Sicherheit bei den Olympischen Spielen US-Beamte kontrollieren auf britischen Flughäfen

Auf den Flughäfen von London sollen vor, während und nach den Olympischen Spielen erfahrene US-Beamte bei der Passagierabfertigung aushelfen. Den britischen Sicherheitskräften waren zuletzt mehrere Terrorverdächtige durch die Kontrollen geschlüpft.

Von Daniela Dau

In zehn Tagen beginnen die Olympischen Spiele in London und auf den großen Flughäfen der Stadt wie Heathrow und Gatwick bereiten sich Tausende Freiwillige und Sicherheitskräfte auf den Ansturm der Besucher vor. Im Durchschnitt sollen allein in Heathrow 190.000 Passagiere pro Tag durch Check-in und Sicherheitskontrollen geschleust werden, ein Flughafensprecher sieht den Airport vor "Großbritanniens größter Verkehrsherausforderung zu Friedenszeiten". Dieser Herausforderung müssen sich die britischen Sicherheitsbeamten allerdings nicht alleine stellen. Sie könnten es wohl auch gar nicht.

Sicherheitsbeamte der Transport Security Administration (TSA) auf dem O'Hare Airport in Chicago.

(Foto: AFP)

Britischen Medienberichten zufolge sollen Beamte der Transport Security Administration (TSA) aus den USA den Kollegen in "good old England" unter die Arme greifen. Dies hätte das britische Verkehrsministerium mit der TSA vereinbart, berichtet der Fernsehsender Sky News auf seiner Online-Seite. Beginnen soll die einmalige Kooperation eine Woche vor Beginn der Wettkämpfe, enden wird sie eine Woche nach der Abschlussveranstaltung. Die US-Beamten sollen sich vor allem um die Abfertigung von Maschinen von amerikanischen Fluggesellschaften kümmern, die aus den USA kommen oder dorthin fliegen. Auch die Passagiere britischer Flugzeuge, die zu Zielen in den USA abheben, sollen von ihnen kontrolliert werden. Es soll den TSA-Beamten allerdings nicht erlaubt sein, die Flugzeuge britischer Fluggesellschaften zu betreten. Ihre Befugnisse enden vor den Boarding-Gates.

Diese neueste Wendung in der ohnehin hitzigen Sicherheitsdiskussion kurz vor Beginn der Olympischen Spiele dürfte mit einem Vorfall zusammenhängen, über den die britische Tageszeitung Observer kürzlich berichtet hatte. Dem Bericht zufolge seien Terrorverdächtige, deren Ankunft in Heathrow eigentlich meldepflichtig ist, von den Sicherheitskräften ohne weitere Kontrolle einfach durchgewinkt worden. Die Sicherheitsbeamten orientieren sich dabei an einer Schwarzen Liste mit Namen der Terrorverdächtigen. Sie sollten außerdem besonders geschult sein, diese in der Vielzahl der einreisenden Passagiere zu erkennen. Doch genau an diesen speziellen Kenntnissen und Fertigkeiten scheint es so kurz vor dem großen Ereignis zu mangeln.

Ein erfahrener Sicherheitsbeamter erzählte dem Observer, dass er viele neue Kollegen in der Schicht hätte und dass ihm deren Ausbildung nicht bekannt sei. Seit Anfang Juli hätte er beobachtet, dass drei Terrorverdächtige unkontrolliert hätten einreisen können. Ein anderer Kollege berichtete sogar von fünf Verdächtigen an einem Tag.

An fachlich gut und gründlich ausgebildeten Sicherheitskräften mangelt es aber nicht nur an den großen Flughäfen. Bereits in der vergangenen Woche wurde bekannt, dass die private Sicherheitsfirma G4S nicht die zugesicherten 10.000 Sicherheitskräfte für die Olympischen Spiele stellen kann. Bisher seien erst 4000 Mitarbeiter gut genug ausgebildet, um an den Sportstätten Taschenscanner zu bedienen und Besucher abzutasten, musste Innenministerin Theresa May eingestehen. 3500 Soldaten zusätzlich würden nun für die Zeit der Olympischen Spiele eingesetzt, um die ohnehin schon eingeplanten 13.500 Armeeangehörigen zu unterstützen. Die US-Beamten von der TSA können schließlich nicht überall sein.