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Sexuelle Belästigung im Flugzeug:(Un-)Sicherheitsabstand

Air France will alleinreisende Kinder vor sexueller Belästigung schützen - und setzt sie daher nicht mehr direkt neben Erwachsene. Piloten und Kabinenpersonal kritisieren diese neue Regelung heftig.

Neue Vorgaben der Fluggesellschaft Air France zum Schutz von Kindern vor sexueller Belästigung haben zu heftiger Kritik von Piloten und Kabinenpersonal geführt. Die Regel, wonach alleinereisende Kinder nicht neben Erwachsenen sitzen sollten, widerspreche wichtigen Sicherheitsstandards, sagte ein Vertreter der französischen Pilotengewerkschaft Alter.

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Platziert alleinreisende Kinder um: die Fluggesellschaft Air France.

(Foto: AFP)

Bei abfallendem Kabinendruck müsse ein Erwachsener in der Lage sein, einem Kind schnell eine Sauerstoffmaske überzuziehen, sagte Guillaume Pollard. "Ich sehe nicht, wie das gehen soll, wenn er auf der anderen Seite des Ganges sitzt."

Angaben aus dem Unternehmen zufolge wurde die Regel eingeführt, nachdem es Beschwerden über sexuelle Belästigung von Kindern bei Flügen in die USA gegeben hatte. Ausnahmen gelten für den Fall, dass die Maschine voll ist.

Mehrere Stewards und Stewardessen sagten, Air France mache sich offenbar mehr Sorgen um mögliche Prozesse in Zusammenhang mit Kindesbelästigung als um die Sicherheit der Fluggäste. Auf Anfrage konnte Air France zunächst nicht mitteilen, wieviele Fälle von angeblicher Kindesbelästigung es gegeben haben soll.

© sueddeutsche.de/AFP/juwe/pfau
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