Sitzordnung im Flieger Nehmen Sie bitte Platz

Endlich muss auch wieder im Flugzeug gelten, was in Stadion und Theater selbstverständlich ist: Wer mehr für sein Ticket zahlt, muss besser sitzen.

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Fluggäste sitzen offenbar gern am Fenster, weit vorne und in Reihen mit gerader Nummer. Daraus sollten endlich die richtigen Schlüsse gezogen werden.

Von Stefan Fischer

Im Stadion ist es eine Selbstverständlichkeit und im Theater auch: Wer für seine Karte mehr bezahlt als ein anderer, bekommt einen besseren Platz. Er sieht dann mehr und hört besser, was sich vor ihm abspielt. Und wenn jemand lieber weiter hinten sitzt, nicht aus finanziellen Gründen, sondern weil es von dort nicht so weit zu den Bratwurstbuden ist, oder ganz am Rand, weil er dann der erste an der Garderobe ist, dann wird ihm auch dieser Wunsch nach Kräften erfüllt.

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Im Flugzeug ist das komplett anders. Gang oder Fenster? Als die Welt noch analog war, bestand nur diese eine Wahlmöglichkeit. Seit die Fluggäste sich ihre Bordkarte mit einem zur Online-Kommunikation fähigen Gerät selbst organisieren müssen, ist aus der Platzwahl ein Rattenrennen geworden. Nicht Geld, sondern Geschwindigkeit entscheidet, wer wo sitzt. Es gibt sogar Fluglinien, die freie Platzwahl anbieten, das sieht dann aus wie bei der Reise nach Jerusalem, obwohl es ausreichend Sitzmöbel gibt.

Warum für den gleichen Flug in der gleichen Klasse der eine 300 Euro zahlt und der andere 75, ist kaum zu durchschauen. Die Getränke sind nicht besser, die Speisen nicht schmackhafter, wenn man viermal so viel bezahlt hat als der Nebenmann, nur weil man zwei Wochen früher oder fünf Stunden später gebucht hat als dieser. Und auch die unter Aspekten der Sicherheit besten Plätze gehen nicht an jene, die am meisten zahlen.

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Am liebsten auf der rechten Seite

Eine Fluglinie hat nun erhoben, dass ihre Kunden am liebsten am Fenster sitzen (verständlich), möglichst weit vorne (so lange es nur einen Einstieg gibt, ebenfalls verständlich), auf der rechten Seite (warum das?) und in einer Sitzreihe mit gerader Nummer (wie bitte?).

Können die Fluglinien dieser Welt daraus gefälligst die richtigen Schlüsse ziehen? Wer künftig ein Ticket kauft, kauft es für einen fixen Sitzplatz. Und die Preise dafür schwanken bitte nicht mehr häufiger als die für Benzin an einer Tankstelle. Sondern ein Platz rechts am Fenster in einer Reihe mit gerader Nummer aus dem Zahlenraum, in dem die Hälfte der Bevölkerung noch Kopfrechnen kann, kostet verbindlich die hohe Summe X. Alle, die auch 33 B ertragen, dürfen für ein Viertel davon mit.

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