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Spektakuläre Skipisten:Harakiri in Weiß

Sie haben ein Gefälle von über 70 Prozent und tragen so vertrauenserweckende Namen wie "Harakiri" und "Diabolo": die steilsten Pisten der Alpen.

Stefan Herbke

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Die steilsten Pisten: Streif in Kitzbühel, Kitzbühel Tourismus

Quelle: SZ

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Sie haben ein Gefälle von über 70 Prozent und tragen so vertrauenserweckende Namen wie "Harakiri" und "Diabolo": die steilsten Pisten der Alpen.

Österreich: Streif

Die Streif am Hahnenkamm in Kitzbühel ist berühmt - und berüchtigt. Doch die extremen Steilhänge mit einem maximalen Gefälle von 85 Prozent werden nur im Abfahrtsrennen gefahren. Die normalen Skifahrer dürfen nur einen Blick darauf werfen und umfahren auf der "Streif-Familienabfahrt" die klassischen Schlüsselstellen der Streif - so kommen auch weniger Wagemutige sicher und ohne Stress ins Tal nach Kitzbühel.

Das ist auch besser so, denn nur wenige würden die steilen Passagen, die sich vor und nach dem Rennen eher als schräg gestellte Eisbahn entpuppen, sicher bewältigen. Der Rest würde innerhalb von Sekunden nach Einfahrt in den Eiskanal einen Abflug machen und sich erst viel weiter unten im nächsten Flachstück wiederfinden.

Die Streif ist also was für Profis, doch auch für Freizeitfahrer gibt es in den Alpen eine Menge Herausforderungen - von denen manche sogar noch steiler sind als die Streif.

Foto: Kitzbühel Tourismus

Die steilsten Pisten: Manni-Pranger-Piste Steinach, TVB Wipptal

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Österreich: Manni-Pranger-Piste

Schon von der Gondel aus sieht es steil aus. Aber das ist kein Vergleich zu dem Abrund, der sich an der Kuppe der Manni-Pranger-Piste stehend unter den Skiern auftut: Beinahe senkrecht geht es auf der Piste im Tiroler Wipptal nach unten. Auf dem Gefälle von 102 Prozent will nicht mal der Kunstschnee so recht haften. Mit 46 Grad ist es die steilste präparierte Abfahrt Österreichs, selbst die Pistenraupe wird nur an der Seilwinde fixiert auf den Hang gelassen. Die Betreiber der Bergbahnen in Steinach mussten schon den einen oder anderen Wintersportler, der seine Künste überschätzt hatte, mit dem Bully abholen.

Foto: TVB Wipptal

Die steilsten Pisten: Harakiri, Bergbahnen Mayrhofen

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Österreich: Harakiri

Bis zur aktuellen Saison galt die Harakiri als Österreichs steilste Piste. Längst gibt es zu der Abfahrt mit einem Gefälle von durchschnittlich 78 Prozent auf der Homepage der Mayrhofener Bergbahnen eine Community, auf der man seinen Kommentar zur Hanglage abgeben kann. An allen Kassen kann man Harakiri-Fanartikel kaufen, als Andenken an einen Beinahe-Absturz.

Auch die gegenüberliegende Diretissima neben der Schneekarbahn ist eine harte Prüfung für die Oberschenkelmuskeln ...

Foto: Bergbahnen Mayrhofen

Die steilsten Pisten: Katschberg, Herbke

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Österreich: Katschberg

Das skifahrerische Glanzstück des Katschbergs befindet sich unter der Kuppe des Ainecks, über die an vielen Wintertagen der eisige Nordwind pfeift - Skifahren am Aineck kann ein kaltes Vergnügen sein.

Doch wer die Falllinie einschlägt und auf der Direttissima rasant talwärts schwingt, dem wird schnell warm. Mit 2500 Metern Länge zählt die von Einheimischen als "Kärntner Streif" bezeichnete Piste zu den längsten "schwarzen" Abfahrten Österreichs, und mit einem Gefälle von teils über 60 Prozent auch zu den steilsten.

Foto: Herbke

Die steilsten Pisten: Golm/Montafon, Herbke

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Österreich: Montafon

Eigentlich steht das Montafon für familienfreundliche Pisten. Doch auch Sportskanonen kommen nicht zu kurz.

So versteckt sich in der weitläufigen Skischaukel Silvretta Nova nur wenige Meter von der Bergstation der Valiserabahn entfernt die Einfahrt in die "Abhenkina", einem extrem steilen Downhill, bei dem man keinem eisige Verhältnisse wünscht.

Noch sportlicher geht am benachbarten Golm zu. Die Diaboloabfahrt am Grüneck trumpft gleich zu Beginn mit einem rasanten Starthang (bis zu 70 Prozent Gefälle!) auf, läuft dann aber relativ schnell flach aus.

