Südwesten der Stadt liegt Schloss Marselisborg, die Sommerresidenz der dänischen Royals. Sind die Königin und ihre Familie zu Gast, findet täglich um 12 Uhr mit großem Tamtam ein Wachaufzug der Königlichen Garde statt. Kein Adel daheim? Auch gut - dann darf nämlich der schöne Schlosspark auch vom niederen Volk besucht werden.

Im Vergleich mit dem Tivoli in Kopenhagen kann der Freizeitpark von Aarhus zwar nicht mithalten, doch auch hier kommen Achterbahn-Fans auf ihre Kosten. Im Tivoli Friheden gibt es mehr als 40 Fahrgeschäfte und Buden, alles ist von der Innenstadt aus zu Fuß erreichbar. Im Winter ist der Tivoli geschlossen, doch von Dezember bis März gibt es dafür auf dem zentralen Bispetorvet-Platz eine kostenlose Eislaufbahn.

Anders als in anderen Städten gehört das Rathaus von Aarhus nicht unbedingt auf die Topliste der Sehenswürdigkeiten. Das Ding ist doch sehr klotzig geraten. In der Domkirke gibt es aber einige schöne Fresken und einen großen Flügelaltar des Lübecker Holzschnitzers Bernt Notke zu sehen.

Besonders schön ist der neue Hafen mit dem "Isbjerget", dem Eisberg. Gerade zum Sonnenuntergang erhebt sich die neu gebaute Skyline wie Packeis verschoben über den Quai. Wer es wie die Einheimischen machen will, schlendert einfach durch die schönen Altstadtviertel und sucht sich später im Universitätspark einen Platz: In der weiten Grünanlage mit zwei Seen lässt sich herrlich ausspannen.

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