Draußen ist ein trüber Tag. Drinnen stehen Wiesenblumen auf den Tischen, und die Welt sieht gleich ganz anders aus. "Die sind aus dem Vorgarten unseres Chefkochs", erzählt Tita Destovnik und lacht. In der Gostilna dela, einem kleinen Restaurant in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana, werden regionale Produkte gekocht und serviert von jungen Menschen, die keinen Schulabschluss haben oder behindert sind. Tita Destovnik, eine junge Frau mit kastanienbraunem Pagenkopf, betreut verschiedene Projekte dieser Art. Das Restaurant hat gute Bewertungen, trotzdem kämpft es ums Überleben; staatliche Zuschüsse gibt es nicht. Aber Not macht erfinderisch: Die Lampen sind aus Zeitungspapier, das Geschirr stammt aus einem Second-Hand-Laden. Gefällt dem Gast die Tasse, aus der er gerade Kaffee getrunken hat, kann er sie günstig erwerben und mit nach Hause nehmen. So spart man Geld - und Ressourcen.
Slowenien:Es wächst
Ljubljana hat sich zu einer grünen Kommune entwickelt, viele Bürger versuchen, so nachhaltig wie möglich zu leben. Das zahlt sich jetzt aus.
Von Franziska Türk


