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Skifahren in der Schweiz:Skigebiet Grindelwald

Die längste Rodelbahn der Welt und Pisten, die fast ausnahmslos über 2000 Höhenmeter liegen, machen Grindelwald zum Schweizer Top-Skigebiet.

Es war ein Brite, der im Jahr 1881 den Skisport nach Grindelwald brachte: Der Engländer Gerold Fox hatte sich im seinerzeit ersten Haus am Platz, dem "Hotel Baer", einquartiert. Er schnallte sich eines Morgens hölzerne Ski an, trottete damit durch die Hotelhalle ins Freie, ging dort in die Hockestellung und sauste auf seinen Brettern den Berg hinab.

Hoch, höher, Grindelwald

Fox löste damit eine enorme Entwicklung aus, heute ist das einstige Bergbauerndorf eine der führenden Winterdestinationen der Schweiz. Vor der Kulisse von Eiger, 3970 Meter hoch, Mönch, 4099 Meter, und Jungfrau, 4158 Meter, zieht sich ein Netz von mehr als 200 Pistenkilometern über die Berge. Erschlossen wird es von 45 Liften und Bergbahnen. Da die meisten Pisten des "Top Ski Region" genannten Reviers mehr als 2000 Meter über dem Meeresspiegel liegen, gilt Grindelwald als ausgesprochen schneesicher.

Eine besondere Herausforderung für ambitionierte Skifahrer ist das Lauberhorn, wo vom 17. bis 19. Januar 2003 zum 73. Mal das legendäre Internationale Lauberhornrennen stattfindet. Außerhalb des Wettbewerbs können auch Hobbyläufer auf die Strecke gehen, die zu den Klassikern des alpinen Skisports gehört und es in sich hat: Die Abfahrt ist mehr als 4200 Meter lang, bei einer Höhendifferenz von 1028 Metern und einem Gefälle zwischen 10,5 und 90 Prozent.

James Bond war auch schon da

Nicht ganz so anspruchsvoll, aber ebenfalls eine Herausforderung sind die Pisten am fast 3000 Meter hoch gelegenen Schilthorn. Es wird gekrönt von dem futuristisch anmutenden Drehrestaurant "Piz Gloria", das 1969 ein Schauplatz des James-Bond-Films "Im Geheimdienst Ihrer Majestät" mit George Lazenby in der Hauptrolle war. Das Skigebiet unter Eiger, Mönch und Jungfrau wurde dadurch in aller Welt bekannt.

Heute weist die Besucherstatistik Gäste aus mehr als 70 Ländern aus, die in die Jungfrau-Region pilgern. Vor allem Japaner zieht es in Scharen in das abgelegene Gebirgsdorf, in Grindelwald gibt es sogar ein eigenes japanischsprachiges Fremdenverkehrsbüro, und im Souterrain des Hotels "Grindelwalderhof" werden täglich in "Shiraki's Sushi-Bar" Originalgerichte aus Nippon aufgetischt.

Rodeln auf der längsten Bahn der Welt

Grindelwald kann außerdem mit der längsten Rodelpiste der Welt aufwarten: Der 15 Kilometer lange "Schlittelweg", so das Schweizer Wort für eine Rodelpiste, führt vom Faulhorn durch viele Kurven und enge Serpentinen hinab bis direkt in den Ort. Das Wintervergnügen hat allerdings einen kleinen Haken: Der Ausgangspunkt der Rekordstrecke liegt 2681 Meter hoch, die Seilbahn endet aber bei 2168 Metern. Dazwischen liegen 513 Meter Höhendifferenz, die zu Fuß bewältigt werden müssen, den Schlitten im Schlepptau. Zweieinhalb Stunden dauert der Aufstieg.

Oben angekommen, bietet sich zunächst eine Verschnaufpause im "Berghotel Faulhorn" an, einem urigen, 173 Jahre alten Berghaus, wo Käsefondue aufgetischt wird, ideal zum Aufwärmen und als Ballast für die anschließende Rutschpartie. Etwa auf halber Strecke, 1807 Meter über dem Meer, liegt die Bussalp, die im Gegensatz zum Faulhorn mühelos per Postbus erreicht werden kann. Auf der Bussalp gibt es einen Schlittenverleih, der neben dem klassischen Davoser Schlitten auch lenkbare Rennrodel im Angebot hat. Auch "Velogemel" können geliehen werden, das sind in Grindelwald erfundene Holzgefährte mit Lenker und Sattel, die ähnlich wie ein Fahrrad funktionieren, aber statt Rädern Kufen haben. Bremsen hat ein "Velogemel" nicht, entsprechend rasant ist die Abfahrt.

Auch nachts kann in Grindelwald Wintersport betrieben werden: Auf dem mit Flutlicht beleuchteten "Eiger-Run" am Fuße der Eiger-Nordwand wird gerodelt. An vier Tagen pro Woche ist die Rodelpiste spätabends geöffnet, in dieser Saison vom 26. Dezember bis Mitte März jeweils mittwochs bis samstags. Hoch zuckeln die Rodler mit der nostalgischen, frisch restaurierten Wengernalpbahn bis zur Station Alpiglen. Die dreieinhalb Kilometer hinunter geht es dann durch verschneiten Wald. Eine genaue Armbanduhr sollte man auf jeden Fall dabei haben, denn der letzte Zug zurück nach Grindelwald startet an der Rodelbahn-Endstation Brandegg um 23.00 Uhr - und zwar pünktlich.

Weitere Informationen:

Schweiz TourismusGebührenfreies Tel.: 00800/10 02 00 30

Grindelwald TourismusTel.: 0041 - 33 - 85 41 212Fax: 0041 - 33 - 85 41 210

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