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Spaß statt Streik:Reiseziele rund um deutsche Bahnhöfe

Ihr mieser Ruf eilt Bahnhofsgegenden voraus. Aber wenn man dank Streik trotzdem dort strandet? Einfach das Beste daraus machen - wir hätten da ein paar Tipps für einschlägige deutsche Bahnhöfe.

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Streik der Lokführer

Quelle: dpa

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Man kann es als Reisender kaum noch hören: Die Bahn wird bestreikt, Züge kommen später oder fallen ganz aus. Viele verbringen in diesen Tagen mehr Zeit an einem fremden Bahnhof als sie wollten - beim missglückten Umsteigen zum Beispiel. Und plötzlich gilt es, Stunden bis zur nächsten Verbindung zu überbrücken.

Es gibt nun mehrere Möglichkeiten: Auf der Stelle treten und ins Leere starren - was die Laune noch weiter verschlechtert. Irgendwo einen Sitzplatz finden, um zu lesen oder zu dösen - schon besser. Noch besser: Die unfreiwillig gewonnene Zeit nutzen, wenn man schon mal da ist. Also schnell das Gepäck im Schließfach verstauen und los geht's.

Ausflug auf der Spree

Quelle: Britta Pedersen/dpa

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Berlin

Was ist drinnen geboten?

Mehr als genug. Berlin ist beim Hauptbahnhof gelungen, was beim Flughafen weiter aussteht - die erfolgreiche Fertigstellung eines Neubaus. Auf mehreren Ebenen gibt es Geschäfte und Imbisse zu Genüge. Im Prinzip müssen Sie das Gebäude eigentlich gar nicht verlassen.

Wohin in der Nähe?

Wer trotzdem an die frische Luft will, kann den Südausgang nehmen. Über die Gustav-Heinemann-Brücke geht es direkt ins Regierungsviertel: Kanzleramt, Reichstag - ein Spaziergang zu den Machtzentralen der Hauptstadt.

Alles schon gesehen? Dann den Nordausgang Richtung Invalidenstraße wählen und rechts abbiegen. Wenige Ecken weiter bietet die Nationalgalerie im "Hamburger Bahnhof - Museum der Gegenwart" Kunst, die seit 1960 entstanden ist, etwa von Gerhard Richter, Sigmar Polke, Cy Twombly und Andy Warhol.

Es bleibt immer noch Zeit, also ...

... ist noch ein Abstecher zum Geschichtspark "Zellengefängnis Moabit" auf der Nordseite des Bahnhofs drin. Die Grünanlage erinnert an das erste Zellengefängnis Deutschlands.

Bahnhof in München geschlossen

Quelle: dpa

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München

Was ist drinnen geboten?

Der Münchner Hauptbahnhof besteht derzeit aus zwei Hälften. Aus dem alten oberirdischen Teil mit der kürzlich von Sturm Niklas malträtierten großen Gleishalle sowie Läden und Imbissständen. Und aus dem aufwändig renovierten neu gestalteten Untergeschoss mit einem kleinen Labyrinth voller funkelnagelneuer Ess- und Einkaufsmöglichkeiten.

Wohin in der Nähe?

Wer sich gegen die Fußgängerzone entscheidet, die mit einem kurzen Marsch über den Stachus zu erreichen wäre, spaziert vielleicht lieber zum Königsplatz. Einfach nach Norden in die Luisenstraße einbiegen. Allwetterfest ist das Kulturprogramm in der Glyptothek oder der Staatlichen Antikensammlung sowie die das sehenswerte Lenbachhaus. Ganz neu kam am 1. Mai das NS-Dokumentationszentrum hinzu - ein Ort des Gedenkens, wo einst die Parteizentrale der NSDAP stand.

Es bleibt immer noch Zeit, also ...

... ist eine Bank im Alten Botanischen Garten an der Elisenstraße eine schöne Alternative zum Warten im Bahnhof. Dort findet sich auch der nächstgelegene Biergarten: das Park Café. Noch authentischer lässt sich eine Mass im Biergarten des Augustiner-Kellers (gut 500 Meter die Arnulfstraße stadtauswärts entlang) genießen. Oder Sie machen eben doch einen Abstecher in die Fußgängerzone.

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Quelle: imago stock&people

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Karlsruhe

Was ist drinnen geboten?