Foto: Herbke

Die steilsten Pisten: Obertauern, Herbke

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Österreich: Obertauern

Fast schon legendär ist die "Gamsleiten" 2. Zwar hat sie längst einiges von ihrem Schrecken eingebüßt, immerhin wird die einst mit Buckeln gespickte Steilabfahrt nun präpariert. Doch bei hartem Schnee oder schlechten Kanten kann sie einem heute noch das Fürchten lernen.

Wem diese Herausforderung nicht reicht, kein Problem, neben dem Pistenband gibt es noch furchterregende Buckel.

Foto: Herbke

Die steilsten Pisten: Lech, Herbke

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Österreich: Lech

Hier treffen sich die Reichen und Schönen - und die echten Könner unter den Skifahren. Denn die Tiefschneemöglichkeiten am Arlberg sind legendär, und selbst die Pisten warten mit richtigen Knallern auf.

Hier gibt es echte Double Black-Diamond-Routen und Skirouten, die so steil sind, dass man oben am liebsten gleich wieder kehrt macht.

Paradebeispiel ist der "Lange Zug" unter dem Rüfikopf, eine Skiroute, die in der Regel gewalzt wird auf jeden Fall steiler ist als die "Harakari", nur wird um diesen Run kein so großer Wirbel veranstaltet.

Foto: Lech Tourismus

Die steilsten Pisten: Kandahar, Garmisch-Partenkirchen, Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG

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Deutschland: Kandahar

Steile, lange oder hoch gelegene Pisten mit Superlativen gibt es auch in Deutschland: Die Kandahar in Garmisch-Partenkirchen zum Beispiel wurde im vergangenen Winter noch steiler gemacht, als sie ohnehin schon war: 92 Prozent misst der "Freie Fall" jetzt. Damit verfüge man über "die steilste Stelle im Weltcup", verkünden die Gastgeber der alpinen Skiweltmeisterschaften von 2011 stolz. Auch normale Touristen können sich an der Abfahrt versuchen, die an vielen Stellen steiler ist als der Anlauf einer Skisprungschanze.

Foto: Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG

Die steilsten Pisten: Hochpustertal, TVB Hochpustertal

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Italien: Hochpustertal

Eine Herausforderung für die Oberschenkel ist die tiefschwarze Piste "Raut" im Skigebiet Helm, die ohne Umwege der Falllinie folgt und unterhalb der Gondelbahn nach Obervierschach führt. Ein echter Knaller, aber das Hochpustertal bietet noch mehr. Denn unter den Felswänden der fast 3000 Meter hohen Rotwandspitze verstecken sich die idealen Skihänge der Rotwandwiesen.

Auf denen fühlen sich Anfänger wohl, während echte Sportskanonen die rasante Talabfahrt "Holzriese" unter die Bretter nehmen, die seit dem Winter 2004/05 durch einen steilen Starthang mit bis 71 Prozent Gefälle ("Holzriese I") noch einmal aufgewertet wurde.

Foto: TVB Hochpustertal

Die steilsten Pisten: Kronplatz, Herbke

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Italien: Kronplatz

Das Familienskigebiet kann auch ganz anders. Wer am Kronplatz auf die schattige Nordseite wechselt, der entdeckt ganz schnell, dass die durch den dichten Bergwald ziehenden Pistenbänder reichlich anspruchsvoll sind. Ein Steilhang folgt dem nächsten, ohne Flachstück folgen die Schneisen Sylvester und Herrnegg der Falllinie und entlassen die Sportler erst nach 1300 Höhenmetern wieder - die strapazierten Oberschenkel dürfen sich erst auf der langen Bergfahrt mit der Gondelbahn wieder erholen.

Foto: Herbke

Die steilsten Pisten: Mont Fort, Herbke

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Schweiz: Mont Fort

Im Pistenplan eingezeichnet, aber nicht gewalzt wird der extreme Steilhang direkt unter der auf 3330 Meter Höhe liegenden Seilbahn-Bergstation am Mont Fort. Schon von weitem sind die riesigen Buckel in der Schneeflanke zu erkennen, die zwar mühsam zu befahren sind, aber bei einem Sturz als willkommene Bremsblöcke dienen. Mit einem Gefälle von 77 Prozent ein skifahrerischer Höhepunkt der Schweiz.

Foto: Herbke

Die steilsten Pisten: Les Portes du Soleil, Herbke

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Schweiz: Les Portes du Soleil

Mitten im Megaskiverbund Les Portes du Soleil liegt ein Steilhang der Superlative: "Le Mur Suisse", die Schweizer Mauer, wird die nicht präparierte Buckelpiste von Le Pas de Chavanette genannt. Bis zu 76 Prozent Gefälle bietet die weiße Mauer bei Champery; eine Mutprobe für Cracks, die im Labyrinth der je nach Schneelage bis zu zwei Meter hohen Buckel bisweilen die Orientierung verlieren.

Foto: Herbke

(sueddeutsche.de/dd/kaeb)

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