Skifahren in den Alpen:Klimaschutz und teure Rabatte

Grüner Anstrich

Auch an der einigermaßen dickfelligen Ski- und Seilbahnbranche sind die Klima- und Umweltdebatten nicht spurlos vorbeigegangen. Tatsächlich wurden die schon in den vergangenen Jahren zu beobachtenden Ökoinitiativen intensiviert - was nicht heißt, dass für die Natur annähernd so viel Geld ausgegeben wird wie für neue Gondelbahnen und Chalets.

Das italienische Skigebiete Carezza beispielsweise strebt an, innerhalb der kommenden drei Jahre klimaneutral zu werden. Durch Schneetiefenmessung und GPS-Tracks seien dort schon 30 Prozent Treibstoff bei der Pistenpräparierung eingespart worden, was nicht nur die Umwelt, sondern nebenbei auch die Bilanz des Skigebiets entlastet.

Die Riesneralm in Österreich positioniert sich als Skigebiet, das nach eigenen Angaben mit Wasserkraft fast dreimal so viel Strom erzeugt, wie es für den Betrieb des ganzen Skigebietes benötigt. Selbst das bislang selten mit dem Schlagwort Nachhaltigkeit in einem Satz genannte Ischgl möchte alle unvermeidbaren Emissionen über anerkannte Klimaschutzprojekte ausgleichen.

Und Flims-Laax in Graubünden emittiert neuerdings auch PR-Mitteilungen über einen ambitionierten Sieben-Punkte-Plan, den gesamten Energiebedarf der Destination durch regional produzierte und erneuerbare Energie abzudecken.

Schweizer Rabattschlachten

Zumindest bei den kontinuierlich steigenden Preisen für Skipässe ist die Schweiz noch immer die Champions League des Skifahrens. Ein Tagesskipass in Arosa kostet inzwischen 84 Franken (ca. 77 Euro), in Flims-Laax zur Hauptsaison 89 Franken (81 Euro). Insofern ist es nur logisch, dass der Kampf um Kunden eine wahre Rabattschlacht auslöst.

So hat sich die Zahl der Skigebiete mit Dynamic Pricing - also Preisen, die sich wie bei Flügen je nach Wochentag, Buchungszeitraum oder auch Wetter ändern - in den vergangenen zwei Jahren auf 15 verdreifacht. Das erst seit diesem Jahr mit Disentis und Sedrun verbundene Skigebiet Andermatt orientiert sich mit einem Halbpreis-Abo zugleich am Bahnverkehr. Die Kosten dafür (41 Franken) amortisieren sich für den Kunden schon bei einem einzigen Tagesticket zum regulären Preis von 84 Franken.

Dritter Clou sind Jahreskarten in Tarifverbünden wie ein Skipass für vier Gebiete im Berner Oberland (666 Franken) oder der preislich ebenfalls volatile Magic Pass mit mehr als 30 Skigebieten in der Westschweiz.

Dass nicht alle Schnäppchenaktionen erfolgreich sind, zeigte jüngst das Beispiel Saas-Fee im Wallis. Dort wurden Saisonabos drei Jahre lang für anfangs 222, später 255 Franken (233 Euro) verkauft. Nach dem vergangenen Winter mussten die Verantwortlichen jedoch einräumen, dass die Rechnung mit den Dumpingpreisen bei Weitem nicht aufgegangen sei - auch wegen der enorm hohen Marketingkosten von jährlich fast drei Millionen Euro.

© SZ vom 12.12.2019/kaeb
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