Die nicht ganz so gute Nachricht: Es gibt unterhaltsamere Bahnhöfe. Die gute Nachricht: In unmittelbarer Nähe gibt es die Möglichkeit für eine echte Auszeit.

Wohin in der Nähe?

Grün beruhigt - und Tiere haben ohnehin ein ganz anderes Zeitgefühl: Wer in Karlsruhe strandet, kann im Zoo direkt gegenüber dem Bahnhof seinen Ärger über die Verzögerung abklingen lassen und versuchen, sich mit dem Rhythmus der Natur anzufreunden.

Es bleibt immer noch Zeit, also ...

... könnte man auf den Gedanken kommen, das Zentrum für Kunst und Medientechnologie, kurz ZKM, zu besuchen. Es ist mit seinen innovativen Ausstellungen absolut sehenswert, aber Vorsicht: Erstens ist die etwas weitere Entfernung vom Bahnhof zu bedenken. Zweitens ist es erst ab 21. Juni wieder geöffnet.

Hamburg-Köln-Express

Quelle: dpa

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Köln

Was ist drinnen geboten?

Der Kölner Hauptbahnhof bietet standesgemäß einige Dutzend Geschäfte und Schnellrestaurants. Die Gleise selbst führen durch die große Bahnhofshalle - Sonne und Regen werden für dort Wartende also kein Problem, aber es kann zugig werden. Der "Wartesaal am Dom" hat eine hundertjährige Geschichte, die weitläufige Jugendstilräumlichkeit wurde 2014 wiedereröffnet und bewirtet täglich ab 12 Uhr Restaurantgäste.

Wohin in der Nähe?

Da ist wenig Fantasie nötig: Der Dom zu Köln erhebt sich so unübersehbar direkt neben dem Bahnhof, dass ihn nur gnadenlose Besichtigungsmuffel ignorieren können. Etwas weniger offensichtlich, aber ebenfalls nur einen Katzensprung entfernt, liegen gleich zwei Museen. Hinterm Dom liegt das Römisch-Germanische Museum mit einer Sammlung zur Geschichte der Stadt. Fast daneben, noch etwas näher am Rheinufer, das Museum Ludwig mit seiner Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst und wechselnden Sonderausstellungen.

Es bleibt immer noch Zeit, also ...

... könnte ein Spaziergang an der Rheinpromenade auf andere Gedanken bringen. Richtung Süden geht es am Ufer entlang zum Rheingarten. Je nach Gemütslage kann man die Eisenbahnbrücke dabei mehr oder weniger intensiv mit bösen Blicken bedenken.

Lokführerstreik

Quelle: dpa

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Frankfurt am Main

Was ist drinnen geboten?

450 000 Reisende nutzen an einem durchschnittlichen Tag den Frankfurter Hauptbahnhof, mit Hamburg und München gehört er zu den drei meistgenutzten Fernbahnhöfen des Landes. Für Einkaufs- und Einkehrmöglichkeiten ist also gesorgt. Wer das zweifelhafte Vergnügen hat, genau am Samstag, 9. Mai, hier Aufenthalt zu haben, kann überdies zwischen 10 und 14 Uhr direkt in der Empfangshalle bei der Auktion gefundener Fahrräder mitbieten. An diesem Punkt dann womöglich das bessere Mittel der Fortbewegung.

Wohin in der Nähe?

Vielleicht ist es auf so einer nervenzehrenden Reise einmal Zeit, die Dinge mit etwas Abstand zu betrachten. Den Bahnhof hinter sich, noch besser unter sich zu lassen und das große Ganze in den Blick zu nehmen. Zum Beispiel vom Main Tower aus, dem Aussichtspunkt der Bankenmetropole.

Es bleibt immer noch Zeit, also ...

... wie wäre es mit dem berühmten Städel Museum? Richtung Main gehen, hinter dem Holbeinsteg, liegt das Kunstmuseum, das einen Rundgang durch die letzten 700 Jahre europäischer Kunstgeschichte ermöglicht und 2015 sein 200-jähriges Bestehen feiert.

Hauptbahnhof Stuttgart

Quelle: picture alliance / dpa

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Stuttgart

Was ist drinnen geboten?

