Stadtspaziergang:Dolce Vita in römischen Gassen

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Kunst, Kultur und dazwischen leckere Pausen: der etwas andere Stadtspaziergang durch Rom.

Finalmente! Nach einer Woche voller Lärm und Hektik zieht am Tiber das Wochenende herauf. Wenn sich Petrus geneigt zeigt und den Petersdom in Sonnenlicht hüllt, dann kann der Tag beginnen, wie er immer beginnen sollte: mit einem Cappuccino und einem süß gefüllten Cornetto.

Ob Museumsbesuch und Kino, Einkaufen oder ein Ausflug in die römische Gastronomie - all das will doch richtig stimmungsvoll eingeläutet sein. Auch wenn das "Dolce Vita" des Federico Fellini mit einer leichten Staubschicht zugedeckt ist und das Rom des Pier Paolo Pasolini der Vergangenheit angehört: Zum Flanieren und Genießen lädt die Ewige Stadt immer ein.

Also, wie war das mit dem Cappuccino in der Cafeteria oben auf der Terrazza Caffarelli mit dem Blick über den Palatin-Hügel? Unten auf der Piazza del Campidoglio sammelt sich eine Hochzeitsgesellschaft; auch die Heerschar der Touristen zieht schon heran, um die Schätze der Kapitolinischen Museen zu bewundern.

Da steht der Römer lieber nicht Schlange, sondern macht sich auf zu der Terrasse auf dem Hügel und blickt - mit der Espresso-Tasse in der Hand - auf das im milden Morgendunst liegende Viertel Trastevere auf der rechten Tiber-Seite.

Ein solcher Blick lädt zum Flanieren ein. Sicher, Rom ist keine Metropole der Boulevards wie Paris. Doch dafür ist Rom übersät mit Juwelen aus der antiken und der späteren Zeit - etwa dem Quirinalspalast, bewohnt von Präsident Giorgio Napolitano und nur einen kurzen Spazierweg von der Cafeteria entfernt.

Den Bummel zum Einkaufen, der zu einem vertrödelten Tag in Italiens Hauptstadt auf jeden Fall gehört, kann man ja gut aber noch nachmittags einschieben - vielleicht in der Via del Babuino zwischen der Piazza del Popolo und der Spanischen Treppe am Nordrand des historischen Zentrums. Die Straße reiht Trendboutiquen mit von Jil Sander bis Tiffany's auf.

Vor dem Mittagessen wartet auch noch Kaiser Augustus am Tiberufer - sein Friedensaltar und das"Museum Ara Pacis" sind immerhin wieder Tagesgespräch in Rom. Denn der postfaschistische neue Bürgermeister Giovanni Alemanno mag den zeitgenössischen Bau ganz in Weiß nicht, den der Stararchitekt Richard Meier zum Schutz der Anlage entwarf. Am liebsten würde Alemanno ihn abreißen lassen. Also muss man sich beeilen, das hypermoderne Stück Architektur der "Ara Pacis Augustae" zu würdigen. Denn eigentlich tut es doch der Stadt mit der großen Vergangenheit ganz gut, ab und zu einen Schritt ins Heute zu wagen.

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