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Skifahren im Salzburger Land:"Ohne Schnee haben wir nichts"

Die Mischung macht's, erklärt Perwein, die aus technischem und natürlichem Schnee. Aber: Er selbst bevorzuge den aus der Maschine, sagt er, "der ist griffiger". Vier Millionen Euro hat die Liftgesellschaft im vergangenen Jahr in die Schneesicherheit investiert. Dafür wurde etwa auf dem Gamskogel der Seekarsee angelegt. Auf 1960 Metern sammelt er das Wasser für eine Saison, im Frühjahr ist der See dann fast leer und wird mit Schmelzwasser wieder befüllt. Aufgrund der Höhe des Speichers werden kaum Pumpen benötigt, das spart viel Energie.

17 Liftanlagen und insgesamt 44 Pistenkilometer bietet die Skiarena Zauchensee-Flachauwinkl, damit gehört sie zu den mittleren Anbietern. "Wir setzen auf den sportlichen Gast, der Kompaktheit und Atmosphäre schätzt", sagt Veronika Scheffer, Geschäftsführerin der Liftgesellschaft. Ein wichtiger Faktor seien daher die Tages- und Wochenend-Skifahrer. Daher haben sie für eine eigene Abfahrt von der Tauern-Autobahn gekämpft, allein mit Wochenurlaubern könnten sie die 6000 Betten nicht voll bekommen. Und der Tagesgast "ist ein sehr anspruchsvoller Gast", weiß Scheffer. Skifahren sei ein hochpreisiges Vergnügen, da müsse die Leistung stimmen. Und der Schnee.

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Wenig Gletscher für alle

Zauchensee auf ein Gebiet für Könner zu reduzieren, würde ihm aber nicht gerecht, es hat mehr: leichte bis mittelschwere Pisten, eine Funslope, eine Skimovie-Strecke - all die Ski-Gimmicks, die ein Anbieter dieser Größenordnung im Repertoire haben muss. Und: "Unsere Stärke liegt im Freeride-Gelände", erklärt Scheffer. 20 bis 30 Prozent der Gäste würden sich abseits der Pisten im steilen, nicht präparierten Gelände, den so genannten Varianten vergnügen. Sportliche Skifahrer und Familien bestimmen also das Bild auf den Pisten, in den Hütten geht es daher eher beschaulich zu. Wer die Ballermann-Atmosphäre von Ischgl oder Sölden sucht, ist in Zauchensee falsch.

Weder das Hoteldorf oben bei den Liften noch die kleineren Hotels und Pensionen in Altenmarkt ein paar Kilometer talabwärts sind auf Party-People ausgelegt. Wer doch krachenden Après-Ski will, muss mit dem Skibus ins Nachbargebiet Flachau fahren. Die große Drei-Seil-Umlaufbahn, die beide Gebiete verbinden soll, kommt wohl erst in zwei Jahren.

Der Skitourismus ist ein umkämpftes Gewerbe, der Klimawandel bedroht das winterliche Vergnügen. Man rüste auf, um in wenigen Tagen so viel Schnee zu produzieren, dass der für die Saison reicht: "Wir haben sonst nichts. Wenn der Motor Schnee ins Stottern kommt, kommt die Region ins Stottern", erklärt Scheffer, die auch als Präsidentin des Skiverbunds Ski amadé einem der größten Wintersportgebiete Europas vorsteht. Allein mit Schneeschuhwandern und Pferdekutschen könne man niemanden bewegen, in Zauchensee Urlaub zu machen.

Die aktuelle Saison läuft noch bis Mitte April, bisher blieben die Neuschneemengen überschaubar. Aber der Zauchenseer Schneemacher wird dafür sorgen, dass der Winter so lange durchhält. Ob dieser will oder nicht.

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