Im Stuttgarter Bahnhof findet sich das übliche Snack-, Zeitschriften- und Blumensortiment. Das Highlight liegt über den heiligen Hallen. Vom Bahnhofsturm aus genießen gestrandete Reisende eine großartige Aussicht über die Stadt. Direkt unter dem Stern befindet in 56 Metern Höhe eine Panoramaplattform, der Besuch ist gratis. In den tiefer gelegenen Turmebenen informiert eine Ausstellung über das "Stuttgart 21"-Projekt - für emotional unbeteiligte Außenstehende durchaus interessant.

Wohin in der Nähe?

Der Kampf um schöne alte Bäume hat beim Drama "Stuttgart 21" eine große Rolle gespielt. Tatsächlich ist die Umgebung des schwäbischen Bahnhofs ungewöhnlich grün - mit Einschränkungen durch die Bauarbeiten. Bei unfreiwillig langem Aufenthalt lässt sich am schnellsten der Mittlere Schlossgarten durch den Süd-Ausgang erreichen, inklusive Schlossgartensee und Biergarten. Das Planetarium wird derzeit renoviert. Stattdessen sind wenig weiter die Staatsgalerie Stuttgart und der Obere Schlossgarten zu finden.

Ähnlich naheliegend ist ein Bummel durch Stuttgarts Einkaufsmeile, die Königstraße, die direkt auf den Hauptbahnhof zuläuft. Zur Linken liegt der Schlossplatz, zur Rechten der Würfel des Kunstmuseums.

Lust auf einen kalten Drink und Sand unter nackten Füßen? Auf dem Dach von Kaufhof (ebenfalls an der Königstraße, nur wenige Fußminuten vom Bahnhof entfernt) gibt es hoch über dem Innenstadtgewusel einen "Sky Beach".

Es bleibt immer noch Zeit, also ...

... vielleicht noch einen Blick auf das Neue Schloss werfen. Von außen, um die Parkanlage zu genießen, oder samt Besichtigung auch von innen.

Streik der Lokführer

Quelle: dpa

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Dortmund

Was ist drinnen geboten?

Pläne aus den späten 1990er Jahren sahen vor, den alten Hauptbahnhof der Stadt durch ein Ufo-ähnliches Gebäude zu ersetzen. Daraus ist nichts geworden, stattdessen wurde 2011 die erste Phase eines weniger spektakulären Umbaus abgeschlossen, die zweite Phase soll 2017 beginnen. Auch die Einkaufsmöglichkeiten sind eher konventionell.

Wohin in der Nähe?

Interessanter wird es außerhalb. Wie wäre es mit dem "Dortmunder U"? Dahinter verbirgt sich das Zentrum für Kunst und Kreativität der Stadt, nur fünf Gehminuten entfernt. Dort sieht man schon an der Fassade anstelle frustrierender Zuganzeigetafeln eine mehrteilige Filminstallation. Drinnen gibt es wechselnde Kunstausstellungen und Veranstaltungen - das "U" ist Teil einer Neuerfindung des Ruhrgebiets.

Es bleibt immer noch Zeit, also ...

Vom Hauptbahnhof wenige Gehminuten linker Hand liegt das deutlich traditionellere Museum für Kunst und Kulturgeschichte. Es ist das älteste seiner Art im Ruhrgebiet und vereint Sammlungen von der Frühgeschichte bis zum Design des 20. Jahrhunderts.

Streik der Lokführer

Quelle: dpa

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Hamburg

Was ist drinnen geboten?

Der Hamburger Hauptbahnhof ist neben Frankfurt und München einer der meistfrequentierten Bahnhöfe Deutschlands. Bis zu 450 000 Bahnfahrer am Tag steigen hier ein, aus oder um - zumindest wenn kein Streik ist. Gestrandete können die große Gleishalle bewundern, immerhin ist sie seit der Eröffnung 1906 die größte freitragende Bahnhofshalle Deutschlands. An der Nordseite ist die "Wandelhalle" - und in der Tat kann man hier gut ein, zwei Stunden Zeit in verschiedenen Geschäften und einem großen Snack- und Imbissbereich totschlagen. Ein Drogerie- und ein Supermarkt sind ein bisschen versteckt auf der oberen Etage.

Wohin in der Nähe?

Die Lage des Hauptbahnhofs ist ideal, um sich in der Hansestadt umzuschauen. An der Westseite Richtung Steintorwall beginnt mit der Mönckebergstraße Hamburgs große Einkaufsmeile, die direkt aufs Rathaus zuführt. Über den Rathausmarkt geschlendert, schon ist man am Jungfernstieg und an der Binnenalster. Bei schönem Wetter setzt man sich auf die Stufen zum Wasser und füttert die Enten. Gleich zwei große Museen liegen in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs: Im Nordwesten die Kunsthalle, im Südosten das Museum für Kunst und Gewerbe.

