Urlaub:Befürchtetes Flughafenchaos bleibt weitgehend aus

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Urlaub: Eine Woche nach Start der Sommerferien hat sich die Lage an den Flughäfen in Nordrhein-Westfalen deutlich entspannt.

Eine Woche nach Start der Sommerferien hat sich die Lage an den Flughäfen in Nordrhein-Westfalen deutlich entspannt.

(Foto: Marius Becker/dpa)

Zum Start in die Sommerferien in den nördlichen Bundesländern ist die Situation an den Flughäfen ruhig. Auch in NRW hat sich die Lage entspannt, obwohl wieder viele Flüge ausfallen.

Kaum ist der letzte Schultag vorbei, heißt es für viele: Auf in den Urlaub! In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern starten an diesem Wochenende die Sommerferien, in NRW rollt derweil schon die zweite Reisewelle. Dort hatten Passagiere am vergangenen Wochenende mit teils chaotischen Zuständen an den Flughäfen zu kämpfen. Entsprechend groß waren nun die Sorgen bei vielen Reisenden. Doch so schlimm wie befürchtet ist die Lage nicht.

Zwar strichen die Airlines auch in NRW am Samstag wieder etliche Flüge: Am Flughafen Köln/Bonn fielen nach Angaben des Flughafens Starts nach London, Palermo, Edinburgh, Nizza, München oder Pisa aus. Ein ähnliches Bild gab es am Flughafen in Düsseldorf. Grundsätzlich aber hat sich die Lage im Westen deutlich entspannt. Reisende mussten sich in Düsseldorf am späten Vormittag auf Wartezeiten bei den Sicherheitskontrollen von bis zu 20 Minuten einstellen. Die Zeiten bei der Gepäckabfertigung variierten je nach Fluglinie. Auch die Schlangen vor den Schaltern waren nicht viel länger als sonst.

Am Hamburger Flughafen begann der Samstag ebenfalls relativ entspannt. Es gebe kaum lange Schlangen, sagte eine Flughafensprecherin am Vormittag. Eine Sprecherin der für die Sicherheit am Airport zuständigen Bundespolizei sprach ebenfalls von einem relativ ruhigen Ablauf. Lediglich in den frühen Morgenstunden habe es etwas längere Wartezeiten gegeben.

Verbraucherschutzministerium will eventuell Vorkasse für Flugbuchungen prüfen

Am Münchner Flughafen ist man ebenfalls noch entspannt und fühlt sich gut gewappnet für ein mögliches Chaos zum Start in die bayerischen Sommerferien im August: "Wir unternehmen alles, damit das nicht passiert", sagte ein Flughafensprecher. Die dynamische Entwicklung stelle Flughäfen aber vor Probleme, weil an vielen Stellen Personal fehle. Während der Pandemie hätten viele Mitarbeiter von Dienstleistern in anderen Branchen Arbeit gefunden: "Es fehlt überall."

Wer aber doch mal am Flughafen in der Warteschlange festhängt, sollte sich bemerkbar machen und die Situation vor Ort dokumentieren. Zum Beispiel: Fotos von den langen Schlangen aufnehmen, Quittungen von Einkäufen am Airport aufheben. "Vielleicht auch mit Mitreisenden vernetzen und eventuell die Kontaktdaten austauschen, um später Zeugen zu haben", schlägt Jan Philipp Stupnanek von der Verbraucherzentrale NRW vor. Verpasst man durch Probleme beim Einchecken den Flug, wäre die Airline zuständig. Verpasst man einen Flug wegen Verzögerungen an der Sicherheitskontrolle, ist es nicht so leicht, Ansprüche auf Entschädigung geltend zu machen. Nach Angaben der Verbraucherzentrale NRW fällt das nämlich in den Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei.

Mit Blick auf etliche Flugausfälle und -verspätungen zieht das Verbraucherschutzministerium auch die Überprüfung der Vorkassepraxis bei Flügen in Betracht. Das Haus von Ministerin Steffi Lemke (Grüne) appellierte einer Sprecherin zufolge an die Flugunternehmen, ihrer "gesetzlichen Pflicht zur Rückerstattung innerhalb von sieben Tagen proaktiv" nachzukommen, wie die Welt am Sonntag berichtete. "Sonst wird man die Vorkassepraxis in ihrer jetzigen Form überprüfen müssen", sagte die Sprecherin der Zeitung. Bei Flugbuchungen müssen Verbraucher die Kosten für Tickets in der Regel im Voraus bezahlen.

Auf den Straßen soll es laut ADAC an diesem Wochenende etwas voller werden als am vergangenen. Das höchste Staupotenzial gibt es auf den Strecken in Richtung Nord- und Ostseeküste und auf dem Weg in den Süden. Traditionell dürfte es etwa zur Halbzeit der Sommerferien dort wieder trubeliger werden. Etwas Erleichterung verspricht aus Sicht des Automobilclubs das Lkw-Ferienfahrverbot, das ab diesem Samstag bis Ende August immer samstags von 7 bis 20 Uhr gelte.

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