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Stadtviertel in Rom:Dunkle Vergangenheit

Monti wird längst nicht so von den Touristenmassen heimgesucht wie das berühmtere Trastevere auf dem anderen Tiber-Ufer. Doch auch hier haben Architekten, Ärzte und Rechtsanwälte längst die Terrassenwohnungen in den obersten Stockwerken besetzt. Was die Mietpreise im Dorf mächtig in die Höhe schießen lässt.

"Das erste Stadtviertel von Rom ist Monti", so beginnt der römische Historiker Alberto Manodori seine Stadtgeschichte "I rioni e i quartiere di Roma". Jene umliegenden Hügel, die einst dazugehörten, haben dem Viertel seinen etwas großspurigen Namen gegeben ("Berge"), auf den die "Monticiani" stolz sind.

Ihr Monti, seit jeher Rivale von Trastevere, hat heute seine unrühmliche Spelunken-Vergangenheit abgelegt. Der gefürchtete römische Kaiser Nero soll hier nachts unerkannt durch die dunklen Gassen hinter dem Trajans-Forum gezogen sein, weil er hören wollte, was das gemeine Volk über ihn redete.

Umgeben von einem heillosen Durcheinander bietet heute ein Tischler seine aufgemöbelten Antiquitäten an, deren Preis sich womöglich die jetzt auf Monti aufmerksam gewordene Schickeria leisten kann. Der Krämerladen nebenan hat geschlossen, im Schaufenster preisen vergilbte Zeitungsartikel die typisch römische Ware und die Tradition des Ladens.

Der Duft von gerösteten Peperoncini

"Das ist ein Stadtviertel, das oft nach gerösteten Peperoncini duftet oder nach Abbacchi al forno (Lamm aus dem Ofen), in dem die mit Basalt gepflasterten Straßen und Gassen keine Bürgersteige kennen und den Passanten als einzigen Schutz vor den Autos Prellsteine anbieten": Wenn es um Monti geht, wird selbst der Historiker Manodori poetisch. Als charakteristisch sieht er den Kern Montis an, mit den Gassen Panisperna und Boschetto oder auch der Zigeuner-Straße, der Via degli Zingari.

Dort ist immer etwas los - was natürlich all jene nicht so gut mitbekommen, die sich die Terrassenwohnungen hoch oben leisten, um den Sommer zu genießen: Mit einem Glas Prosecco und dem Blick auf die Dächer und Kirchenkuppeln Roms, hinter denen sich in der Ferne bei guter Sicht die Albaner Berge abzeichnen.