Es bleibt immer noch Zeit, also ...

... Richtung Süden marschiert. Dort liegen in zwei Kilometern Entfernung die Speicherstadt mit ihren Backsteinhäusern, Kanälen und Brücken und die schicke neue Hafencity. An deren Spitze erhebt sich schwungvoll die Elbphilharmonie.

Komplettsperrung für Leipziger Hauptbahnhof

Quelle: Peter Endig/dpa

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Leipzig

Was ist drinnen geboten?

Vielen Reisenden gilt schon der Bahnhof selbst als Sehenswürdigkeit. Auch wenn sonst gerade kaum Züge fahren: Auf die Ausstellung historischer Loks auf dem Museumsbahnsteig Nummer 24 ist Verlass. Wem gerade nicht der Sinn danach steht, einstige Errungenschaften der Bahn zu bewundern, dem stehen die Einkaufs- und Gastronomieangebote der modernen "Hauptbahnhof Promenaden" offen.

Wohin in der Nähe?

Die Nikolaikirche war 1989 eine der Stätten der friedlichen Wende in der DDR. 2015 wird sie 850 Jahre alt. Vielleicht also die Gelegenheit, nach wenigen Minuten durch die Ritterstraße eine kleine Besichtigung des Baus einzulegen und sich darüber zu freuen, dass Reisen nach Leipzig heutzutage nur durch Streiks, nicht mehr durch innerdeutsche Grenzen verkompliziert werden.

Von hier aus in Richtung Westen spaziert, liegt die Leipziger Altstadt. Über den Naschmarkt (mit der Alten Börse aus dem 17. Jahrhundert und einer Statue des einstigen Leipziger Studenten Johann Wolfgang von Goethe) geht es zum Marktplatz. Gesäumt von historischen Fassaden, gibt es diesntags und freitags einen Wochenmarkt und auch sonst genügend Möglichkeiten, sich zu stärken.

Es bleibt immer noch Zeit, also ...

... läge auf dem Rückweg zum Bahnhof das Museum der bildenden Künste auf dem Weg. Viele schätzen schon die extravagante Architektur des Hauses mit markantem Glas-Kubus. Bis 25. Mai ist die Sonderausstellung zu Paul Klee "Sonderklasse, unverkäuflich" zu sehen. Ständig zu besichtigen sind Werke aus Symbolismus und Jugendstil, ein Schwerpunkt widmet sich der berühmten Leipziger Schule.

Lokführerstreik

Quelle: dpa

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Hannover

Was ist drinnen geboten?

Der Hauptbahnhof von Hannover ist - in etwa gleichauf mit Düsseldorf - einer der am stärksten ausgelasteten in ganz Deutschland. Zur Expo 2000 wurde er zuletzt enorm umgebaut, seither ist die Auswahl an Geschäften und Gastronomie noch erweitert worden. So ein "Einkaufsbahnhof" versucht Gäste idurch Sonderaktionen für sich einzunehmen. Von 17. April bis zum 16. Mai 2015 ist der Ernst-August-Platz vor der Haupthalle mit Frühlingsbeeten und bunten Sitzmöbeln geschmückt. Als hätte jemand schon geahnt, dass in diesem Frühling viele Menschen hier eine Pause einlegen werden.

Wohin in der Nähe?

Es gibt Bahnhöfe in Deutschland, die liegen noch günstiger für einen spontanen Bummel durch die Altstadt, doch ein zügiger Fußmarsch nach Süden durch die Bahnhofs- und Karmarschstraße führt relativ schnell Richtung Zentrum. Sofern Ihnen knapp anderthalb Kilometer nicht zu weit sind, können Sie bis zum Neuen Rathaus gehen - wegen seiner großartigen Panoramaaussicht ein Highlight für Hannoverbesucher. Allerdings bilden sich je nach Tag und Tageszeit Warteschlangen.

Es bleibt immer noch Zeit, also ...

