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Mit der Bahn zum Skifahren:Hier kommen Sie gut ohne Auto auf die Piste

Skifahren Anreise mit der Bahn ohne Auto

Im Zug zum Skigebiet zu fahren ist angenehm, sofern es genügend Platz für Mensch und Ausrüstung gibt.

(Foto: Hans Gasser)

Es gibt Skigebiete, bei denen es sich wirklich lohnt, mit der Bahn anzureisen. In einigen Regionen geht das sogar kostenlos. Sieben Beispiele.

Mit der Bahn zum Skifahren muss weder teuer noch unbequem sein - ob nun für einen Tagestrip aus der näheren Umgebung oder für einen längeren Aufenthalt. Sieben Beispiele, wo sich die Talstation direkt mit dem Zug erreichen lässt.

Kitzbühel

Noch näher ans Skigebiet geht es mit dem Zug nun wirklich nicht: Der Bahnhof Kitzbühel Hahnenkamm trennt quasi die gleichnamige Gondelbahn vom dazugehörigen Großraumparkplatz für Skifahrer. Der von Wörgl hierher verkehrende Regionalzug hält zwar nicht mehr an jeder Milchkanne, aber dafür in den meisten Wintersportorten: Neben Kitzbühel sind das auch Brixen im Thale, Kirchberg, St. Johann, Leogang und Zell am See. Nach Kitzbühel ist die Zuganreise ab Westendorf und St. Johann mit einem gültigen Skiticket - oder auch nur in volle Skimontur gekleidet - sogar gratis. Wer rechtzeitig bucht, kann auch ab Frankfurt für weniger als 40 Euro (fünfeinhalb Stunden) und ab München für nicht einmal 20 Euro anreisen. Das zahlt sich aus. Alleine der Tagestarif fürs Parken beträgt am Hahnenkamm derzeit neun Euro.

Bad Gastein

Erstaunlicherweise ist Bad Gastein - neben den im gleichen Tal liegenden Gemeinden Dorfgastein und Bad Hofgastein - einer der ganz wenigen österreichischen Skiorte, die sich täglich ohne Umsteigen von München und Frankfurt erreichen lassen. Dass die ausgesprochen gute Lage des Bahnhofs zwischen Bergbahn und Ortszentrum auch hier weniger mit moderner Verkehrsplanung als mit der Tauernbahn und der Geschichte als Kurort zu tun hat, schmälert nicht den überaus fairen Preis der Deutschen Bahn: Selbst von Frankfurt ist die Zugfahrt wenige Wochen im Voraus noch für 32,90 Euro erhältlich.

St. Anton am Arlberg

Der Bahnhof in St. Anton am Arlberg ist wenige Minuten Fußweg vom Ortszentrum samt Liftanlagen entfernt. Zudem ist er bestens in diverse Angebote der diesbezüglich umtriebigen Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) eingebettet. Wer etwa aus Österreich für eine Woche zum Skifahren anreist, tut gut daran, einen Blick auf die "Kombitickets Wintersport" zu werfen. Diese sind für diverse Orte wie Bad Gastein (siehe oben), Zell am See oder auch Stuhleck erhältlich, Skiticket inklusive. Die Hin- und Rückfahrt von Wien nach St. Anton kostet abzüglich des Sechs-Tage-Skipasses dann nur noch 52 Euro. Skifahrer aus Deutschland können mit dem Nightjet-Kombiticket ab Hamburg oder Düsseldorf ein ähnliches Angebot nutzen.

Drei Zinnen

Die Pustertalbahn in Südtirol bindet die Platzhirsche unter den Skigebieten namens Kronplatz und Drei Zinnen durch die Haltestellen Percha-Kronplatz und Vierschach-Helm ans Schienennetz an. Übernachtungsgäste können den Zug mit der Mobilcard gratis nutzen. Allerdings fährt die Bahn wegen eines Erdrutsches derzeit nur von Franzensfeste bis Olang bei Bruneck. Die ganze Strecke - und damit der Halt am Skigebiet Drei Zinnen - soll am 10. Februar wieder befahrbar sein.

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Garmisch-Partenkirchen

Auch in Sachen Erreichbarkeit mit der Bahn zählen die deutschen Skigebiete eher nicht zur Weltspitze. Erwähnenswert sind einige regionale Angebote. So bietet die Bayerische Oberlandbahn Kombitickets für die Skigebiete Sudelfeld, Spitzingsee und Brauneck zu je 53 Euro für Skipass sowie Hin- und Rückfahrt an. Allerdings muss am Bahnhof in einen Zubringerbus zur Bergbahn umgestiegen werden. Direkt mit dem Zug zur Talstation geht es dafür mit dem Garmischer Skiticket der Deutschen Bahn, das Wintersportler für 54 Euro von München an die Hausbergbahn des Classic-Skigebiets und zurück bringt (das Kombiticket Zugspitze gibt es für 60 Euro). Der Classic-Skipass allein kostet inzwischen 46 Euro.

Klosters

Natürlich gilt die gesamte Schweiz beim Bahnfahren auch für Skifahrer als Maßstab. Doch für den einfach wunderbaren Ort Klosters - wo Bahnhof und Bergbahn beinahe eine Einheit bilden - gibt es außerdem das langsam vom Aussterben bedrohte "1-Franken-Vergnügen" der Rhätischen Bahn. Beim Vorabkauf eines Tageskipasses für das Skigebiet Davos-Klosters ist durch den Aufpreis von nur einem Franken (94 Cent) das Bahnticket für die An- und Rückreise zu und von den Orten Scuol, Chur oder St. Moritz inbegriffen.

Wengen

In manchen Skiorten in der Schweiz wird ein Auto geradezu zur Last. Dazu zählen auch Mürren und Wengen im Berner Oberland. Auf der Webseite des Tourismusverbands heißt es, wer Wengen oder Mürren ins Navigationssystem eingebe, werde fehlgeleitet, da diese Dörfer über keine Straßenverbindung verfügen. Die Bahnhöfe aber liegen günstig.

© SZ vom 06.02.2020
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