Schweden

Der lange Sommerurlaub ist den Schweden heilig. Weil ihre Winter so lang und die warmen, hellen Tage rar sind, wollen sie möglichst jede Minute davon im Freien verbringen. Deswegen verschwinden sie spätestens im Juli kollektiv in die Ferien. Sich dem Trend zu widersetzen und im Sommer zu arbeiten, hat wenig Sinn. Man erreicht in den schwedischen Unternehmen und auf Ämtern sowieso niemanden: Sommer, das ist in Schweden die Zeit der Anrufbeantworter und Abwesenheitsmails. Was bis dahin nicht erledigt wird, bleibt bis September liegen. Von Juni bis August wird beispielsweise in vielen Krankenhäusern nicht mehr operiert, es sei denn es geht um Leben und Tod. Selbst einige schwedische Polizeiwachen sind im Sommer nur noch an manchen Wochentagen besetzt.

Die großen Ferien beginnen mit der größten Party des Jahres: Midsommar, die Sonnenwende, ist in Schweden der wichtigste Feiertag nach Weihnachten. Er liegt immer auf dem Samstag zwischen 20. und 26. Juni. Bereits am Freitag vorher, dem Mittsommerabend, leeren sich die Städte und bleiben die meisten Geschäfte und Restaurants geschlossen. Denn die Schweden feiern Midsommar auf dem Land, mit Freunden und Familie. Sie schmücken einen Maibaum mit Blättern und Blumen und tanzen um ihn herum. Nach dem Fest bleiben viele gleich wo sie sind, in ihrem Sommerhaus an einem der vielen Seen, auf den Schären oder an der Küste.

Silke Bigalke

Jahresurlaub im Durchschnitt: 25 Tage

Sommerferien für Schüler: Etwa zehn Wochen, meist zwischen Juni und August, über den genauen Zeitraum darf jede Schule selbst entscheiden

Beliebte Reiseziele: Schweden, Dänemark, Spanien, Türkei oder Thailand

Bild: iStockPhoto 2. August 2014, 11:062014-08-02 11:06:26 © SZ vom 2./3.8.2014/ihe