... vielleicht auf dem Rückweg noch zum Alten Rathaus (inzwischen Restaurant und Veranstaltungslocation) oder zur Marktkirche, die nach dem Krieg im Backsteinstil wiederaufgebaute wurde. Beides liegt ansatzweise auf der Strecke zurück zum Bahnhof. Ebenso die Aegidienkirche - sie wurde nach 1945 als Mahnmal im Zustand der Zerstörung belassen, ohne Dach und mit zum Teil fast schwarzen Mauern.

Lokführerstreik - Essen

Quelle: dpa

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Essen

Was ist drinnen geboten?

Die Bahnhofshalle wurde im Winter 2009/10 nach Renovierung neu eröffnet, große Architekturhighlights sollte aber niemand erwarten.

Wohin in der Nähe?

Zehn Minuten nördlich des Hauptbahnhofs liegt der Burgplatz. Dort steht die Alte Synagoge, die zum Haus jüdischer Kultur umkonzipiert wurde und Ausstellungen zeigt. Außerdem der Essener Dom. Zu besichtigen wäre hier neben dem Kirchenschiff auch die Domschatzkammer.

Es bleibt immer noch Zeit, also ...

... einfach weiterspazieren.

Streik der Lokführer

Quelle: dpa

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Nürnberg

Was ist drinnen geboten?

Der Nürnberger Bahnhof ist von außen ein opulenter Anblick, ein Stilmix aus Neogotik, Neobarock, Jugendstil und modernen Einflüssen. Beim letzten größeren Eingriff Ende der 1990er Jahre steuerte die Künstlerin Iris Rauh aufwändige Wandmosaike bei. Eines davon nannte sie "Zugkunft - Peters Traum", es beschreibt in ihren Worten "den Traum vieler kleiner Jungen, später einmal selbst Zugführer zu sein".

Wohin in der Nähe?

Die Nürnberger Altstadt liegt nördlich des Hauptbahnhofs - einem Spaziergang steht also nichts im Wege. Der direkte Weg zum Hauptmarkt, wo im Winter der berühmte Christkindlmarkt stattfindet, führt in einer Viertelstunde über die Königsstraße und die Pegnitz. Auf halbem Weg liegt die hochgotische St.-Lorenz-Kirche, eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Es bleibt immer noch Zeit, also ...

... ist der Bummel durch den historischen Stadtkern umso gemütlicher. Oder es ist der richtige Moment für einen Besuch im Neuen Museum, der staatlichen Sammlung für Kunst und Design in Nürnberg. Aktuell ist die Ausstellung "Gesichter - Ein Motiv zwischen Figur, Porträt und Maske" zu sehen, das Museum verfügt außerdem über die drittgrößte Sammlung an Werken von Gerhard Richter.

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Quelle: imago stock&people

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Duisburg

Was ist drinnen geboten?

Vor dem Gebäude spielten sich Mitte April emotionale Szenen ab: Platanen, die im Rahmen größerer Pläne für eine Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes und der Mercatorstraße weichen mussten, konnten nur unter Polizeischutz gefällt werden. Ansonsten: ein ganz normaler Bahnhof.

Wohin in der Nähe?

Gute 20 Minuten zu Fuß Richtung Norden, hinter der Altstadt, liegt der Innenhafen. Hier stehen ehemalige Lagerhallen aus Backstein neben modernen Neubauten und Grünflächen direkt am Wasser. Das Areal gilt als gelungenes Beispiel für die Umwandlung ehemaliger Industrieflächen in ein zeitgemäßes Kultur- und Freizeitzentrum. Die Auswahl an Aktivitäten ist groß: Entspannung in Cafés oder Restaurants, ein Besuch der Sammlung Grothe (zeitgenössische Kunst im Museum Küppersmühle) oder des Kultur- und Stadthistorischen Museums bieten sich an.

Es bleibt immer noch Zeit, also ...

... bleiben Sie vielleicht einfach noch etwas länger.

Jahreschronik Sachsen 2014

Quelle: dpa

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Dresden

Was ist drinnen geboten?

Im Dresdner Hauptbahnhof südlich der Altstadt darf man sich Zeit lassen. Das Gebäude an sich ist so schön, dass sich eine längere Betrachtung lohnt. Das Sandstein-Ensemble wurde 1898 eröffnet und passt perfekt zur historischen Elbstadt. Bei der Renovierung, die 2006 beendet war, setzte Architekt Norman Foster ein Zeichen der Moderne: Er ließ das alte Glasdach abbauen, nur die Kuppel blieb gläsern. Dafür schützen nun Glasfaser-Membranen vor Regen, lassen aber das Licht hindurch.

So macht das Schlendern durch das schlicht gehaltene, 25 Meter hohe Bahnhofsgebäude mehr Freude - es ist deshalb so hoch, weil früher der Rauch der Dampflokomotiven abziehen musste. Heute bieten mehr als 40 Geschäfte und Cafés unter anderem Kekse aus der "Kexerei".

Der Dresdner Hauptbahnhof zum "Bahnhof des Jahres 2014" gekürt, als "Denkmal einer lichten, beschwingten Leichtigkeit".

Wohin in der Nähe?

Eine Viertelstunde dauert der Spaziergang nach Nordosten (über die Mary-Wigman-Straße) bis zum Blüherpark, in dem das Deutsche Hygiene Museum steht: Darin wird der Mensch und sein Körper zum "Abenteuer", Kinder entdecken "Unsere fünf Sinne".

Wer vom Hauptbahnhof aus in Richtung Süden schlendert, kommt nach zehn Minuten zur Russisch-Orthodoxen Kirche, geweiht dem "Heiligen Simeon vom Wunderbarn Berge": Die Ikonen im Inneren malte der Holländer James Marshall, der auch die Deckengemälde der Semperoper gestaltete.

Es bleibt immer noch Zeit, also ...

... nutzt der Reisende, dass in der Altstadt so viele Sehenswürdigkeiten nur wenige Straßen auseinanderliegen. In 20 Minuten ist man bei der Frauenkirche mit ihrer markanten Kuppel, die Kirche feiert 2015 ihren zehnten Geburtstag nach dem Wiederaufbau. Auf dem Weg liegt die Städtische Galerie Dresden. Oder doch weiter zum Albertinum mit der Galerie Neue Meister und den Skulpturen - und dann eine erholsame Pause auf der Brühlschen Terrasse mit Blick auf die Elbe?

Weiter westlich bietet sich die Kombination Semperoper und ihr großer Nachbar, der Zwinger an: Hier sind die berühmten "Alten Meister" in der Gemäldegalerie zu sehen - etwa Raffaels Sixtinische Madonna.

Wer bei sehr gutem Wetter keine Lust auf Museen hat, überquert die Elbbrücke, lässt sich auf den Wiesen am Ufer nieder und frönt der hohen Kunst der Entspannung.

Lokführerstreik - Düsseldorf

Quelle: dpa

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Düsseldorf

Was ist drinnen geboten?

Von den Bahnsteigen geht es runter in eine Bahnhofshalle, die nicht gerade spektakulär ist, aber alles Nötige zu bieten hat. Für längere Aufenthalte könnte es aber doch langweilig werden.

Wohin in der Nähe?

Es gibt Städte, in denen die Qual der Wahl in unmittelbarer Bahnhofsnähe größer ist, so viel steht fest. Eine Möglichkeit bei schönem Wetter bietet der Bürgerpark IHZ ein paar Straßen östlich des Hauptbahnhofs, der in zehn Minuten zu erreichen ist. Er hat eine Lindenallee, die sich in einem langgestreckten See spiegelt - und weite Grasflächen.

In zehn Minuten ist das Capitol Theater (über Worringer und Erkrather Straße) zu erreichen: In dem ehemaligen Straßenbahndepot mit Industrie-Backstein-Charme werden oft schon nachmittags Musicals und Shows aufgeführt.

Vermiest das Wetter die Lust auf Stadtentdeckungen, können sich lang Wartende im UFA-Palast in Düsseldorf die Zeit mit einem Film vertreiben: Das Multiplexkino ist direkt neben dem Hauptbahnhof.

Es bleibt immer noch Zeit, also ...

... halten Sie die Kreditkarte bereit und marschieren Sie entschlossen in einer Viertelstunde (über die Stresemannstraße) zur Königsallee, besser bekannt als "Kö". Der Boulevard wird seinem Ruf als Luxuseinkaufsstraße gerecht. Einmal Umschauen und sich beim Blick auf den "Kö-Graben" im Schatten der Bäume von den hohen Preisen erholen. Platz zum Flanieren ist genug: Die Königsallee hat vier statt zwei Gehwege - je zwei am Graben und nochmal jeweils einen an den Läden vorbei.

© SZ.de/ihe/sks/kaeb/rus
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